Doppelter Elfmeter-Skandal: „Das ist nicht mehr lustig“

Man hätte glauben können, der 1. FC Köln erlebe sein Déjà-vu: Gegen 1899 Hoffenheim wurden den Geissböcken zwei Elfmeter verweigert. Nach dem skandalösen Hand-Tor von Leon Andreasen im letzten Heimspiel gegen Hannover 96 schon wieder ein Schiri-Aufreger im RheinEnergieStadion: Peter Stöger reißt so langsam der Geduldsfaden.

Köln – Jörg Schmadtke tobte. Immer wieder suchte der Kölner Sportchef während des Spiels das Gespräch mit dem Vierten Offiziellen Christian Dingert. Hinterher schimpfte er: „Das waren zwei klare Elfmeter.“ Er meinte zwei Szenen: In der 57. Minute köpfte Anthony Modeste auf das Hoffenheimer Tor, Tobias Strobl flog dazwischen und bekam den Ball an den ausgestreckten Arm. Schiedsrichter Günter Perl ließ seine Pfeife stumm. Das galt auch für die turbulente Schlussphase, in der wenige Sekunden vor dem Abpfiff Leonardo Bittencourt von Jin-Su Kim im Strafraum weggegrätscht wurde. Bittencourt hatte das Siegtor auf dem Fuß, doch das lange Bein Kims verhinderte regelwidrig einen Abschluss. Doch Perl sah auch diese Szene nicht. (Die Auflösung des Bittencourt-Elfmeters – Bild für Bild in unserer Galerie)

Ein Handspiel in Köln gibt’s nicht

Hinterher war vor allem Trainer Peter Stöger kaum mehr zu bremsen. „Es ist ganz einfach nicht mehr lustig“, sagte der Österreicher, der sich schon vor zwei Wochen nach dem Spiel gegen Hannover hatte zusammenreißen müssen. „Ein Handspiel in Köln gibt’s offenbar nicht. Ich kann es nur immer wieder sagen: Wenn ich etwas aus 50 Metern sehe und sonst sieht es keiner, dann frage ich mich, wo die Leute hinschauen. Es waren ja keine versteckten Situationen, sondern ganz klare.“

Der FC in Rage: erst das Hand-Tor gegen Hannover, das den Kölner mindestens einen Punkt gekostet hatte – nun die zwei nicht gegebenen Elfmeter. Drei Punkte, die dem FC so abhanden gekommen sind. In beiden Spielen hätte der Effzeh auch anderweitig für einen anderen Spielverlauf sorgen können. Doch Stöger stellte klar: „Elfmeter gehören auch zum Spiel dazu.“ Seine Intention: Strafstöße sind keine Bonus-Geschenke, die man am Spielfeldrand in einer Sonder-Lotterie gewinnt. Auch die Elfmeter-Situationen hatte sich der FC erarbeitet. Nur belohnt wurde er nicht für seinen Aufwand.

Weiterlesen: Der Handtor-Assistent kam ohne Strafe davon



  1. Sülzgürtül

    Wer findet den eklatanten Unterschied zwischen den Spiel FC-H96 und Wob-Bayer?

    Kleiner Tipp: Bei dem einen Spiel hat der Schiri den Fehler eingesehen, sich Kritik angehört und durch eine ebenso üble Konzessionsentscheidung wieder wett gemacht. Am Ende waren alle wieder bei null, und keiner darf sich beschweren.

    Das gewisse Standing bei den Offiziellen gibt es aber nicht für jeden. Durch welche Mittel es erworben werden muss, will man sich nicht ausmalen.


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