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Mit Stimmungs-Hoch gegen Borussias Wackel-Abwehr

Wenn der 1. FC Köln am Samstag bei Borussia Mönchengladbach antreten muss, dann werden die Geissböcke mit breiter Brust auflaufen. Das kann man vom Gegner nicht gerade behaupten. Die Fohlen haben ein eklatantes Problem: Sie gehören zu den Schießbuden der Liga.

Köln/Mönchengladbach – Langweilig wird es wahrlich nicht, wenn man Spiele der Borussia in dieser Saison sieht. 80 Tore in 21 Spielen fielen, kein anderes Team der Liga bietet ein solches Spektakel. Allerdings auf beiden Seiten.

Gladbacher Defensive auf einem Relegationsplatz

Mit 42 erzielten Treffern können in dieser Saison nur die beiden Über-Teams aus München und Dortmund mithalten (je 53 Treffer). Mit 38 kassierten Treffern steht Mönchengladbach allerdings auf einem Relegationsplatz. Nur Bremen (42) und Stuttgart (41) haben häufiger die Bälle aus dem eigenen Netz holen müssen. Einen solch schlechten Wert wies die Borussia zuletzt 2011 auf – als die Elf vom Niederrhein noch Tabellenletzter war.

Damals übernahm Lucien Favre das Zepter und führte Gladbach über mehrere Jahre schließlich die Champions League. Mit klarer Struktur und perfekter Defensiv-Organisation. Lieber mal ein 0:0 als ein 2:3 (wie zuletzt in Hamburg). Lucien Favre ist allerdings nicht mehr da. André Schubert ist seit September 2015 Cheftrainer. Unter ihm hat sich der Spielstil verändert. Zunächst erfolgreich, in den letzten Monaten aber immer mehr als Bumerang, der in Form von sechs Niederlagen aus den letzten acht Pflichtspielen unsanft zurückkam.

Bei Favre war viel Stabilität im Spiel

„Sie sind ein bisschen offensiver orientiert, das gibt ein bisschen mehr Räume“, beschreibt Trainer Peter Stöger den Unterschied zwischen den beiden Übungsleitern der Borussia. „Bei Lucien Favre war immer sehr viel Stabilität im Spiel, das zeichnet ihn aus.“ Ein Verweis auf Stabilität unter Schubert kam Stöger nicht über die Lippen. Die Spieler sind zwar die gleichen geblieben, weshalb er die Offensivgefahr auch nicht unterschätzen will. Das Trainerteam der Geissböcke wird den FC-Profis aber einen klaren Auftrag erteilen. Und der wird lauten: die schwache Defensivorganisation des Gegners eiskalt ausnutzen.

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