Stöger Leipzig

Viererkette oder Dreierkette? Die Bilanz der Effzeh-Systeme

Der 1. FC Köln lässt sich in dieser Saison nicht eindeutig in eine Schublade stecken. In Sachen Systemfrage orientiert sich das Trainerteam um Peter Stöger zwar an der Grundausrichtung 4-4-2. Der Saisonverlauf hat aber schon zu diversen Variationen geführt. Eine Zwischenbilanz.

Köln – Ein echter Blick auf die Zahlen fällt schwer. Ja, der Effzeh begann in 14 von 22 Bundesliga-Spielen in dieser Saison im 4-4-2. Aus diesen 14 Spielen holte Köln 22 Punkte (Schnitt: 1,6), gewann sechs Partien und verlor vier. Dem gegenüber stehen acht Partien mit einer Fünfer- respektive Dreierkette. Doch schon hier fängt das Problem an.

Ungenaue Bilanz durch häufige System-Wechsel im Spiel

Wann spielte der Effzeh mit einer Fünferkette und wann mit nur drei Verteidigern, während die Außenverteidiger ins Mittelfeld vorschoben und aus dem 5-3-2 ein 3-5-2 machten? Passierte dies nicht allzu häufig als fließender Übergang während eines Spiels und je nach Ballbesitzphasen? Wie soll eine Bewertung der Systeme ausfallen, wenn Köln in Leipzig im 5-3-2 begann und zur Halbzeit in ein 4-4-2 umstellte? Oder in Frankfurt, als Jonas Hector noch während der ersten Hälfte ins Mittelfeld vorrückte? Oder im Heimspiel gegen den HSV, als Köln mit Dreierkette begann, dann aber auf die HSV-Formation reagierte und umstellte?

Die Zahlen, die vorliegen, lassen sich also nur mittels der Anfangsformation erklären. Denn die ist verzeichnet, während taktische Umstellungen – teils mehrfach – im Laufe einer Partie kaum mehr statistisch erfasst werden können. Und so lässt sich lediglich festhalten, dass die Geissböcke mit Dreier- oder Fünferkette in acht Partien zwar nur zwei Siege holten und mit einem Schnitt von 1,4 Zählern unter jenem der 4-4-2-Formation liegen. Allerdings verloren die Kölner mit dieser Ausrichtung auch lediglich erst ein Spiel – das 1:3 in Leipzig. Zuvor blieben die Kölner durch eine im Defensivzentrum gestärkte Aufstellung ungeschlagen. Die anderen vier Niederlagen in der bisherigen Saison gab es im 4-4-2.

Weiterlesen: Nur eine echte Konstante im Effzeh-Aufgebot



  1. chris m

    nicht so gut recherchiert der artikel –

    gegen freiburg haben wir auch im 532 verloren (und damit 2 spiele in der jüngsten vergangenheit).

    viel wichtiger finde ich persönlich nicht in welchem system gepunktet wurde, sondern wie die leistungen aussahen.

    beispiel : gegen schalke spielten wir im 532, verloren nicht, die leistung war aber eher durchwachsen. gegen hoffenheim in der hinrunde spielten wir im 442, verloren haushoch, die leistung war aber viel besser als das ergebnis vermuten mag.

    daher sind reine zahlen bzw statistiken immer mit vorsicht zu geniessen – wer aber (zumindest einige) fc spiele live verfolgt hat wird mir hoffentlich zustimmen, dass im 442 nicht nur mehr punkte geholt wurden sondern vor allem auch deutlich bessere leistungen zu bewundern waren.

    das 532 mag ein interessates system sein, aber nicht wenn dafür fast alle schlüsselspieler im kader fehlen. warum stöger auf dieses system beharrt wie ein terrier der seinen knochen nicht loslassen will ist mir ein rätsel. aber irgendeine schwäche muss wohl selbst unser coach haben, ist schliesslich auch nur ein mensch.

    • chris m

      nachtrag :

      das 0:2 in hamburg ist das einzig richtig schlechte spiel im 442 an das ich mich in der jüngsten vergangenheit erinnern kann. bei einem 442 mit den „aussenspielern“ zoller und rudnevs und ohne den dm general höger dürfte das allerdings keinen wirklich überraschen. bei so einer leistung muss man dann aber entweder den trainer kritisieren (warum bringt er diese spieler auf den aussen, wenn clemens und bittencourt gesund waren? vorsichtsmassnahme nach vollmundiger ankündigung, dass man für englische wochen doch leben würde als fussballer mutet etwas seltsam an) oder aber den spodi, der nichtmal ansatzweise brauchbare backups rangeschafft hat (rechts : risse, links : bittencourt – das ist der status vor der saison!)


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