Modeste rast vor Wut: „So habe ich ihn noch nie erlebt“

Das Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und SD Eibar ist in einem handfesten Eklat geendet. Der 2:0-Sieg der Geissböcke rückte völlig in den Hintergrund, weil David Junca sich eine verbale Entgleisung in Richtung Anthony Modeste geleitet hatte. Dieser war daraufhin ausgerastet.

Kitzbühel – Als die Spieler des 1. FC Köln eine Stunde nach der Partie am Donnerstagabend geduscht und mit einer Bratwurst gestärkt zum Fan-Abend erschienen, war Anthony Modeste schon wieder mittendrin. Mit einer roten Cappy gesellte er sich zu seinen Spielern, schrieb Autogramme und erfüllte Selfie-Wünsche der Fans.

So richtig wollte die Stimmung auf den Franzosen aber nicht überschwappen. Das lag an der 85. Minute des Spiels gegen den SD Eibar, das die Kölner dank der Tore von Filip Mladenovic (45., FE.) und Dominic Maroh (80.) mit 2:0 gewonnen hatten. Jonas Hector hatte einen Gegenspieler an der Mittellinie gefoult, woraufhin dieser wutentbrannt auf den Nationalspieler zugestürmt war.

Man kann Fairness offenbar unterschiedlich bewerten

Es entflammte eine hitzige Situation, Schubsen und verbale Freundlichkeiten wurden ausgetauscht. Dann aber wurde es richtig ernst. Plötzlich mussten mehrere Kölner ihren Mitspieler Modeste von David Junca fern halten. Dieser hatte, weithin hörbar, den Franzosen mit unflätigen Worten bedacht, die hier nicht wiedergegeben werden sollen.

Modeste rastete vor Wut völlig aus, war nicht mehr zu bremsen. Trainer Peter Stöger und Sportchef Jörg Schmadtke eilten auf den Rasen, versuchten zu deeskalieren. Doch zu spät: Modeste wütete immer weiter. Selbst Stöger, der den Kopf des Franzosen in seine Hände nahm und auf seinen Stürmer einredete, konnte den 28-Jährigen nicht mehr beruhigen.

Die Konsequenz war klar: Stöger schickte Modeste in die Kabine, ehe der Franzose sich noch zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. „Ich kenne ihn ganz gut, und so habe ich ihn noch nie erlebt. Deswegen war klar, dass er in die Kabine soll. Das war für alle besser“, sagte Stöger hinterher, der nur Kopfschütteln für das Verhalten der Spanier übrig hatte. „Das ist eine Lehre für uns. Im Grunde geht es darum, dass man Fairness offenbar unterschiedlich bewerten kann.“

Lehmann mit dem Fairplay des Abends

Umso unglaublicher, hatte der Effzeh noch Ende der ersten Hälfte für eine faire Geste gesorgt. Alejandro Galvez hatte Yuya Osako im Strafraum als letzter Mann gefoult, der Schiedsrichter wollte dem Ex-Bremer die Rote Karte zeigen. Doch FC-Kapitän Matthias Lehmann legte ein gutes Wort für Galvez ein, der daraufhin nur Gelb sah.

„Eine Rote Karte wäre Blödsinn gewesen. Wir wollten, dass beide Mannschaften mit elf Mann zu Ende spielen können“, sagte Schmadtke hinterher und fügte süffisant hinzu: „Dass wir dann am Ende nur noch mit zehn Mann gespielt haben, hat der Spanier nicht sofort verstanden.“ Zu Modeste wollte sich der Sportchef nicht mehr äußern. „Es ist egal, was der Spieler zu ihm gesagt hat. Da war was, aber ich will das nicht weiter kommentieren.“ Die Wut in Modestes Augen waren an diesem Abend Aussage genug.