Osako Leipzig

(K)ein Neuanfang: Yuya und das Streben nach Glück

Yuya Osako kann mit Fug und Recht behaupten, die positive Überraschung zum Saisonstart des 1. FC Köln zu sein. Waren zwei Tore und eine Vorlage sowie die rundheraus überzeugenden Leistungen in den ersten fünf Spielen der Neuanfang für den Japaner in Köln?

Köln – Er trägt Blue Jeans, ein blau kariertes Hemd, die blondierten Haare, die ihm oft kreuz und quer vom Kopf stehen, halbwegs gebändigt nach vorne gekämmt. Er sitzt ruhig da, den Blick in Richtung Tischplatte gesenkt. Sätze beendet er oft mit „hai“, dem japanischen „Ja“. Er spricht ruhig, leise, bedächtig.

Das Streben nach einem möglichst fehlerlosen Sein

Im Klang der japanischen Sprache, der ich nicht mächtig bin, klingt Osakos Erziehung durch. Höflichkeit vor den Gesprächspartnern, Respekt vor seinem Arbeitgeber, Demut vor dem Leben an sich: „Ich habe immer nur daran gedacht, auf dem Platz gute Leistungen zu bringen. Ich musste mich weiter empfehlen, um wieder spielen zu dürfen.“

Yuya Osako trifft zum 1:1 gegen RB Leipzig. (Foto: MV)

Yuya Osako trifft zum 1:1 gegen RB Leipzig. (Foto: MV)

Das sagt er, vermittelt durch einen Dolmetscher. Sein Deutsch ist besser, als er zugeben möchte. Er versteht die Fragen, lächelt, nickt, lacht sogar, als man ihn nach seinem halben Jahr in München fragt und ob er denn schon Lederhosen getragen habe, was er verneint. Dennoch lässt er sich die Passagen noch einmal übersetzen. Zur Sicherheit. Denn auch das Streben nach Perfektion, nach einem möglichst fehlerlosen Sein gehört zur japanischen Erziehung.

Ein Neuanfang ist es nicht

Vielleicht ist er darüber in den ersten zwei Jahren in Köln etwas gestolpert. Über das Gefühl, keine Fehler machen zu dürfen auf dem Platz, weil diese sofort kritisch beäugt, seziert, kommentiert werden. „Es gab schwierige Zeiten“, gibt Osako zu. „Aber der Trainer ist immer positiv mit mir geblieben. Ich bin gut in die Saison gestartet. Ein Neuanfang ist es aber nicht.“

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