Spinner Ritterbach Schumacher

Sieger-Demission zeigt: Kölner Harmonie ist fragil

Der 1. FC Köln hat einen bemerkenswerten Wandel hinter sich. Nach den Chaos-Jahren unter Wolfgang Overath hat sich der Klub völlig neu aufgestellt. Neben dem sportlichen Erfolg wurde die Satzung überarbeitet, die Schlüsselpositionen mit Experten besetzt und ein gemeinsamer Weg festgelegt, von dem niemand abweichen soll. Wie fragil dieses Gebilde aber noch ist, zeigt die Demission von Aufsichtsrats-Chef Dr. Jürgen Sieger. Ein Kommentar.

Köln – Die Aufgabe eines Aufsichtsrats ist immer eine Gratwanderung. Einerseits soll er als Berater der Geschäftsführung und dem Vorstand zur Seite stehen. Andererseits ist er ihr Kontrolleur und damit schärfster Kritiker. Dass nun beim Effzeh jener Ober-Kontrolleur aus seinem Amt entfernt wurde, der den bisherigen Weg der Kölner Neuausrichtung maßgeblich mitgestaltet hatte, ist bedenklich.

Das neue Fundament ist noch nicht getrocknet

Sieger gilt in Fachkreisen als einer der führenden Unternehmensrechtler Deutschlands. Einen solchen Experten als Berater und Kontrolleur in den eigenen Reihen zu haben – und das auch noch ehrenamtlich – war ein Glücksgriff für den Effzeh. Deswegen waren auch keine fachlichen, keine inhaltlichen, sondern persönliche Differenzen der Grund dafür, dass Sieger gehen musste.

Das zeigt, dass in dem fragilen Gebilde des Neuaufbaus noch längst nicht alle Entscheidungen ohne jede Form der Eitelkeit getroffen werden und dass die Harmonie, die nach außen kommuniziert wird, längst nicht immer auch nach innen gelebt wird. Das ist normal in einem mittelständischen Unternehmen – schließlich muss man nicht immer einer Meinung sein. Außergewöhnlich ist es nur dann, wenn inhaltliche Dissonanzen zu persönlichen und damit personellen Konsequenzen führen, vor allem, wenn das Unternehmen doch eigentlich auf Kurs scheint. Der Abgang von Dr. Jürgen Sieger ist also sehr wohl ein Indiz dafür, dass das neue Fundament des umgebauten 1. FC Köln noch längst nicht trocken ist.

Wie denkt Ihr über die Personalie Sieger? Diskutiert mit!



  1. DeSchnüss

    Ja, da gab es immer so ein paar Sachen im Hintergrund, die myteriös bleiben, wie der Barschel´sche Tod in einer Schweizer Badewanne. Wie genau war das nochmal mit dem Stani, der in einer Nacht – und – Nebel -Aktion aus der schönsten Stadt Deutschlands verschwand? Er war enttäuscht – von wem? Frank Schäfer – einer der wenigen Mitarbeiter mit Kultstatus ist jüngst gegangen. Es gab unterschiedliche Auffassungen „über die weitere strategische und inhaltliche Ausrichtung des Nachwuchsleistungszentrums“ – öhm – mal ehrlich – welche zwei Meinungen kann es denn da geben? Eine Talentschmiede hat nur eine strategische und inhaltliche Ausrichtung: nämlich Talente zu schmieden. Und was war jetzt mit dem Sieger? Wer fühlte sich ans Bein gepinkelt? Fragen über Fragen!

  2. Dieter Steinweg

    Bemerkenswert ist für mich, dass jetzt schon zwei FC-Reloaded „Anführer“ beim #effzeh einen höheren Posten bekleiden…..

  3. Elke L.

    Man weiß eigentlich nichts genaues und daher kann man als Aussenstehender keine abschließende Meinung dazu äußern.
    Vielleicht hat der FC Fehler gemacht, vielleicht Herr Sieger? Wer weiß das schon von uns?

    Aus eigener Erfahrung (von den von mir betreuten Unternehmen) weiß ich allerdings, dass nicht immer alles preis gegeben wird und das dies dann immer zu solchen Fragen führt bzw. zu Unverständnis. Dann wird – wie hier auch – immer auf die fachliche Kompetenz der einen Seite hingewiesen und was derjenige alles getan hat für die Firma X und es doch eigentlich eine Unverschämtheit ist, das…..
    Wenn man dann aber Hintergrundinformationen hat, sieht und versteht man die Angelegenheit dann ganz anders.

    • JoMa

      Wenn man wüsste, worum es ginge, könnte man vielleicht auch mitdiskutieren und eine Meinung zur Sache äußern. Aber in dieser Hinsicht war der Kommentar des ansonsten hoch geschätzten Geissblogs wenig erhellend. Schade, ein bisschen mehr Hintergrund hätte man sich schon gewünscht.

  4. Michi

    Auch diese Geschichte ist aus meiner Sicht eher ein Beleg für den Zugewinn an Porfessionalität beim Effzeh: weder die eine noch die andere Seite geht mit ihrer Version an die Öffentlichkeit. Beide legen das Kapitel ad acta. Hoffen wir, dass es so bleibt…


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