Olkowski Modeste Osako

Schneckenrennen um Europa ein Glücksfall für den Effzeh?

Acht Punkte aus sieben Spielen – die Rückrunde der Bundesliga-Saison 2016/17 läuft für den 1. FC Köln noch nicht so wie erhofft. Trotzdem verlieren die Geissböcke seit Wochen kaum an Boden. Sie stehen noch immer auf Rang sieben und profitieren vom Schneckenrennen um Europa.

Köln – Mit einem Sieg beim Hamburger SV hätte Borussia Mönchengladbach am Sonntag den 1. FC Köln überholen können. Doch die Fohlen verloren bei den Hanseaten mit 1:2 und stellten damit unter Beweis: In dieser Saison wird das Rennen um Europa in Zeitlupe ausgetragen.

Die meisten Konkurrenten weiter in Schlagdistanz

Und das, obwohl die Fohlen die Gewinner der Rückrunde sind. Das zweitbeste Team seit dem 18. Spieltag hat inzwischen sieben Punkte auf den Effzeh aufgeholt. Trotzdem liegt die Elf vom Niederrhein noch immer hinter Köln. Genauso wie Bayer Leverkusen, das sogar einen Punkt weniger geholt hat als der Effzeh. Und auch Schalke 04, selbsternannter Rückrunden-Jäger hat bislang nur einen Zähler auf die Geissböcke wettgemacht.

Dass andere Kandidaten wie Hertha BSC (plus zwei Punkte) sowie Freiburg und 1899 Hoffenheim (je plus drei Punkte) Boden gut oder den Vorsprung ausgebaut haben, liegt bei der Schwäche der Kölner in den letzten Wochen auf der Hand. Dass die Punktedifferenz aber noch immer im Rahmen geblieben ist, zeigt erneut: So wirklich wollen die Top-Teams den Kampf um Europa nicht eröffnen. Oder sie können es einfach nicht.

Chance auf Europa kann auch lähmen

Ganz zu schweigen von Eintracht Frankfurt: Die Hessen spielten eine überragende Hinrunde, konnten seit dem 18. Spieltag aber nur noch sechs Punkte verbuchen. Damit liegen die Adler auf dem vorletzten Platz der Rückrundentabelle – punktgleich mit Schlusslicht Darmstadt 98. Da soll noch einer sagen, die Chance auf Europa könne beflügeln. Sie kann auch lähmen.

Weiterlesen: Torschütze beim letzten Sieg gegen Hertha – Christian Clemens



  1. Nick

    Auf Platz Sieben, darf man nicht aufgeben, weder die Trainer, die Mannschaft, noch die Fans. Das wäre das falsche Signal an die Spieler, die noch da und fot sind – wie sollen die in die nächsten Spiele gehen? Mit schlotternden Knien und dem Gedanken „…nur noch 8 Punkte auf den Relegationsplatz“ oder „Wenn wir Hertha schlagen sind wir wieder auf dem richtigen Weg“…

    Denn das wäre so, klappts mit nem Dreier gegen die Hertha, die Auswärts erst 9 Pünktchen gesammelt hat, dann muss man keinen Traum begraben. Freiburg, Gladbach, Schalke und Leverkusen, werden auch noch alles versuchen – sollen wir auf Platz sieben stehend sagen – „Wenn wir die 40 Punkte voll haben, geben wir auf und schonen uns für die neue Saison…“ – ???

    Schmadtke sprich die ganze Zeit davon, dass es zum Ende der Saison darum geht noch in Schlagdistanz zu sein, dann wird es interessant. Auf Platz sieben, sollte man die Flinte nicht freiwillig ins Korn werfen – die Chance besteht nach wie vor – ABER es ist kein muss. Europa käme für den Kader eh zu früh, wenn man den Kader aber mit 50 Modeste-Millionen um planen kann, dann könnte man auch Europaleaque nächstes Jahr spielen und auch evt. mit anderem Personal, wieder ein Stück weit besseren Kombinations-Fussball…

    Die Chance, die sich dieses Jahr immer noch bietet, sollte man nicht leichtfertig aufgeben. Sie kommt evt. so schnell nicht wieder.

  2. Klio

    Die Frage ist doch, ob und wann solche Saison-Zielvorgaben der Mannschaft konkret helfen. Ich bezweifele, ob es im Moment (noch 10 Spiele, 30 Punkte zu vergeben) etwas bringt, immer wieder zu tun, als wäre jetzt das Endspiel um Europa. Das kann auch lähmen.

    Wenn Schmadtke meint, dass man am Ende der Saison schauen will, ob man in Schlagdistanz ist, kann das taktisch sehr klug sein. Das heißt mitnichten, dass man Spiele abschenkt. Man ist vielleicht nur der Meinung, dass die permanente Erwähnung des Ziels „Europa“ der Mannschaft momentan nicht hilft. Dieser Motivationsreiz kann in der Endphase der Saison vielleicht wirklich etwas bringen – aber nur dann, wenn er sich bis dahin noch nicht aufgebraucht hat.

    Letztlich geht es doch immer um die Konzentration auf das nächste Spiel und den Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Ob man der Mannschaft jetzt vor dem Spiel gegen Hertha mehr hilft, wenn man darauf hinweist, dass man jetzt den Anschluss „an Europa“ halten muss, oder ob es z.B. besser ist zu betonen, wie sehr das Kölner Publikum einen Heimsieg verdient hat … das entscheiden am besten die, die am nächsten an der Mannschaft dran sind.

    Bestmöglichen Erfolg wollen mit Sicherheit alle Verantwortlichen beim FC. Was man dann nach innen als Ziel kommuniziert, ist eine Frage der Sportpsychologie. Was man nach außen kommuniziert, ist eine Frage, wie man man einem traditionell leicht zu euphorisierenden Fanumfeld umgeht.


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