franz-kremer-stadion

Was wäre, wenn der Effzeh das Geißbockheim verließe

Der 1. FC Köln und die Stadt Köln, sie ringen um eine Einigung im Streit um den Ausbau am Geißbockheim. Dass der Deal platzen könnte, ist inzwischen zu einem realistischen Szenario geworden. Dann müsste sich der Effzeh mit Alternativen beschäftigen. Aber wie könnten diese aussehen?

Köln – Am Samstag trug sich im Kölner Rathaus etwas Besonderes zu: Chinas Vize-Ministerpräsidentin Liu Yandong war bei Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu Gast. Kölns höchste Politikerin konnte sich im Lichte eines besonderen Gastes präsentieren, den Reker im Normalfall wohl nie zu Gesicht bekommen hätte.

Reker schmückt sich – Wehrle verteilt verbale Ohrfeige

Alexander Wehrle auf der chinesisch-deutschen Fußballkooperation am Geißbockheim. (Foto: GBK)

Alexander Wehrle auf der chinesisch-deutschen Fußballkooperation am Geißbockheim. (Foto: GBK)

Ob sich Reker in dieser Stunde des Treffens bewusst war, dass diese Begegnung – inklusive werbewirksamer Bilder und Medienberichte – ohne den 1. FC Köln nie zustande gekommen wäre? Schließlich waren es die Geissböcke, die als Ausrichter der Konferenz zur Chinesisch-Deutschen Fußballkooperation nach Köln geladen hatten. Schon konnte sich die Sportstadt Köln mit internationalen Lorbeeren schmücken.

Doch aus dem Geißbockheim waren an diesem Tag auch deftige Worte zu hören. FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle ließ es sich nicht nehmen zu kommentieren, dass in China in einer Region von neun Millionen Einwohnern gerade über 1000 Fußballplätze in Planung seien, „während wir hier in Köln über drei Fußballplätze mit der Stadt sprechen“. Die sagte er vor einer 60-köpfigen Delegation chinesischer Vertreter aus Politik und Sport – ein krachender Aufwärtshaken Wehrles im verbalen Nahkampf mit Reker, die es zuletzt geschafft hatte, mit einem Alleingang in Sachen Geißbockheim-Ausbau die Kritik aller Fraktionen – Befürworter wie Gegner – auf sich zu ziehen.

Rückt nun eine Campus-Lösung in den Fokus?

Wer mit Wehrle in diesen Tagen spricht, der merkt schnell: In den vergangenen Wochen wurde viel Porzellan zerschlagen. Die Abfuhr der Kölner Politik am 10. November sitzt tief. Erste ernsthafte Zweifel werden laut, ob das Geißbockheim als perspektivischer Standort für den 1. FC Köln noch sinnhaft ist. Eine Campus-Lösung an einem anderen Platz rückt plötzlich in den Fokus.

Weiterlesen: So könnte der neue Geissbock-Campus inklusive Stadion aussehen



  1. hapeen

    Ich bin schon lange für die große Lösung.
    Warum? Weil, selbst wenn nun alles von der Stadt genehmigt werden würde (wobei die Gegner ja bereits bei Fuß stehen um zu klagen) es würde doch immer Stückwerk bleiben.
    Denn eine weitere Vergrößerung, die ja eigentlich nötig wäre und auch sinnvoll, ist doch gar nicht möglich.
    Ich würde mit Schrecken daran denken, was würde bei einem Kauf des Stadions, und einer Aufstockung. Was würden alle Anwohner da Sturm laufen, wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens. Und natürlich, ist ja im Grüngürtel der ja so schützenswert ist.
    Und Verzeihung für das deutliche Wort, Scheiß auf die Tradition wenn dadurch die Zukunft verspielt wird.
    Nein, raus aus der jetzigen Situation und großzügig planen und bauen.
    Das würde sich auf Dauer auch rechnen. Alleine ein zusätzlicher Hotelbau wäre eine tolle Sache.
    Nein, raus und was vernünftiges auf die Beine stellen.

  2. Christoph Kuckelkorn

    Bei dem ganzen Theater weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr, ob die Stadt Köln (Stadtverwaltung) ein verlässlicher Partner für den FC ist…?! Traurig, wenn man einen solchen Eindruck haben muss, wo die Bevölkerung doch voll hinter dem FC steht. Wie Wehrle es schon sagte: die Gegenstimmen sind lediglich Partikularinteressen. Die gibt es immer, wenn irgendwas neues gebaut wird. Und die Verwaltung folgt diesen Evolutionsbremsen auch noch… Wie soll man da zukünftig verlässlich miteinander arbeiten. Und wie schon oft erwähnt, wäre das neue Leistungszentrum ja nur der Anfang. Was ist, wenn wir das Stadion kaufen wollen? Wir subventionieren das Stadion seit seinem Bau mit einer sehr hohen Miete und am Ende will die Stadt dann einen Preis vom FC der diesen Faktor nicht berücksichtigt. Meinetwegen sollen wir ruhig was eigenes planen, dann bleibt die Stadt halt auf ihren Kosten sitzen. Auch wenn das alles so eigentlich niemand will. Sehr paradox… Demokratie wird hier ad absurdum geführt…

  3. Koelschlenny

    Erstmal Füße still halten. Ja, andere Klubs haben neu gebaut. Aber wie viele Beispiele gibt es wirklich, die ihre Heimatstadt verlassen haben? Noch dazu inklusive Stadion? Selbst Mainz ist im Stadtgebiet geblieben, wenn auch auf der „grünen Wiese“.

    Wenn ich mir Google Maps so anschaue, frage ich mich auch, wie es um die Sülzer Kleingartenkolonie direkt gegenüber vom GBH bestellt ist. Solche Dinger sind meist nur für Jahre (Jahrzehnte) gepachtet, und Denkmalschutz besteht dort auch nicht. Und es gibt auch noch andere Flächen in Köln. Lüttich-Kaserne mit umliegendem Truppenübungsplatz, Freiflächen an der Stadtgrenze in Weiden etc.
    Das Drohen mit den umliegenden Orten Frechen, Hürth und Pulheim ist auch vom FC vor allem Säbelrasseln. Traurig, dass in der Stadtverwaltung keiner aktiv nach Alternativen innerhalb Kölns sucht.

  4. DeSchnüss

    Wieso Säbelrasseln? Was spricht denn gegen Frechen, Hürth oder Pulheim? Für mich ist das Umland genau so Köln wie die Stadt selbst. Ist man waschechter Kölner, weil man in Porz-Wahn wohnt und 100 Meter weiter in Troisdorf-Spich nicht mehr? Oder ist man Kölner, wenn man in Weiden wohnt und Frechener, wenn man in Königsdorf wohnt? Ist Poldi kein Kölner, weil er in Bergheim aufgewachsen ist? Alles Quatsch! Auch aus dem Umland kommen sehr aktive FC-Fans und Fan-Clubs. Die Vorteile eines Neubaus überwiegen doch deutlich. Welchen Vorteil, außer der Tradition, hat denn der Grüngürtel? Wenn man immer nur der Traditon den Vorrang gegeben hätte, wäre 1948 kein 1. FC Köln entstanden, der den Fußball in Deutschland maßgeblich mit geformt hat. Es muss doch jedem klar sein, dass ein Neubau von Stadion, Leistungszentrum und Umfeld den FC nach vorne bringen wird. Aus meiner Sicht ist das eine einmalige Chance, die man nutzen sollte.

    • Koelschlenny

      Also zunächst mal: Nein, das Umland ist nicht Köln. Man mag mir das als Engstirnigkeit auslegen, aber wir sind der 1. FC Köln und nicht der 1. FC Pulheim. Ich habe nichts gegen Fans, die woanders leben (ich lebe selbst seit einigen Jahren nicht mehr im Rheinland), aber es wäre doch sehr absurd, wenn ein Verein nicht mal mehr dort spielt (und die Vorschläge hier gehen ja bis zum Stadionneubau), wo er angeblich „beheimatet“ ist.
      Es gibt nach meinem Wissen genau einen Verein in erster und zweiter Liga, der nicht dort spielt, wo es der Name angibt. Das ist die allseits beliebte, traditionsreiche TSG Hoffenheim. Wenn man den Verein einfach ein paar km aus der Stadt raus verlegen kann, warum dann nicht gleich ein Stadion außerhalb der nordöstlichen Stadtgrenze am S-Bahn-Haltepunkt Chempark? Dort wäre die Erreichbarkeit noch viel besser.
      Und wo ist die Grenze dazu, einen Eishockeyclub quer durch die Republik zu verlegen, wenn die Hallenmiete zu teuer wird und die Fans nicht kommen? Oder kann man RB Salzburg ein paar km nach Deutschland verlegen als RB Freilassing und dort Leipzig 2.0 spielen?

      Trainingszentrum kann man debattieren, aber der Spielort des 1. FC Köln muss aus meiner Sicht zwingend in Köln bleiben.

      • Stephan

        Korrekt. Troisdorf ist Troisdorf. Pulheim ist Pulheim. Frechen ist Frechen. Und Köln ist die Stadt Köln. Und unser Club heißt nicht 1. FC Kölner Umland. Die Spielstätte muss zwangsläufig in der Stadt Köln bleiben.

        • Sebastian

          Es gibt noch einen weiteren traditionsreichen Verein in der Bundesliga der nicht dort spielt, wo es der Name angibt:
          Der FC schalke 04 spielt in Gelsenkirchen-Erle, nicht in Gelsenkirchen-Schalke. Das ist zwar immer noch die gleiche Stadt, aber der Verein heißt nun mal Gelsenkirchen-Schalke und nicht nur Gelsenkirchen.
          Genau wie der FC und alle anderen „großen“ Vereine steht der Club auch für eine ganze Region und nicht nur für die Stadt/den Stadtteil nachdem er benannt ist.
          Wenn der FC also außerhalb der Stadtgrenzen in Frechen, Pulheim oder Hürth spielt, ist das für mich kein Tabubruch.
          Die Stadtgrenze ist eine politische Linie, keine Trennung von Emotion oder Lebensgefühl.

    • Stephan

      Quatsch ist eher deine Argumentation. Klar kommen aktive Fans aus dem Umland (wenn man die Zahlen kennt, sind es sogar mehr als aus der Stadt selbst!). Das bedeutet aber im Umkehrschluss noch lange nicht, dass der FC ein Verein des Kölner Umlands ist. Der Verein ist ein Verein der Stadt Köln. Und da gehört er auch weiterhin hin. In unsere Stadt.

      PS: Korrekt, Poldi ist kein Kölner. Er ist hier weder geboren noch wohnt er aktuell (dauerhaft) in Köln.

  5. alf krispin

    Eine geschützte Grünzone ist nun mal eben eine geschützte Zone und da ist es nicht wichtig ob sich das ein Fussballverein oder ein Verein für Eisstockschießen unter den Nagel reißen will. Es gibt gesetzliche Grundlagen für dieses Grünland, die man nicht so einfach vom Tisch fegen kann nur weil es einem privaten Verein halt gerade besser ins Zeug passt. Wie man sieht ist in der Bevölkerung nicht jeder der Meinung diesen Grüngürtel dem Fussball zu opfern, auch wenn das leider der einseitige Betrachter nicht erkennen will. Wenn man endlich die Scheuklappen abnehmen würde, könnte man erkennen, dass ein Neubau mit modernsten Konzept in unmittelbarer Nähe die eindeutig bessere Lösung ergäbe.

    • Christoph Kuckelkorn

      Und ein Querulant, bleibt ein Querulant. Das kann man auch nicht vom Tisch wischen. Der Grüngürtel existiert nur aus einem Grund: zur Naherholung in der Natur und der Sport war hier von vorne herein mit eingeplant. FÜR DIE BEVÖLKERUNG. Alf Krispin glaubst du etwa das sei natürlich entstanden? Konrad Adenauer hat diesen Grüngürtel für die oben genannten Zwecke reserviert. Und wer, wenn nicht der FC passt da nicht besser ins Anforderungsprofil mit Sport und Erholung?! Man ändert nichts am Nutzungszweck des Grüngürtels.
      Aber wenn wir dann umziehen auf ein Acker, dann kommen wieder irgendwelche Menschen hervor und behaupten, dass dort der Feldhamster lebt, oder irgendein Vogel brütet. Also Querulanten gibt es heutzutage leider überall, aber Sie stellen bei weitem nicht die Mehrheit da. Aber in ihrem übertriebenen Narzissmus bilden Sie sich ein, Sie wären es.

  6. Nick

    Das ist halt das was einen Schwaben und einen Düsseldorfer zu der Erkenntnis kommen lässt – „Spürbar anders“. Der erste Effzeh Köln ist halt nicht irgendein x-beliebiger Bundesliga-Verein, wo egal ist wo dieser spielt oder trainiert, wo am Ende nur der Tabellenplatz über zufrieden oder unzufrieden entscheidet.

    Wenn man das erste mal die Franz-Kremer-Allee hochschreitet und meint da kommt eigentlich nicht mehr viel, dann das Geißbockheim auftaucht und die Trainingsplätze, dann bekommst Du als kleiner Fratz ein Autogramm von Deinen Stars auf das alte FC-Handtuch, was Du Deinem Vater aus der Schublade stibizt hast – Bodo Illgner, Pierre Littbarski…Ich bin damals dem jungen Pablo Thiam bis zum Auto hinterher gelaufen, der wusste gar nicht wie ihm geschah, als ich ein Autogramm von ihm wollte – keiner hatte ihn neben Bodo und Co. beachtet. Ich hab ihn erst am Auto eingeholt und er hat sich dann ebenso über das Autogramm gefreut wie ich damals (bilde ich mir jedenfalls ein)…dass sind Erinnerungen aus der Kindheit die vergisst man nicht. Das ist was anderes als irgendwo in ein Gewerbegebiet zu fahren, auf nem riesigen Parkplatz zu parken, auszusteigen und dann von einer Aussichtsplattform und aus 100 Meter Entfernung irgendwo mal einen Profi vorbei huschen zu sehen…

    Da bist Du als Kölner Bürger mal am Decksteiner Weiher und da läuft plötzlich die ganze Mannschaft an Dir vorbei. Das ist eine Nähe zu Stadt und Bürgern die es so in der Bundesliga wohl kaum nochmal gibt und dann auch kaum in dieser Atmosphäre mit Decksteiner Weiher, Kastanienallee und Co., dass macht mit Sicherheit auch Eindruck auf den ein oder anderen Nachwuchskicker, der sich dann aber die alten Kabinen und Trainingsmöglichkeiten ansehen muss und dann lieber auf die andere Rheinseite wechselt…

    Dies alles zu zerstören und den FC aus dem Grüngürtel zu ekeln – eigentlich unvorstellbar. Aber wenn die Kölner Politik es tatsächlich darauf ankommen lässt, dann würde ich auch nicht nach Weiden oder Marsdorf gehen, sondern nach Frechen, Pulheim oder sonst ins Umland.

    Es wäre so ein Bruch im Kölner Lebensgefühl, den ich mir kaum vorstellen will und kann, dass wäre so als wenn man den Rosenmontagszug jetzt auf der A1 stattfinden lässt, weil sonst die Blumenbeete in der Stadt zertrampelt werden…

    Ich glaube aber, das es eine Ratsmehrheit pro FC geben wird und hoffe das die Klage der „Naturschützer“ dann schnell abgeschmettert wird.

    • hapeen

      Lieber Nick,

      Dein Wort in Gottes Gehörgang, denn abgeschmettert wird in D solch eine Klage nie. Und wenn man die unglaubliche Intensität hinter den Gegner betrachtet, gehe die durch alle Instanzen.
      Das kann locker viele Jahre dauern.
      Der FC aber wird daran fürchterlich leiden, denn seine Fähigkeit sich weiter zu entwickeln wird dabei auf dem jetzigen status quo bleiben.
      Ich mag Tradition, aber nur dann wenn sie gut ist um der weiteren Entwicklung nicht im Wege zu stehen, wenn sie dazu dient Werte zu behalten ohne die Moderne zu vergessen.
      Aber im Grüngürtel können wir nur Werte behalten. Denn selbst wenn das alles genehmigt werden würde, es bliebe Stückwerk.
      Ohne jede Möglichkeit der Weiterentwicklung, neuer Plätze, eines Hotels, eines wirklichen Campus.
      Was denkst Du denn, was geschehen würde bei einem Kauf des Stadions und einem Ausbau?
      Meinst Du wirklich die Gegner würden Beifall klatschen?
      Wovon träumst Du nachts, das wäre ein Riesentheater, dann.
      Nein, weg, eine große Lösung suchen, ein neues Geissbockheim bauen. Fertig.

      • Nick

        Ganz ehrlich. Der letzte UMBAU des Stadions hat 120mio gekostet, da war das Gelände aber schon erschlossen und bezahlt. Wenn man jetzt Stadion & Geissbockheim irgendwo gleichwertig ersetzen möchte ist die erste Zahl wohl keine 2 mehr oder man baut so ne Blechbude wie in Gladbach…In meinen Augen ist das z.Z. einfach mehrere Nummern, nein Welten zu groß für uns. Kommt nochmal ein Abstieg, dann war es das mit dem FC. Dann kann man auf einen Kölner Hopp oder Coca Cola warten, bis wieder Bundesliga in Köln gespielt wird…

        7 Trainingsplätze im Grüngürtel + Gebäude fürs Leistungszentrum sollten reichen. Den Sinn eines Hotels am Stadion habe ich noch nie verstanden…

  7. Pitter

    Ich finde auch, dass der FC alles dran setzen sollte, die Pläne im Grüngürtel verwirklichen zu können. Würde der FC das Geißbockheim verlassen, wäre das schon ein sehr schmerzhafter Verlust von Teilen seiner Identität. Das setzt aber natürlich voraus, dass sich Reker an ihre Vereinbarungen hält und dass die Grünen einen entsprechenden demokratischen Beschluss akzeptieren. Leider kann ich mir letzteres nur sehr schwer vorstellen.

    Sollte der FC tatsächlich gezwungen werden, das Geißbockheim aufzugeben, würde es für die Anhänger keinen ernstzunehmenden Unterschied machen, ob man jetzt nach Marsdorf oder 100 m weiter nach Frechen zieht (wobei Hürth oder Pulheim natürlich auch keinen wirklichen Unterschied machen würden). Wenn der FC aber tatsächlich neu planen müsste, wäre es aus unternehmerischer Sicht absolut ratsam, sich langfristige Planungssicherheit zu verschaffen. Sollten die Kölner Grünen mit ihren politischen Machtspielchen erfolgreich sein, wäre eine solche innerhalb der Kölner Stadtgrenzen meiner Meinung nach jedoch nicht mehr gegeben. Wenn die Grünen merken, dass sie dem FC nach Belieben vorschreiben können, was er zu tun und zu lassen hat, werden sie das doch in Zukunft weiterhin tun. Wenn der FC dann irgendwann vielleicht mal ein neues Stadion bauen will, muss er damit rechnen, dass die Grünen das ebenfalls wieder verhindern werden, weil z.B. irgendwelche Mücken durch den Baulärm bei ihrer Paarung gestört werden könnten.

    Wenn der FC tatsächlich gezwungen wird, das Geißbockheim aufzugeben, sollte er sich lieber einen Platz suchen, wo er von den lokalen Politikern akzeptiert und unterstützt wird und wo er Rückendeckung erhält, sich so zu entwickeln, wie er es für notwendig hält.

  8. BÄRBELCHEN

    Unbedingt alles dran setzen, den Standort am Decksteiner Weiher zu erhalten – ohne Kompromisse in der ursprünglich geplanten Größenordnung. Höchstens die Ausgleichflächen vergrößern. Nennen wir es den Masterplan.

    Allen dürfte klar sein, dass die Erweiterung nur den Minimal-Bedarf deckt. Die Masterplan-Strategie bedeutet paradoxerweise, sich gleichzeitig mit alternativen Standorten inner- und ausserorts ernsthaft auseinanderzusetzen und die Planfeststellungsverfahren in die Wege zu leiten. Und zwar sofort. Das kann sonst Jahre dauern, wie man sieht. Genauso Klagen gegen die laufenden und alle zukünftigen Pläne. Erst, wenn der FC mindestens einen Alternativ-Standort startklar hat, kann er seinen Verhandlungsspielraum für den ursprünglichen Plan zurückgewinnen. Klar ist, dass eine Erweiterung jetzt den Club an den Standort festnagelt. Es war fahrlässig, mindestens naiv von Spinner & Wehrle, dass nicht von vornherein so angegangen zu sein. Ist zwar kurzfristig teurer, aber mittelfristig schon nicht mehr. Im Augenblick wird er von Partikularinteressen am Nasenring geführt.

    Gerne kann man einwenden: nachher ist man immer schlauer. Aber es gibt fast überall Stress mit Ausbauplänen. Die Bayern sind für ihr Gummiboot auf den Standort Fröttmaning ausgewichen, nachdem es ihnen in der Stadt und mit der Betreibergesellschaft Olympiastadion zu kompliziert geworden ist. Am neuen Standort weit draussen konnten sie auf der Grünen Wiese maximal planen. Dass es das Gelände einer renaturierten Müllkippe ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

  9. BÄRBELCHEN

    Die Bayern habe ich als Beispiel genommen, weil es zwischen deren Führungskräften und unseren seit 2012 einen regelmäßigen Austausch gibt. Man könnte aber weitere Fälle nennen, wo erst mit dem Umzug gedroht werden musste, damit überhaupt tragfähige Kompromisse geschlossen werden konnten. Oder eben nicht nur gedroht. Auch die Hertha wird sich noch wundern, wieviel von ihren Umbauwünschen dem Denkmalschutz geopfert werden.

  10. Tobias

    Ich persönlich möchte den Effzeh im Grüngürtel nicht missen.

    Wie oben beschrieben verbinden mehrere Generationen – und sicher auch folgende – mit Besuchen am GBH ganz besondere Erlebnisse, die ich mir in einem künstlich angelegten „Park“ irgendwo an nem Autobahnkreuz nicht vorstellen könnte. Wie häufig verbinden auch Jogger/Spaziergänger/Radtouren einen Abstecher dahin.

    Der Vorschlag vom Wehrle wird in der jetzigen Form kaum umgesetzt werden, da es keine Ratsmehrheit hierfür gibt. Aber ich fand den „Alternativ – Vorschlag“ nicht komplett abwegig und wenn man auf dieser Basis noch Anpassungen vornimmt, hat man 3/4tel Ratsmehrheit hinter sich, die das Projekt deckt.

    Der Alternativvorschlag sieht aktuell vor, dass eine sowieso schon kaum genutzte Wiesenfläche – aufgrund mangelnder Pflege und erhöhter Verletzungsgefahr – der Natur wieder übergeben wird, ein Kunstrasenplatz weniger gebaut wird und die neuen nur ca 200m weiter weg, als geplant auf bereits existierenden Plätzen des SC Blau/Weiß Köln entstehen sollen.

    -> Hier kann man sicher in Kooperation mit diesem Verein sämtliche Plätze modernisieren und man hätte die gewünschte Anzahl an Plätzen – hat einem Amateurverein unter die Arme gegriffen (soviel zum Thema Gemeinnützig) und für „Hobbysportler“ neue attraktive Möglichkeiten im Grüngürtel geschaffen.

    Eben dafür wurde der Grüngürtel damals angelegt und soll auch genutzt werden. Daher kann ich das Argument der Gegner nicht gelten lassen, der FC als Wirtschaftsunternehmen will „Grüne Fläche“ vernichten … Die Ausbaupläne nicht nämlich nicht für die Profiabteilung sondern für die Jugend, welche noch immer unter dem e.V. laufen!

    Mit der dort geschaffenen Anzahl der Trainingsgelände und Modernisierung der Gebäude hat der Verein in meinen Augen auch nachhaltig Perspektive, denn Profivereine wachsen ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr (oder was glaubt ihr, warum die Bundesligisten max. nur eine U21 als 2. Seniorenbetreiben, während jeder Dorfverein 3-4 Seniorenteams zum Spielbetrieb meldet?) – Selbst der große FC Bayern München oder Real Madrid betreiben nicht mehr Sportplätze, als es die Planungen des Effzeh vorsehen.

    Das einzige, was dann noch interessenshalber auf uns zu kommen könnte, wären bauliche Änderungen an den funktionalen Gebäuden, und inwiefern wir hier mit der Stadt verhandeln müssen oder vorhandene Fläche eigenständig modernisiseren können!

    Welche Idee hinter einem Hotel stecken, kann ich bis heute nicht wirklich nachvollziehen. Auch der Stadionausbau bleibt ein ganz anderes – auch finanzielles – Kapitel!

  11. hapeen

    Allen Befürwortern des Verbleibs:
    http://www.express.de/koeln/gruenguertel-zoff-naturschuetzer-schlagen-fc-acker-in-marsdorf-vor—und-wollen-klagen–25192588

    Das würde eine jahrelanges Hickhack werden, mit äußerst unsicherem Ausgang pro FC.
    Was eigentlich, wenn wir da wirklich verlieren in den Prozessen?
    Warum sollten wir ein solches, vollkommen unkalkulierbares Risiko eingehen?

    Nochmals, raus da, und was vernünftiges mit vernünftigen Politikern auf die Beine stellen-ob in Pulheim, Hürth, Frechen, ist überall ist es besser als mit der Kölner Mischpoke, einer Bürgermeisterin die umfällt und ihre Zusagen nicht einhält.
    Was ein Trauerspiel hier abgeht, man kann nur noch heulen.


Schreibe einen neuen Kommentar