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Sven Müller und „das geilste Gefühl für ne kölsche Jung“

Sven Müller hat sein erstes Profi-Pflichtspiel im Tor des 1. FC Köln erfolgreich über die Bühne gebracht. Nach einer Schrecksekunde in der ersten Minute blieb er im DFB-Pokal beim BFC Preussen ohne weitere Fehler und vor allem ohne Gegentor. Der 20-Jährige bekam großen Zuspruch der Effzeh-Fans und hinterher Lob vom Trainer.

Berlin – Der Moment, als nach 23 Sekunden Rene Robben auf Sven Müller zugestürmt kam, sich in dessen Abschlag warf und den Ball sogar erwischte, war eine echte Schrecksekunde für den Youngster im Kölner Tor. Doch alles ging gut, die Situation ging glimpflich aus, Köln gewann souverän, Müller blieb fortan ohne Fehl und Tadel. „Bis auf die erste Minute, glaube ich, habe ich ein gutes Spiel gemacht“, sagte Müller hinterher. „Der Ball kam zurück, ich habe ihn nicht gut angenommen, da war der Spieler schon da. Ich habe Glück gehabt.“

Gänsehaut-Moment nach Müller-Sprechchören

Trainer Peter Stöger sah das ähnlich, ergänzte zudem: „Bei einem Torhüter, der gerade sein erstes Spiel auf dem Platz steht, gibt es auch andere Möglichkeiten, als ihm nach zehn Sekunden den Ball zuzuspielen. Man hätte ihn anders ins Spiel reinkommen lassen können“, sagte der Österreicher mit Blick auf die Situation in der ersten Spielminute. Doch Müller blieb in der Folge davon unbeeindruckt, leistete sich nach einer Ecke zwar noch einmal eine kleine Unsicherheit. Doch über die 90 Minuten gesehen machte das Torwarttalent seine Sache gut – auch bei weiteren Rückspielen, auch unter Bedrängnis.

SVEN MÜLLER - Note 3,5: Sein Profi-Debüt begann mit einer Schrecksekunde nach 23 Sekunden. Danach meist sicher und ruhig, blieb ohne Gegentor. Wichtig für den Youngster.

SVEN MÜLLER – Note 3,5: Sein Profi-Debüt begann mit einer Schrecksekunde nach 23 Sekunden. Danach meist sicher und ruhig, blieb ohne Gegentor. Wichtig für den Youngster.

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„Seine Mitspieler wissen, dass sie ihn anspielen können, denn er ist ein richtig guter Kicker“, sagte Stöger hinterher über den technisch gut ausgebildeten Fußballer. Kurz vor Ende der ersten Hälfte durfte sich Müller sogar einen besonderen Moment zurücknehmen und genießen. Die FC-Fans in seinem Rücken hatten ihn nach einer abgefangenen Flanke mit Sprechchören bedacht. „Sven Müller“ erschallte es aus den knapp 3000 Kehlen im Kölner Block. Für den 20-Jährigen ein Moment aus seinen Träumen. „Dass die Fans meinen Namen gerufen haben, war das geilste Gefühl für ne kölsche Jung wie mich“, sagte Müller hinterher strahlend. „Ich bin seit 14 Jahren in diesem Klub. Dass die Fans dann meinen Namen rufen, da war Gänsehaut dabei.“

Horn kehrt zurück, Müller auf der Bank

Nach der Verletzung von Thomas Kessler war Müller in der Torwart-Hierarchie zur Nummer eins aufgerückt und wird auch als solche in die kommende Woche gehen. Allerdings wird Timo Horn dann zurückerwartet. Der Silbermedaillen-Gewinner von Rio dürfte schon gegen den SV Darmstadt 98 am Samstag wieder zwischen den Pfosten stehen. Dann aber wird Müller zumindest auf der Bank Platz nehmen, da Kessler noch einige Wochen mit einem Außenbandriss fehlen wird.


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