Linßen Stammtisch

Stammtisch: Wie spielt man einen Gegner auseinander?

Gaffel am Dom, Montagabend, 20 Uhr: Knapp 50 Gäste sind gekommen zum FC-Stammtisch. Hannes Linßen und Matthias Hönerbach sind auch da, diskutieren das 0:0 des 1. FC Köln gegen Mainz 05, vor allem aber perspektivisch die Einordnung des ersten Saisondrittels mit Blick auf die restliche Spielzeit. Das Fazit: an einigen Spielern gibt es zu kritteln, an der generellen Entwicklung aber nicht.

Köln – Moderater Ralf Friedrichs versuchte es immer wieder, horchte nach, woher diese unterschwellige Unzufriedenheit kommen könnte. Das Gefühl, dass 19 Punkte nach 13 Spielen zwar irgendwie schön und gut seien, aber doch nicht genug. Liegt es an der Spielweise? An den vergebenen Chancen? An den Spielertypen? An einzelnen Spielern?

Der Trainer zeigt, dass er was holen will

An der Spielweise nicht. Da legte sich Ex-FC-Sportdirektor Hannes Linßen fest und lobte Trainer Peter Stöger. „Er spielt heute mit fünf, sechs offensiven Spielern. Letzte Saison waren es noch zwei oder drei. Der Trainer zeigt, dass er was holen will.“ Letzte Saison war das ständige 0:0 noch ein probates Mittel, um den Klassenerhalt zu sichern. Diese Saison ist es das Minimum, das rausspringen soll, aber nicht mehr der Spielweise der Mannschaft entspricht. So sah es auch Sky-Moderator Thomas Wagner: „Die Klasse mit defensiver Stabilität zu halten, ist eine Sache. Mit der Offensive einen Gegner auseinander zu spielen, ist etwas anderes.“

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Hannes Linßen, Matthias Hönerbach und Ralf Friedrichs. (Foto: GBK)

Für beide hat sich der FC spielerisch weiterentwickelt, scheiterte zuletzt aber gerade an den Problemen, mit denen so viele Bundesligisten kämpfen. Ein fehlender Spielmacher wurde ausgemacht, der noch nicht berücksichtigte Milos Jojic als Hoffnungsschimmer betitelt. Alle fragten sich, warum er auch gegen Mainz wieder keine Option war. Es ist eines der Rätsel, die aktuell fast überall unter FC-Fans diskutiert werden.

Das Spiel gegen Schalke war unglaublich

Ein anderes ist die Torflaute der Stürmer. Modeste, Hosiner, Osako – warum klappt es zur Zeit nicht vor dem gegnerischen Tor? „Gegen den FC Schalke 04 hat der FC zum Beispiel eine Leistung vollbracht, die war unglaublich“, schwärmte Linßen. „Da hat auch Modeste fast alles richtig gemacht. Von dieser Form ist er jetzt etwas weg.“ Auch Yuya Osako ginge es so, fand Linßen. Der Japaner, der wie kaum ein anderer Spieler die FC-Anhänger spaltet, fand auch beim FC-Stammtisch wenig Zuspruch.

Doch generell, sagte der langjährige FC-Profi aus den 1980er Jahren, Matthias Hönerbach, sei der FC auf einem guten Weg. Der ehemalige Co-Trainer von Thomas Schaaf sieht in Stöger den Schlüssel zum Erfolg des FC. Hönerbach hat das Gefühl, dass die aktuelle Vorsicht auf dem Platz auch von der Trainerbank aus angeordnet sei. Alles versuchen, um zu gewinnen, ja – aber nicht um jeden Preis. „Der nächste Schritt wird von Stöger abhängen“, glaubte Hönerbach. „Er schätzt die Situation genau richtig ein und wird erst dann den nächsten Schritt einleiten, wenn er das Gefühl hat, dass die Spieler im jetzigen System gefestigt sind.“

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