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BGH-Urteil: Krawallmacher müssen künftig zahlen

Die Entscheidung ist gefallen: Fußballklubs in Deutschland dürfen Fans für Vergehen im Stadion in Regress nehmen. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Donnerstag entschieden. Ausgangspunkt war eine Klage des 1. FC Köln gegen einen Böllerwerfer.

Köln/Karlsruhe – Ein Sieg in letzter Instanz: Der 1. FC Köln hat ein wegweisendes Urteil im Fußball erzwungen. Vor dem BGH hatte der Effzeh geklagt, um einen Fan, der im Februar 2014 einen Böller in den Zuschauerbereich des RheinEnergieStadions geworfen hatte, zur Kasse bitten zu können.

Höhe der Strafen noch offen

Der 1. FC Köln war in Folge des Böllerwurfs zu einer Verbandsstrafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt worden. 30.000 Euro wollte sich der Klub in der Folge von dem ermittelten Täter zurückholen. Das Landgericht hatte der Klage zunächst stattgegeben, das Oberlandesgericht dem widersprochen. Nun klärte der Bundesgerichtshof endgültig: Klubs können die Verursacher durch den beim Ticketkauf geschlossenen Vertrag für eine Verbandsstrafe haftbar machen.

Im konkreten Fall hat das BGH den Fall nun wieder an das Oberlandesgericht Köln zurückgegeben. Dieses muss nun über die genaue Höhe der Regressforderung entscheiden. Am Grundsatzurteil wird dies jedoch nichts mehr ändern. Künftig können Fußballklubs ihre Zuschauer bei Fehlverhalten für die vom Deutschen Fußball-Bund ausgesprochenen Strafen zahlen lassen. „Das ist ein wichtiges Signal für die Sicherheit unserer Zuschauer, denn Störer müssen diese Regressforderungen als Folge ihres Fehlverhaltens künftig einkalkulieren“, sagte Thomas Schönig, Vorstandsbeauftragter für Fankultur und Sicherheit beim 1. FC Köln.

Wie denkt Ihr über das Urteil? Diskutiert mit!


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  1. Plop

    Das Urteil ist ja super ,doch was will man denn bei den Idioten holen ? Geld ? Die Klagen werden alle im Sande verlaufen. Da werden Doofe vorgeschickt die eh nix haben und die anderen lachen sich eins.

  2. Rolf G.

    So einfach wird es schon nicht werden, sich jetzt noch aus der Verantwortung zu stehlen. Nehmen wir mal an, der Knallkopp, der 2014 die „Bombe“ gezündet hat, die in den Unterrang warf und dabei sieben Personen verletzte (alleine schon deshalb sollte der sich nie wieder in einem Stadion blicken lassen), wird zu € 30.000,- Schadenersatz verdonnert.
    Nehmen wir weiterhin an, dass der Knallkopp dieses Geld nicht hat und auch nicht aufbringen kann. Also wird eine sog. Privatinsolvenz angestrengt. Allerdings ermöglicht eine sog. Restschuldbefreiung dem Schuldner, nach einer Wohlverhaltensphase schuldenfrei zu werden.
    Das bedeutet laut Wikipedia, dass „innerhalb der Wohlverhaltensphase die natürliche Person alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen muss, die vorhandenen Verbindlichkeiten (also Schulden) abzutragen. Das bedeutet bei Arbeitnehmern, dass sie während der Wohlverhaltensphase alle Einkünfte, die über die Pfändungsfreigrenze hinausgehen, zur Schuldentilgung einsetzen müssen“.

    Weiterhin sind dann ja auch noch die Verfahrenskosten offen, und hier gehen wir bis zum BGH!
    Allen unseren lieben Pyrotechnik-Fans rate ich dringend, sich mit der Materie auseinander zu setzen, bevor sie wieder ihre geliebten Spielzeuge zum Einsatz bringen.
    Weiterhin sollte man wissen, dass die Regresspflicht sich ja nicht nur auf Böllerwürfe beschränkt. Gehen wir noch einen Schritt weiter und denken z.B. an den Teilausschluss von Zuschauern oder gar eine Platzsperre.
    Dann sprechen wir schon von ganz anderen Zahlen, die der Verursacher eventuell ein Leben lang nicht mehr los wird.

  3. Alex

    Gut so, wer nicht hoeren will, muss eben fuehlen. Lange genug mussten die Vereine und wahren Fans fuer diese Knallkoeppe den Kopf hinahlten. Von Strafzahlungen ueber leere Zuschauerraenge und die s.g. „Kollektvischuld“. Nun werden also endlich die Einzelnen verfolgt und bestraft.


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