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Danke, Fans! Müngersdorf am Samstag war Fußball pur

Nein, der Fußball an sich mag die Herzen der Fans in Müngersdorf nicht über 90 Minuten erwärmt haben. Doch das Spiel des 1. FC Köln gegen den 1. FSV Mainz 05 war dennoch ein Erfolg. Denn die 46.700 Zuschauer und Fans im RheinEnergieStadion zeigten die Reaktion, die dem Tag angemessen war. Sie verbrachten einen friedlichen, freudigen Tag bei bestem Wetter und mit der Leidenschaft, die sie alle vereint: Fußball. Ein Kommentar.

Köln – Dass das keine Selbstverständlichkeit war, zeigten die Geschehnissen andernorts. Vor dem Spiel Schalke gegen Bayern wurden 196 Randalierer festgenommen. In Großaspach mussten Magdeburger Spieler ihre Fans dazu drängen, nach einem Platzsturm wieder auf die Tribünen zu gehen. In Hannover randalierten Bremer Fans in Zügen aus Protest gegen die Kontrollen. Auch in Köln gab es einen Vorfall: Am Bahnhof Deutz war ein FC-Fan von Mainzer Anhängern in einen Sonderzug gezogen, geschlagen und beraubt worden. Etwa 60 Mainzer Fans durften daraufhin nicht ins Stadion.

Unverbesserliche, die es nach den Vorfällen von Paris und Hannover besser hätten wissen müssen. „Es ist mir und uns allen absolut unerklärlich, wie man sich gerade in diesem Moment, nach den furchtbaren Ereignissen von Paris, so respektlos gegenüber der Gesellschaft und dem Fußball zeigen kann“, brachte es Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf den Punkt.

Beim Effzeh und in ganz Köln freute man sich dagegen über die eigenen Anhänger: Die Kölner Fans blieben ruhig, ließen die Kontrollen an den Eingängen über sich ergehen, feierten ihre Spieler als doppelte Derbysieger und verhielten sich vor, während und nach dem Spiel vorbildlich. Dafür gilt ihnen ein Dank. Denn sie sorgten mit dafür, dass in Müngersdorf nur der Fußball im Vordergrund stand. Der Fußball als leidenschaftliches Spiel und nicht als politisches Instrument, der Fußball als Faszination für die Massen und nicht als gesellschaftsgefährdende Massenveranstaltung. Oder in den Worten von Peter Stöger: „Wenn man die Stimmung im Stadion gesehen hat, waren alle froh, dass sie einem Fußballspiel beiwohnen konnten.“ Nicht mehr und nicht weniger.