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Wise-Guys-Dän: „Ist das wirklich noch mein Effzeh?“

Er hatte sein Ehrenwort gegeben: Daniel „Dän“ Dickopf wollte noch einmal einen Song über den 1. FC Köln schreiben. Das hat der Sänger und Songwriter der Wise Guys nun getan. „Der 1. FC Köln wird seriös“ heißt der Titel, der aber nicht von der a-capella-Band gesungen wird, sondern solo von Dickopf. Er ist Ausdruck einer Entwicklung, die den eingefleischten FC-Fan selbst verwundert hat.

Köln – Eigentlich sollte es einen Song über Peter Stöger werden – ähnlich der „Heldensage vom heiligen Ewald“. Bis Dickopf auffiel, dass Stöger nicht der alleinige Grund für den Aufschwung in Köln war. Der GEISSBLOG.KOELN sprach mit dem Wise Guy über den Song, den Effzeh, die angekündigte Trennung der a-capella-Band und die Frage, wohin es mit diesem seriösen Klub noch gehen könnte.

GBK: Herr Dickopf, „Der 1. FC Köln wird seriös“ heißt Ihr neuester Song über Ihren Herzensklub. Dieses Mal singen Sie ihn aber alleine, nicht mit den Wise Guys. Wie kommt das?
DÄN DICKOPF: „Das hat keine tiefer gehende Bedeutung. Das war ein Song, den ich im September geschrieben habe und mit Instrumenten machen wollte, nicht a-capella. Ich wollte ihn dann unbedingt sofort aufnehmen. Man weiß ja nie, wie lange der aktuell ist.“ (lacht)

So, als ob mich meine Freundin verlassen hätte

Trauen Sie dem Braten eines seriösen FC nicht?
Doch, irgendwie schon. Peter Stöger ist immerhin auf dem Weg, Rekordtrainer zu werden. Und es ist sicher kein Verlust, dass der FC den Ruf der Skandalnudel los wird. Wenn ich überlege, was unter Overath los war, mit Solbakken und Finke – dem trauere ich nicht nach. Ich habe ja auch noch die Zeiten erlebt, in denen Daum in seiner ersten Amtszeit entlassen wurde. Da ist die aktuelle Entwicklung eine Wohltat.

Seit wann schlägt Ihr Herz eigentlich schon für den Effzeh?
Oh, meine Karriere als FC-Fan geht weit zurück, da war ich sieben Jahre alt. Die Double-Saison 1978 war mein Einstieg. Damals bin ich verwöhnt worden. Danach gab es noch einen Pokalsieg und sonst nicht mehr viel. Und als der Klub dann 1998 abgestiegen ist, war das so, als ob mich meine Freundin verlassen hätte. Das war richtig schmerzhaft. Und dass es danach noch so häufig passierte, dass man sich fast daran gewöhnte, war schon eine bittere Zeit.

Wieder so eine klassische FC-Situation

Heute sieht es wieder besser aus. Köln steht in der Liga im gesicherten Mittelfeld, nun geht es im Derby gegen Gladbach. Wie verfolgen Sie das Spiel?
Ich kann es leider nicht schauen. Wir werden zu der Zeit auf dem Weg zu einem Konzert in Wuppertal sein. Ich werde WDR2 anmachen und habe auch Sky Go. Das werde ich versuchen, so zu regeln.

Was tippen Sie? Die Kölner haben die Möglichkeit, plötzlich mit einem Sieg punktmäßig mit Gladbach gleichzuziehen.
Ja, aber eigentlich ist das auch wieder so eine klassische FC-Situation. Ein Moment, bei dem alle denken: Boah, mit einem Sieg wären wir ganz nah an Europa dran. Das war oft der Zeitpunkt, dass es wieder schief gegangen ist. Ich will deswegen nicht zu euphorisch sein und sage 1:1.

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