Modeste HSV

Mit Gift und Galle: So tat der HSV dem Effzeh mental weh

Der 1. FC Köln lässt sich in der Schlussphase beim Hamburger SV den Schneid abkaufen. Der Bissigkeit einiger HSV-Spieler hatten die Geissböcke nichts entgegen zu setzen. Am Samstag wurde ein bekanntes Problem wieder sichtbar.

Hamburg – Filip Kostic ging dem eigentlich schon verlorenen Ball hinterher, grätschte, trat nach der Kugel, traf das Leder vor der Linie, schoss es dem überraschten Konstantin Rausch an die Füße, und vom Kölner ging der Ball unter dem Jubel der HSV-Anhänger ins Aus. Einwurf HSV.

Provozieren, diskutieren, foulen, emotional aufladen

Andere Szene: Dominique Heintz kochte Lewis Holtby an der Torauslinie eigentlich ab, passte den Ball zu Jonas Hector und schickte den Hamburger mit einem Arm in Richtung Werbebande. Doch Holtby raffte sich auf und sprintete hinterher. Hector, eigentlich schon außer Reichweite, glaubte nicht mehr daran, dass Holtby ihn erreichen könne, sah den Mittelfeldspieler nicht kommen, und noch von hinten grätschte Holtby Hector das Leder vom Fuß. Zwar ins Seitenaus. Doch auch diese Szene zeigte: Der HSV biss zu, wo er nur konnte, der Effzeh dagegen ließ es in der entscheidenden Phase der Partie geschehen.

Beide Situationen passierten in der Schlussviertelstunde, als das Spiel doch noch kippte. Es waren Spieler wie Kostic, Holtby, Bobby Wood, Dennis Diekmeier oder Kyriakos Papadopoulos, die das Spiel für den HSV gewannen. Giftige, unangenehme Spieler, die dorthin gingen, wo es weh tat, die Diskussionen anfingen, die foulten, auch mal schmutzige Tricks benutzten, provozierten, das Spiel wenig ansehnlich, aber hoch emotional aufluden. Spieler, die man sich in der eigenen Mannschaft wünscht, aber verflucht, wenn sie beim Gegner spielen.

Hamburg knackt Köln im Kopf

Sie nahmen so den Großteil der 57.000 Zuschauer mit, verwandelten das Stadion zum Schluss der Partie noch einmal in einen Hexenkessel. Und in diesem Hexenkessel machte Köln zum Ende der Partie die entscheidenden Fehler. Der HSV hatte dem Effzeh mental weh getan, hatte ausgenutzt, dass die Brust der Kölner trotz des Sieges über Berlin, aber nach der erneuten Verletzungsmisere nicht ganz so breit war. Hamburg hatte Köln im Kopf geknackt.

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  1. OlliW

    Es war auch am TV Bildschirm deutlich zu spüren, wie es drohte zu kippen und dann tatsächlich auch kippte. Den einen (auch verdienten) Punkt im Sack glaubend, verteidigte der FC am Ende mit Mann und Maus. Das hätte gutgehen können, und keiner hätte wirklich meckern können. Puh, Auswärtspunkt erkämft! Doch die Hanseaten haben eine komplexe, irre und willensstarke Moral, vor allem zuhause. Sie spielen unter Gisdol mit Kampf, Schnelligkeit und hartem Willen und stemmmen sich mit wachsendem Erfolg gegen den Abstieg. So hat mit dem 2:1 der HSV das hierfür auch nötige Glück mit Wille und Kampf erzwungen – nicht mit großem Können oder gar spielerischer Überlegenheit.

  2. puschel

    …guter kommentar olliw, und genau dieser letzte wille und der biss es reißen zu wollen fehlt mir, zumindest bei den meisten auswärtsspielen, bei unserer truppe ! da wird nicht richtig giftig dagegen gehalten und für mich leider auch vom trainer kein signal irgendwie zu beruhigen, indem er in den letzten minuten eine auswechslung vornimmt, einfach nur um druck abzubauen – das machen 99 trainer von 100, nur der peter nicht !? ich glaub sörensen in den letzten 4-5 min. zu bringen wäre nicht verkehrt gewesen ….


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