Svento Bremen

Das Eiertor im Eierkopp-Spiel: Sventos perfekte Erlösung

Das Tor passte in seiner ganzen Art perfekt zum Spiel des 1. FC Köln beim SV Werder Bremen. Ausgerechnet Dusan Svento, der Ersatzmann von Leonardo Bittencourt, erzielte es mit seinem (sehr) schwachen rechten Fuß statt mit dem starken linken. Es war ein klassisches Stolpertor, das auf eine vergebene Chance von Yuya Osako gefolgt war. Und dazu lag Osako beim Treffer sogar noch im vermeintlichen Abseits. Dieses Tor hatte einfach alles. Es war genau das, was sich der FC seit Wochen herbei gesehnt hatte: ein Eiertor im Eierkopp-Spiel.

Bremen – Endlich, werden sich die FC-Fans denken, kann diese Statistik zu den Akten gelegt werden: kein Tor aus dem Spiel heraus in acht Partien. Aus, vorbei, dank Dusan Svento. Dank des Slowaken, der vor wenigen Wochen noch bei seiner Frau weilte, nachdem ihr gemeinsamer Sohn acht Wochen zu früh auf die Welt gekommen war. Dank des Slowaken, dessen Vertrag in Köln ausläuft und dessen Zukunft in der Domstadt noch nicht abschließend geklärt ist. Dank des Slowaken, der ein so stiller und mannschaftsdienlicher Back-up auf der linken Seite ist, dass er seit Monaten eigentlich kaum aufgefallen ist beim FC.

Mit rechts geht es halt nicht besser

Dusan Svento.

Dusan Svento.

Und nun brach eben dieser Mann den Bann, schob in der 79. Minute den Ball mit rechts über die Linie, traf dabei zum Glück den am Boden (und im Abseits) liegenden Osako nicht mehr und drehte – etwas ungläubig – zum Jubeln ab. „Ich dachte schon, ich brauche mit rechts Glück. Aber ich hatte es und der Ball war drin. Über das Tor und dass ich heute mitspielen konnte, kann ich froh sein“, sagte der 30-Jährige hinterher.

Seine Teamkollegen freuten sich mit ihm. Svento wird geschätzt, als Mensch und als Fußballer. Timo Horn sagte stellvertretend nach der Partie: „Dusan hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt und heute die Chance bekommen, von Anfang an zu zeigen, was er kann. Er hat im Training immer alles rausgehauen. Deswegen freut es uns alle, dass er das Tor gemacht. Es war zwar kein schönes Tor, aber er meinte, mit seinem rechten Fuß geht es halt nicht besser.“

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