Hertha Dardai Stöger

Schiri-Zoff: Ausgleich oder Foul? „Peter, nicht böse sein!“

Foul oder kein Foul? Handspiel oder angeschossen? Der 1. FC Köln fühlte sich am Samstag bei der 1:2-Auswärtsniederlage in Berlin benachteiligt. Sogar der Trainer des Gegners Hertha BSC, Pal Dardai, zeigte Verständnis für die Geissböcke.

Berlin – Es lief die 13. Spielminute, als Jonas Hector auf der linken Angriffsseite versuchte, den Ball an Mitchell Weiser vorbei zu legen. Der Ex-Kölner bekam das Leder aus kurzer Distanz an den linken Arm. So konnte er den Konter einleiten und das 1:0 durch Vedad Ibisevic vorbereiten.

Plattenhardt: „Es war ein klares Foul!“

Es lief die Nachspielzeit beim Stand von 2:1 für Berlin: Artjoms Rudnevs wurde an der Strafraumkante angespielt. Marvin Plattenhardt stand bei ihm. Rudnevs stellte ein Bein raus, wollte den Berliner Verteidiger wegblocken, drehte sich um die eigene Achse, nahm den Ball mit und schoss zum Ausgleich ein. Tor? Nein! Rudnevs wurde – nachdem der Ball längst im Netz zappelte – zurückgepfiffen.

Der 1. FC Köln verliert bei Hertha BSC mit 1:2. (Foto: SW)

Der 1. FC Köln verliert bei Hertha BSC mit 1:2. (Foto: SW)

Sekunden später war das Spiel vorbei, Hertha gewann. Die Gemüter kochten hoch, vor allem die Rudnevs-Szene spaltete die Beteiligten. „Es war ein klares Foul, er hat mich klar getroffen“, sagte Plattenhardt, der von Rudnevs tatsächlich getroffen worden war. Aber auch Foul-würdig? Ja, befand der junge Schiedsrichter Frank Willenborg.

Wenn er pfeift, muss er schneller pfeifen

„Es darf durchaus erlaubt sein, seinen Körper reinzustellen“, befand dagegen Timo Horn unmittelbar nach dem Spiel. „Das gehört zum Fußball.“ Und selbst Hertha-Coach Dardai wunderte sich. Vor allem, weil sich Willenborg mit dem Pfiff mehrere Sekunden Zeit gelassen hatte. „Entweder, er pfeift nicht, dann ist es ein Tor. Oder er pfeift, dann muss er aber schneller pfeifen. Dann gibt es keine Diskussion“, sagte Dardai. „Es gab einen Kontakt, aber wenn er so lange zögert, ist es eigentlich ein Tor.“ An seinen Trainer-Kollegen Peter Stöger gerichtet sagte er: „Peter, nicht böse sein! Ich akzeptiere Deine Meinung.“

Weiterlesen: Stöger und Schmadtke halten sich zurück



  1. Esther

    Man sollte auch mal hinterfragen warum ein so junger unerfahrener Schiedsrichter auf so ein Spiel angesetzt wird. Dortmund gegen München hätte der niemals gepfiffen.
    Da lässt man die beste Schiedsrichterin nicht in der 1.Liga pfeifen weil das dem Egoismus der Männer nicht passt ,aber so einen Jungspund setzt man auf ein Spitzenspiel an. Schade für den FC.

  2. Klappskalli

    Genau das habe ich gestern auch gedacht. Bibi Steinhaus macht in der 2. Liga einen guten Job und steigt nicht auf weil da angeblich mal eine schlechte Saison dabei war vor 2 Jahren. Und wer beurteilt die Leistung ? Bestimmt keine Frauen ! Und wenn ich als neuer Erstliga SR 2 von 2 Spielen so überragend gut Leite ;-) sollte es das doch schon gewesen sein. Fehler macht jeder mal. Aber bei so einer Quote macht es kein Arbeitgeber mit. Und letztendlich bezahlen auch die Vereine den Schiedsrichter mit.

  3. udo schmidt

    Nimmt man die beiden letzten Spiele zusammen ,so gleichen sich die schlechten Schiedsrichterleistungen aus,bzw bringen uns sogar einen Punkt.Beide Spiele wären unentschieden ausgegangen (also 2 Punkte) ,so haben wir aber 3 auf dem Konto.


Schreibe einen neuen Kommentar