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„Unsere Träume nicht weit von denen der Fans entfernt“

Jörg Schmadtke hat seinen Segen gegeben. Ja, die Fans des 1. FC Köln dürfen nun auch offiziell träumen. Ganz vorsichtig natürlich, aber sie dürfen. Und zwar von Europa. Denn eigentlich wollen alle dasselbe. Irgendwann.

Köln – Der Mittwochabend war wieder einmal so ein Abend, an dem eingefleischte FC-Fans entweder den Fernseher ganz ausgeschaltet ließen oder den FC Bayern guckten. Andernfalls wären sie Gefahr gelaufen, den Erzrivalen vom Niederrhein in der Champions League sehen zu müssen.

Abstiege kosteten 100 Millionen Euro an Substanz

Borussia Mönchengladbach stand vor fünf Jahren am Abgrund. Marco Reus rettete den Klub in der Relegation gegen den VfL Bochum. Seitdem ging es mit den Fohlen steil bergauf. Nun spielt Gladbach im zweiten Jahr in Folge in der Königsklasse, am Mittwochabend erstmals überhaupt gegen den FC Barcelona.

Die Macher des Effzeh: Jörg Schmadtke und Peter Stöger. (Foto: GBK)

Die Macher des Effzeh: Jörg Schmadtke und Peter Stöger. (Foto: GBK)

Was würden die Effzeh-Fans dafür geben, in einigen Jahren Lionel Messi und Co. im RheinEnergieStadion begrüßen zu dürfen? Doch sind diese Träume überhaupt erlaubt? Manche Experten ziehen bereits Parallelen zwischen den beiden rheinischen Rivalen. Köln befindet sich im Jahr drei nach dem Wiederaufstieg und muss sich noch immer den Altlasten entledigen, die durch fünf Abstiege und insgesamt acht Zweitliga-Jahre in den letzten 20 Jahren entstanden sind. Rund 100 Millionen Euro, so heißt ist, haben diese Abstiege den Effzeh an Substanz gekostet. Zum Vergleich: Gladbach musste in dieser Zeit nur zweimal runter, verbrachte drei und damit fünf Jahre weniger im Unterhaus als die Kölner.

Schmadtke und Stöger wie Eberl und Favre?

Nun ernten die Gladbacher die Früchte jener Arbeit, die Max Eberl und Lucien Favre im Sommer 2011 ausgesäten. Vergleiche zwischen den Klubs sind zwar unter den Anhängern nicht gerne gesehen, doch nicht wenige glauben, dass Jörg Schmadtke und Peter Stöger ähnliches erreichen können. Und wer dem FC-Sportchef an der Mitgliederversammlung genau zuhörte, erkannte, dass er indirekt zustimmte. „Wir haben uns nicht mit langfristigen Verträgen an den Klub gebunden, um dauerhaft im Mittelfeld zu stagnieren“, sagte Schmadtke. „Unsere Träume sind nicht so weit entfernt von denen der Mitglieder und Fans.“ Doch er schob auch hinterher: „Ich hoffe, das ist in aller Vorsicht verstanden worden.“

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