Fortuna Bittencourt Testspiel

Bittencourt in Topform, aber kein Gedanke an Olympia

Leonardo Bittencourt hat sich mit seinen zwei Treffern im letzten Testspiel für den 1. FC Köln gegen Mainz 05 in Topform präsentiert. Wie hoch der 22-Jährige bei den Verantwortlichen des Effzeh im Kurs steht, zeigt, dass der Deutsch-Brasilianer nicht zu den Olympischen Spielen gelassen wurde. Das dürfte sich auch nicht mehr ändern.

Köln – Wenn die deutsche Olympia-Auswahl am Samstag im Viertelfinale gegen Portugal antritt, wird Leonardo Bittencourt vom Fernseher aus zuschauen. So, wie bei allen anderen Spielen zuvor auch. Bittencourt, der gerne selbst in das Land seiner Vorfahren gereist wäre, um mit der deutschen Auswahl um Gold zu kämpfen, muss in Köln bleiben und sich auf die Bundesliga-Saison vorbereiten.

Goretzka verletzt: Wird Bittencourt nachnominiert?

„Ich drücke den Jungs die Daumen, dass sie bis ins Finale kommen und Gold holen“, sagte Bittencourt. „Besonders Timo, aber natürlich auch den anderen Jungs und Horst Hrubesch, den ich gut kenne.“ Gerne wäre der 22-Jährige dabei gewesen. Das ist kein Geheimnis. Doch der Effzeh legte sein Veto ein und einigte sich mit dem DFB darauf, dass Bittencourt lediglich auf Abruf bereit steht für den Fall, dass sich ein anderer Spieler verletzt.

Dieser Fall ist nun eingetreten. Leon Goretzka vom FC Schalke 04 musste verletzt abreisen, Bittencourt wäre die logische Wahl, falls Hrubsch einen Spieler nachnominieren würde. Neben Bittencourt stünden neben Torhüter Eric Oelschlägel (SV Werder Bremen) nur Christian Günter und Sebastian Kerk (beide SC Freiburg) auf Abruf parat, die in Sachen Erfahrung und Niveau eigentlich keine Option sein dürften im Vergleich zum Kölner. Doch wahrscheinlich ist Bittencourts nachträglicher Ruf nach Brasilien nicht.

Zum Viertelfinale schaffe ich es nicht mehr

„Nein, ich gehe nicht davon aus, dass da noch eine Anfrage kommt“, sagte Sportchef Jörg Schmadtke dem GEISSBLOG.KOELN. „Der DFB müsste sich beim Klub melden, das ist bisher aber nicht passiert.“ Für das Viertelfinale wäre eine Nachnominierung ohnehin zu spät gekommen. „Ich kenne die Strecke. Zum Viertelfinale schaffe ich es nicht mehr“, lachte auch Bittencourt die Frage zu einer möglichen Nachnominierung weg. In Köln rechnet niemand damit, dass der Offensivspieler doch noch in den Flieger steigen wird.

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