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Schaefer: „Es gibt keinen Heldenfußball mehr!“

Er war Bundesliga-Coach des 1. FC Köln, galt als aufgehender Stern am Trainer-Himmel: Frank Schaefer. Als er den Abstieg 2012 nicht verhindern konnte, wechselte er von der Trainerbank in die Kaderplanung: erst für die Profis in der Zweiten Liga, nun als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums für die gesamte Jugend der Geissböcke. Schaefer gestaltet die Zukunft des Effzeh – und so sieht sie aus.

Köln – Der GEISSBLOG.KOELN traf sich mit dem 52-Jährigen und sprach mit ihm über einen Job, der nicht mehr viel mit dem des Nachwuchskoordinators von vor zehn Jahren zu tun hat. Im zweiten Teil des großen Interviews erklärt Schaefer, wie sich die taktische Schulung der Nachwuchsfußballer verändert hat, welchen Einfluss Pep Guardiola darauf hatte und wie sich Lukas Klünter, Marcel Hartel und vor allem Salih Özcan entwickeln.


Hier geht’s zum ersten Teil des Interviews mit Frank Schaefer


Einige Klubs versuchen, ein bestimmtes Spielsystem auf alle Jugendmannschaften zu übertragen. Als Vorbild wird dafür immer der FC Barcelona genannt. Wie handhabt das der FC?
Wir gehen im deutschen Fußball mittlerweile immer weiter weg vom Systemdenken. Wir versuchen den Spielern inzwischen beizubringen, wie sie sich in wechselnden Spielsituationen zu verhalten haben. Es wird also weniger in Systemen, sondern in Räumen gedacht.

Zahlenkombinationen sind Schall und Rauch

Frank Schaefer bei den Frauen des 1. FC Köln.

Frank Schaefer. (Foto: GBK)

Das bedeutet?
Da müssen wir noch nicht mal den FC Bayern als Extrembeispiel wählen. Wenn wir uns nur drei Minuten lang ein Spiel unserer Profi-Mannschaft anschauen würden, könnten wir wahrscheinlich ein halbes Dutzend Grundformationen erkennen, die sich je nach Spielsituation verändern. Wenn der Gegner mit zwei Innenverteidigern aufbaut, wird das System der eigenen Mannschaft zu einem 4-4-2. Lässt sich der gegnerische Sechser zwischen die Innenverteidiger fallen, verändert sich die eigene Formation möglicherweise zu einem 4-3-3. Presst eine Mannschaft nur mit einer Spitze, kann die aufbauende Mannschaft in ein 2-6-2 mit hohen Außenverteidigern umstellen. Ich könnte Ihnen unendlich viele Zahlenkombinationen nennen, die aber in dem Moment Schall und Rauch werden, in dem das Spiel beginnt und der Gegner mit in die Gleichung genommen werden muss.

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