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Schmadtke: „Wir profitieren von den fünf Abstiegen“

Wenn Jörg Schmadtke über den 1. FC Köln spricht, dann immer wieder mit dem Verweis auf die schwere Bürde, die der Effzeh zu tragen hatte nach dem Abstieg 2012. Einen Vorteil hatten die insgesamt fünf Abstiege für den FC-Sportchef dennoch. In der weiteren Entwicklung hofft er auf einen „großen Schritt am Ende“.

Köln – Die beiden Geschäftsführer des Effzeh, Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle, machen keinen Hehl daraus, dass es einfachere Ausgangslagen hätte geben können, als sie ihre Aufgaben am Geißbockheim übernahmen. Fünf Abstiege in 14 Jahren hatten den Klub in einer Gesamtrechnung rund 100 (!) Millionen Euro an Substanz gekostet. Ein Volumen, das kaum in wenigen Jahren aufzuholen ist.

Vorbei die Zeit der Europa-Jagd auf Pump

Dennoch erklärte Schmadtke nun, dass „wir von den fünf Abstiegen seit 1998 auch profitieren“, so der Sportchef in einem Interview mit „Zeit Online“. Damit meinte er nicht die wirtschaftlichen oder sportlichen Folgen, die den Klub an den Rande des Abgrunds geführt hatten. Schmadtke bezog dies auf eine veränderte Mentalität in der Domstadt. „Die (fünf Abstiege) haben Wirkung gezeigt. Die Leute sind nachdenklicher geworden…“

Jörg Schmadtke. (Foto: GBK)

Jörg Schmadtke. (Foto: GBK)

Insbesondere nach dem starken Saisonstart in die neue Saison mit zwölf Punkten aus sechs Spielen fragt man sich in Köln, was wieder möglich sein könnte. Doch die Fragen klingen bodenständiger als in den Hochzeiten euphorischer Europa-Jagd auf Pump. Der Klub hat keinen Fünf-Jahres-Plan für den Einzug in die Champions League in Aussicht gestellt. Den Anhängern scheint es heute leichter zu fallen, den Klub realistisch in das Gesamtgefüge Bundesliga einzuordnen.

In Köln lässt sich eine Karriere leichter fortsetzen als in anderen Vereinen

Zwar wünschen sich einige Kölner Anhänger eine sichtbare Attacke auf Europa. Doch das Verständnis für Schmadtkes und Wehrles Kurs der wirtschaftlichen Vernunft überwiegt. Auch, weil Vertragsverlängerungen mit Spielern wie Jonas Hector oder Leonardo Bittencourt genauso gefeiert werden wie vielversprechende Neuverpflichtungen. „Am Standort Köln lässt sich heute eine Karriere leichter fortsetzen als in anderen Vereinen in Deutschland“, sind Worte, die man nun von Schmadtke hört und die man vor einigen Jahren noch kaum mit dem Effzeh hätte in Verbindung bringen können.

Weiterlesen: „Wir hoffen auf den großen Schritt am Ende“



  1. Klio

    Ich kann mich noch erinnern, wie beim FC-Stammtisch zu Beginn der Saison 2013/14 die Neuzugänge (wie Patrick Helmes) diskutiert wurden und ein Teilnehmer meinte, der eigentliche Königstransfer sei Jörg Schmadtke. Wie recht er hatte.

    P.S. an die Geissblog-Redaktion: Auch für diesen Artikel habt ihr (wieder mal) eine tolle Bildauswahl getroffen.


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