Investoren-Debatte: „Jeder Klub hat seinen Reiz“

Der Vorschlag des FC St. Pauli zur Umverteilung der Gelder aus der Bundesliga-Vermarktung hat hohe Wellen geschlagen. Ob Werksvereine, Mäzenatentum oder Investoren – die Diskussion um die 50+1-Regel ist durch Andreas Rettig und den Kiez-Klub neu entbrannt. Auch Peter Stöger hat eine Meinung dazu. Für den Trainer des 1. FC Köln hat jeder Klub seine Berechtigung – unter gewissen Voraussetzungen.

Köln – Am 2. Dezember werden die Bosse der 36 Erst- und Zweitliga-Klubs über den Antrag des FC St. Pauli entscheiden, ob die Verteilung aus der Bundesliga-Vermarktung verändert werden und bestimmte Klub – namentlich Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und Hannover 96 – davon ausgeschlossen werden sollen.

Der 1. FC Rewe Köln? Eigentlich unvorstellbar!

Dieser Vorstoß wird Klubs, Juristen und in letzter Konsequenz unter Umständen auch das Kartellamt in den kommenden Tagen und Wochen beschäftigen. Und selbst wenn der Vorschlag abgelehnt werden sollte, dürfte die 50+1-Diskussion dadurch wieder Fahrt aufnehmen.

Shake Hands zwischen Roger Schmidt und Peter Stöger: Der 1. FC Köln gewinnt das Derby bei Bayer Leverkusen mit 2:1. (Foto: MV)

„Respekt gibt es auf dem Transfermarkt eben nicht zu kaufen.“ (Foto: MV)

Peter Stöger hat schon einmal solche Diskussionen erlebt. Die Vermarktung in Österreich hat längst andere Formen angenommen, Namenssponsoring bei Klubs – nicht nur bei Red Bull Salzburg – ist längst gängige Praxis. 1. FC Rewe Köln? In Deutschland ist dies noch undenkbar, weshalb RB Leipzig auch kunstvoll „RasenBallsport“ heißt.

Wie gehört es sich für einen Bundesligisten?

Die aktuelle Diskussion nimmt Stöger denn auch äußerlich gelassen hin. „Jeder Klub hat seine Berechtigung, wenn er sich sportlich qualifiziert“, sagte der 49-Jährige am Donnerstag. Er fügte an: „Und wenn er sich so aufstellt, wie es sich gehört.“ Damit ließ sich Stöger ein Hintertürchen offen, denn klar ist auch: Der Österreicher steht auf Traditionsklubs wie Köln, Bayern, Dortmund, Schalke und Hamburg. Auch in seinem Kommentar in Richtung Roger Schmidt nach der 1:5-Pleite im Herbst 2014 („Respekt gibt es auf dem Transfermarkt eben nicht zu kaufen“) hatte er durchblicken lassen, was er von manchem Geschäftsgebaren hält.

Allerdings stellte Stöger am Donnerstag auch klar: „Egal, zu welchem Klub ich gefahren bin, seit ich hier bin, hatte ich bei keinem das Gefühl, er hätte nicht die Berechtigung, dabei sein zu dürfen.“ Damit meinte er auch Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim und Hannover. In Leipzig hat der 1. FC Köln unter Peter Stöger übrigens noch nicht gespielt.

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