Dankert Hannover

Kommentar: Geht der DFB in seinem Kontrollwahn zu weit?

Der Deutsche Fußball-Bund hat mit der öffentlichen Verhandlung gegen Jörg Schmadtke und den 1. FC Köln ein klassisches Eigentor geschossen. Der „Eierköppe“-Prozess zeigt, dass man beim DFB noch immer nicht verstanden hat, dass es nicht immer reicht, in der Sache Recht zu haben. Übertreibt es der Verband mit seinem Kontrollwahn? Ein Kommentar.

Frankfurt – Der DFB-Kontrollausschuss wird wohl auch nach der Verhandlung am Dienstag der Meinung sein, alles richtig gemacht zu haben. Jörg Schmadtke wurde verurteilt, die Schiedsrichter geschützt, ein Exempel statuiert. Dieses besagt: Wer unsere Schiedsrichter beleidigt, wird bestraft.

Das Problem: An der Otto-Fleck-Schneise hat offenbar noch niemand begriffen, dass es um das Image der Schiedsrichter in Deutschland so schlecht bestellt ist wie seit langem nicht mehr. Öffentliche Verhandlungen wie die am Dienstag, über die deutschlandweit berichtet wird, führen aber nicht dazu, dass sich diese Wahrnehmung ändert. Sie zeigt nur noch einmal auf, wie viele Fehler die Unparteiischen auch in dieser Hinrunde wieder gemacht haben. Schließlich war der Kontext des „Eierköppe“-Prozesses eine der schlechtesten Schiedsrichter-Leistungen des Jahres 2015 in der Bundesliga.

Der nächste Schiri-Skandal in Köln: Der 1. FC Köln bekommt gegen 1899 Hoffenheim gleich zwei Elfmeter nicht. Leonardo Bittencourt kann es nicht glauben. (Foto: MV)

Der 1. FC Köln hatte in der Hinrunde 15/16 mehrfach Pech mit Schiedsrichter-Entscheidungen. (Foto: MV)

Der DFB-Kontrollausschuss muss sich hinterfragen. Nicht nur, weil Bruno Labbadia für seinen „Betrüger“-Vorwurf im August mit 5000 Euro bestraft wurde, während Jörg Schmadtke für „Eierköppe“ 6000 Euro zahlen musste. Auch, weil die Verhandlung den Anschein erweckte, dass es nicht nur um den mutmaßlich beleidigenden Begriff „Eierköppe“ und damit um die Sache ging. Die vollständige Formulierung lautete: „Ihr Eierköppe werdet von Woche zu Woche schlechter.“ Der DFB bewertete in der Verhandlung nicht nur den Begriff „Eierköppe“ als strafbar, sondern auch den zweiten Teil der Aussage als „respektlos“ und damit Teil des Urteils.

Die Formulierung, dass jemand eine immer schlechtere Leistung abliefere, hat allerdings weder mit Beleidigung zu tun, noch ist es eine Straftat. Es handelt sich um eine individuelle Bewertung, kurzum: um freie Meinungsäußerung. Doch die ist mittlerweile eben auch nicht mehr so gerne gesehen. Schon gar nicht, wenn sie sich mit den Leistungen der Schiedsrichter befasst.

Wie denkt Ihr über den DFB-Kontrollausschuss? Stimmt Ihr dem Kommentar zu? Seht Ihr es anders? Diskutiert mit!


Weitere News




  1. rainer

    Man kann sowas einfach nicht mehr begreifen was passiert denn den Schiedsrichtern wenn sie so eine scheiße pfeifen? ? Soll man sie dann auch noch loben??

  2. Juergen M.

    Der DFB ist genauso verknöchert wie die FIFA und UEFA. Und die „scheinheiligen“ Götter (Auch Schiri genannt) dürfen weiterhin selbstherrlich auftreten. Und ihre lächerlichen „Tatsachenentscheidungen“ sind eh nie angreifbar.
    Erkläre mal einem Kind am Beispiel des Handtores von Hannover in Köln was FairPlay ist. Und das ist nur ein Beispiel. Trikot ausziehen beim Torjubel ziehst eine Gelbe Karte nach sich ( weil es angeblich provozierend auf die gegnerischen Fans wirkt).
    Das sollen normal denkende Menschen verstehen????
    Ich lach mich schief. Die Jansen Tattagreise ( entweder ehrlich alt oder schon immer im Kopf gewesen) sollten mal abdanken.

  3. Nick

    Wenn ich im Stadion zu meinem Vordermann „Du Eierkopp“ sage, krieg ich einen auf die Nase…is so… jetzt hat Schmadtke das ja nicht im TV-Interview gesagt, sondern im Tunnel, da hätte der Eierkopp das ja auch mal überhören können…jut…hat er aber nich…

    Jedenfalls wenn ers nicht überhören will, ist es eine Beleidigung. Wird Schmadtke frei gesprochen, sagt demnächst jeder…“ Der Sch. durfte auch E. sagen“ Daher kann ich das Urteil schon nachvollziehen…Höhe der Strafe, am Gehalt gemessen, auch ok…

    Der DFB mit UEFA und Fifa sollte aber lieber mal sehen… das die Schiris Hilfe kriegen und nicht sonn Quatsch pfeifen müssen – wie Trikot ausziehen = gelb, Elfmeter & rote Karte usw., was spricht dagegen das der 4. Schiri Fernsehen mit Wiederholung guckt, anstatt den Trainern auf den Sack zu gehen??? Der DFB soll mal dafür sorgen, dass die nich wie Eierköppe pfeifen, dann nennt die auch keiner so…

  4. Dennis

    Das Urteil ist doch in Ordnung. Wenn ein Schiri meint, das berichten zu müssen – dann ist das Strafmaß angemessen. Die entscheidende Frage ist für mich eine andere: wenn ich als Schiedsrichter merke, dass ich nicht gerade eine Glanzleistung abgeliefert habe, wenn mir die Fernsehbilder das dann auch noch belegen. Muss ich mich dann hinsetzen und einen Sonderbericht selbst zu einem an sich harmlosen Spruch schreiben? Ich staune über die mangelnde Souveränität der neuen Generation an hochdotierten Profi-Schiris, so etwas auch mal überhören zu können.


Schreibe einen neuen Kommentar