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Darum spielte Vogt beim Effzeh nicht in der Abwehr

Der 1. FC Köln trifft am Freitagabend nicht nur auf die TSG 1899 Hoffenheim, sondern auch auf einen ehemaligen FC-Spieler. Kevin Vogt hat im Kraichgau eine neue Rolle gefunden, die für den 25-Jährigen beim Effzeh nie in Frage kam.

Köln – Als der 1. FC Köln im vergangenen Sommer einen Spieler auf dem Transfermarkt suchte, der im defensiven Mittelfeld genauso wie im Zentrum einer Dreierkette in der Abwehr spielen konnte, war Kevin Vogt gedanklich schon nicht mehr in Köln. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb im Juni in Hoffenheim und kehrte den Geissböcken den Rücken.

Nagelsmann macht aus dem Sechser einen Vierer

Der Effzeh machte sich derweil auf die Suche und bekam unter anderem bei Salif Sané eine Abfuhr für einen Transfer nach Köln. Der Senegalese von Hannover 96 wäre genau der Spieler gewesen, den Sportchef Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger gesucht hatten: ein körperlich starker, vor allem aber um Übersicht bemühter Zentrumspieler, der das Spiel aufbauen und gleichzeitig defensiv konsequent agieren kann.

Als der Effzeh am Ende keinen solchen Spieler verpflichten konnte und die Saison begann, richteten sich die Augen vieler Bundesliga-Experten plötzlich nach Hoffenheim. Denn dort spielte Kevin Vogt für viele überraschend genau auf dieser Position, in einer Dreierkette zwischen zwei Innenverteidigern. Trainer Julian Nagelsmann hatte aus dem Kölner Sechser einen Hoffenheimer Vierer gemacht. Vogt wurde in kürzester Zeit zum Leistungsträger.

Er hat gesagt, dass er nicht in der Innenverteidigung spielen will

 

Kölns Trainer Peter Stöger hat die Entwicklung seines ehemaligen Schützlings mit Interesse verfolgt. „Er hat sich dort festgesetzt, obwohl er auf dieser Position in Hoffenheim wohl nicht von vorne herein eingeplant war“, sagte Stöger vor dem Wiedersehen mit Vogt. „Dass er das gut macht, ist keine Frage. Er strahlt Ruhe aus, organisiert gut, spielt es intelligent und hat zwei richtig gute Verteidiger neben sich.“

Warum aber spielte Vogt in Köln nie auf dieser Position? Stöger verriet, dass er mit Vogt eine klare Absprache hatte. „Als er damals aus Augsburg zu uns kam, hat er gesagt, dass er nicht in der Innenverteidigung spielen will“, sagte Stöger. „Deswegen war für uns klar und wir haben mit ihm besprochen, dass er nicht dort spielen wird.“ Inzwischen hat Vogt seine Meinung geändert – und gehört in Hoffenheim nun zu den uneingeschränkten Stammspielern.



  1. Nick

    Leider DIE Fehleinschätzung der Saison. Wenn man gern mit moderner 3er-Kette spielen möchte und in zwei Jahren nicht das Talent eines Spielers im eigenen Kader erkennt, aller „Absprachen“ zum Trotz, dann ist das schon schlecht…

    Wenn man einen Spieler des eigenen Teams, bei seiner Auswechselung auspfeift, dann darf man als Fan auch nicht zu große Vorwürfe an Schmadtke und Stöger richten.

    Hut ab vor diesem 28 Jahre altem Nagelsmann, der das in der Kürze einer Vorbereitung erkennt und den Spieler dazu bringt, das mal zum eigenen Vorteil, trotz aller „Absprachen“ mal auszuprobieren…

    Wenn Vogt noch bei Löw aufläuft, dann stehen zwei Besen am Geißbockheim auf der Speisekarte…aber auch etliche auf den Tribünen…

    Tolle Entwicklung. Muss man einfach anerkennen.

  2. Ziesi

    Sorry, aus meiner Sicht ist das „Quatsch“ (nicht böse auffassen). Wenn es eine Absprache gibt, dann hat die Absprache auch zu gelten – Talent sehen hin oder her. Das hat dann viel mit dem Thema Glaubwürdigkeit und gegenseitigem Vertrauen zu tun. Und ob Nagelsmann das erkannt hat, ob es aus der Not geboren war oder ob er es einfach mal riskiert und damit Glück gehabt hat, das weiß von uns hier niemand. Deshalb meiner Meinung nach sagen: Vogt hat bei uns 2 Jahre daran mitgearbeitet, dass wir ein Bundesligist sind, hat dann keine Perspektive mehr gehabt weil sein Kredit aufgebraucht war und am Ende hat er dann eine für sich richtige Entscheidung getroffen, die auch für den FC in Ordnung war. Und solche Beispiele gibt es zu Hauf. Sandro Wagner ist wohl das derzeitige Paradebeispiel. Der hat ja nirgends mehr ne Rolle gespielt und trumpft nun groß auf. Das zeigt, das halt auch Fußballer nur Menschen sind, die nur dort ihre beste Leistung abrufen können, wenn sie in einem für sich ordentlichen (Betriebs-)Klima arbeiten – und so geht es uns Arbeitnehmern doch allen.

    • Nick

      Jeder darf hier seine Meinung äußern, das ist ja das schöne an einer Diskussion, daher bin nicht böse, wenn Du meine Meinung als „Quatsch“ siehst, das ist voll ok für mich.

      Meiner Meinung nach sollte ein Spieler dort eingesetzt werden, wo er der Mannschaft gerade am meisten hilft. So wurde mit Osako verfahren, der eine ganze Saison im Mittelfeld aushelfen musste und so schon als Fehleinkauf angesehen wurden. Jetzt spielt er schon mehr auf der Position die er gerne spielen möchte und wird immer besser. Zoller ist auch ein „Neuner“ und hilft die ganze Zeit aus wo es brennt – auch sein Ansehen in Fankreisen ist (u.a. auch) dadurch dahin (auch bei mir). Sörensen ist auch eher Innenverteidiger als rechter Verteidiger, aber spielt das ohne zu Murren…usw…

      Und wenn ich vor der Saison unbedingt einen zentralen Mann für die 3er-Kette suche, weil ich das System gerne spielen würde, aber keinen bekomme, dann könnte man auch mal im eigenen Kader eine Alternative suchen und jemanden ansprechen „Wie wärs mit der Position?“ – Also finde ich, dass einer mal vor 2 Jahren gesagt hat „Ich will aber nicht Innenverteidiger spielen…“, würde ich nicht als in Stein gemeißelt ansehen…man hätte schon auf Vogt kommen können…aber wie gesagt auch wir fans haben unseren Teil dazu beigetragen, dass er evt. auch auf gar keiner Position mehr bei uns spielen wollte…

      Aber die Begründung „Er hat gesagt, dass er nicht in der Innenverteidigung spielen will“ zur Frage „Warum spielte Vogt beim Effzeh nicht in der Abwehr“ finde ich eher schwach…


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