Fans Leipzig

„Not Available. Weak or No Signal.“ Effzeh trollt Leipzig

Der 1. FC Köln sorgt vor dem Spiel bei RB Leipzig für einen Lacher in den sozialen Netzwerken und hofft gleichzeitig, dass seine Fans mögliche Proteste im Rahmen belassen. Zeigt der Effzeh mit Humor, wie es gehen kann? Oder könnte der Witz etwaige Aktionen in Leipzig nur noch anstacheln?

Köln – Etwa 3000 Fans des 1. FC Köln werden am Samstag in Leipzig dabei sein. Große Teile der aktiven Fanszene werden die Reise allerdings nicht mitmachen. Schon vor Wochen hatten die FC-Anhänger angekündigt, dem Spiel aus Protest dem Unternehmen Red Bull und dessen Geschäftspraktiken gegenüber fern bleiben zu wollen.

Flashback Friday? „Not Available. Weak or No Signal.“

Am Tag vor dem Spiel veröffentlichte nun der 1. FC Köln über Twitter und Facebook sein wöchentliches „Flashback Friday“ Posting. Ein Blick auf historische Spiele gegen den jeweiligen nächsten Gegner der Geissböcke. Über Twitter lautete der Post: „Historische Spiele –> @ RB Leipzig –> Dieser Ordner ist leer.“ Auf Facebook lief ein flimmernder Fernseher und darüber die Warnmeldung: „Not Available. Weak or No Signal.“

https://twitter.com/fckoeln/status/835098106257637378

Wieder einmal begegnet der Effzeh einem Thema mit viel Humor und hat dabei wohl viele Fans mit einem Lachen zurückgelassen. Die Idee dürfte auch dem Versuch gleichkommen, dem mit viel Aggressivität aufgeladenem Thema des Emporkömmlings aus Leipzig mit Witz anstatt mit harten Worten zu begegnen. Letzteres wurde vor dem Spiel der Leipziger in Dortmund dem BVB-Vorstand vorgeworfen, der in Aussagen in den Wochen vor dem Spiel immer wieder Öl ins Feuer gegossen hatte.

Es geht um Eigenverantwortung

Auch Peter Stöger appellierte am Freitag an die Vernunft der Fans, ihre Meinung kund zu tun, aber bitte friedlich und fair. „Ich gehöre auch zu der Gruppe, die nicht gutheißt, was in Dortmund passiert ist“, sagte der FC-Coach. „Ich bin der Meinung, dass wir glücklich sein sollten in einem Land zu leben, in dem es freie Meinungsäußerung gibt. Aber die Art und Weise ist zu hinterfragen.“ Deswegen wolle er zwar keinen Appell an die Anhänger richten, „sondern es geht um Eigenverantwortung“.

Einige wenige Reaktionen auf das FC-Posting fielen allerdings weniger freundlich aus und deuteten darauf hin, dass es trotz des Fernbleibens der aktiven Fanszene zu Protestaktionen in Leipzig kommen wird. Ob diese moderater ausfallen werden nach dem Appell des Effzeh an Humor und Eigenverantwortung? Oder werden sich einige Anhänger nur noch mehr angestachelt fühlen sich provokant zu äußern? Ein Leipziger Fan jedenfalls zeigte schon mal, dass auch die Gegenseite über Humor verfügt: „Dann legt schon mal den Unterordner NIEDERLAGEN an“, hieß es auf Twitter. Schließlich soll es am Samstag ab 15.30 Uhr um den Sport gehen.


Das könnte Euch auch interessieren:




  1. Michael

    Es freut mich, dass beim Social Media Team des FC Menschen mit Humor arbeiten und dies auch öfters zeigen. Das ist alles andere als üblich – leider.

  2. Pitter

    Wieder ein Artikel, der sich mit Kritik gegenüber dem österreichischen Werbegag beschäftigt :)
     
    Bin gespannt, wie lange es diesmal dauert, bis die ersten Brausemissionare hier auftauchen und jedem, der es lesen will – und auch jedem, der es nicht lesen will – erklären, dass es doch überhaupt keine Unterschiede zwischen der deutschen Filiale und der Salzburger Fil…. Mist, nein. Dass es keine Unterschiede zwischen der deutschen Filiale und den anderen Bundesliga-Teilnehmern gibt! So rum.
    Ob nun ein Verein Werbung für wechselnde Sponsoren macht oder ob ein Sponsor gleich seine eigene Mannschaft stellt ohne dabei diese lästige Mitbestimmung von irgendwelchen Einheimischen zu haben,  ist ja bekanntermaßen dasselbe. Der Brausekonzern ist ansonsten ein Sponsor wie jeder andere auch. Er ist so „normal“, dass er nur von drei Fußballvereinen einen Korb bekommen hat, die Namen, Wappen, Farben und Selbstbestimmungsrecht eben nicht an ihn verkaufen wollten. Nichts besonderes also.
     
    Wer es wagt, etwas anderes zu behaupten, muss von dem Brausejüngern bekehrt werden. Schließlich ist der unsympathische Milliardär aus der Alpenrepublik nicht weniger als der ihnen verheißene Heilsbringer des deutschen Fußballs! Alle Menschen, die in „im Osten“ leben, profitieren von seiner Großherzigkeit! Wobei damit freilich nicht der geographische Osten gemeint ist. Ansonsten wären diese Menschen ja bereits durch die Hertha vertreten. Nein, man beruft sich dabei lieber auf irgendwelche längst vergangenen politischen Grenzen, die vor fast drei Jahrzehnten mal Bestand hatten. Aber macht ja durchaus auch Sinn: Wenn z.B. Hertha erfolgreich in der Liga ist, profitiert hiervon ja schließlich auch das gesamte ehemalige Preußen. Insbesondere die Menschen in Köln und Danzig. Und wenn jetzt in Dresden oder Rostock jemand einwenden sollte, dass er aber doch gar keinen Vorteil von der Salzburger Expansion hätte und dieses Projekt eigentlich gar nicht mag, dann ist das nur der blanke Neid! Auf was auch immer.
     
    Wenn jedenfalls irgendwo in den Weiten des Internets irgendjemand das unfassbare Sakrileg begeht, das Spielzeug des Brausemilliardärs (oder den deutschen Abklatsch hiervon) in irgendeiner Weise zu kritisieren, schrillen bei den Mitgliedern sämtliche Alarmsirenen. Obwohl, … ne. Eher nicht bei den 17 Mitgliedern, sondern viel mehr bei ein paar Nichtmitgliedern, die sich trotzdem irgendwie mit dem Club verbunden fühlen. Solch frevelhafte Majestätsbeleidigungen dürfen schließlich nicht ungesühnt bleiben und die Missionierungsversuche beginnen.
    Freuen wir uns also wieder auf Kommentare wie „Ich bin ja auch 1. FC Köln Fan, aber…“

    :)

  3. OlliW

    Jo. Und ich finde auch recht wenig, dass es sich um Humor handelt, wenn jemand dazu auffordeRTL, einen „Niederlage “ Ordner anzulegen. Das ist Arroganz und sonst nix.

  4. Klio

    Das Dumme ist: Je heftiger die Aktionen gegen den Brauseklub werden, desto eher haben sie einen gegenteiligen Effekt. Geschmacklose Aktionen oder gar gewaltsame Übergriffe können die Leipziger doch perfekt nutzen, um sich als friedlicher, familienfreundlicher Verein darzustellen, als das arme Opfer von asozialen und gewalttätigen Fans anderer Vereine. Vom Bullenkopfwurf bis zum Angriff auf Leipzig-Fans in Dortmund – besser könnte keine von Mateschitz‘ Leuten erdachte Marketing-Kampagne laufen. Zudem kann Hasenhüttl all das auch noch gut nutzen, um seine Mannschaft zu motivieren und zusammenzuschweißen.

    Deshalb: Wer es ernst meint damit, dass er den Traditionsvereins-Fußball unterstützt und solche Konstrukte wie „Rasenballsport“ ablehnt, sollte bitte alles unterlassen, was den Leipzigern nur Munition liefert. Klar ist es schade, wenn der FC am Samstag nicht die gewohnte Unterstützung haben sollte, aber ich fände wirklich übel, wenn wegen dummer Aktionen der FC hinterher am Pranger stehen würde, FC-Verantwortliche sich entschuldigen müssten und der FC durch Strafen noch wirtschaftlich geschadet würde.

    Die einfach ignorieren, wäre nicht die schlechteste Lösung. Klare Kante zeigen, ist auch okay – aber bitte ohne Spruchbänder, die Gewalt rechtfertigen, ohne Beleidigungen unter der Gürtellinie und vor allem ohne Gewalt. Das braucht kein Mensch und es schadet zudem noch dem FC.

  5. Michael

    Hier wird kein RB Troll auftauchen . Es ist Wochenende und auch für die riesige Marketingabteilung von RB gelten arbeitsrechtliche Bestimmungen. Von uns würde schließich auch keiner unbezahlt in seiner Freizeit seinem Job nachgehen.


Schreibe einen neuen Kommentar