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Die Europa-Euphorie ist Chance und Aufgabe zugleich

Die Domstadt dreht am Rad. Noch immer ist Europa in aller Munde auf den Straßen Kölns. In den Clubs wird das Anthony-Modeste-Lied gespielt. In Kneipen werden spontane „Europapokal“-Gesänge angestimmt. Und vor allem wird überall, ob in der Straßenbahn, beim Grillen am See, in den Fan-Foren oder im Urlaub, darüber diskutiert, was jetzt aus dem 1. FC Köln wird. Ein Kommentar.

Köln – Die Europa-Euphorie ist allenthalben spürbar. So sehr der Slogan inzwischen einigen auf die Nerven gehen mag, aber der Erfolg der Geissböcke hat die Stadt tatsächlich spürbar anders werden lassen. Und diese Euphorie wird erst noch anwachsen. Mit den ersten Transfers für die neue Saison, mit dem Trainingsauftakt am 3. Juli, mit den beiden Trainingslager in Österreich, den Testspielen, dem Bekanntwerden des Bundesliga-Spielplan, dem Kartenvorverkauf für die Liga und natürlich mit allem, was mit der Europa League zu tun haben wird.

Der Erfolg kann alle Parteien wieder zusammenführen

Diese Euphorie ist eine riesige Chance für den Effzeh, für den Klub, die Verantwortlichen, die Stadt. Erfolg vereint. Gräben können einfacher überwunden werden. Zwischen den Ultras und dem Verein. Zwischen der Stadt, den Bürgerinitiativen und den Planern der FC-Zukunft am Geißbockheim und im Stadion. Zumindest ist die Stimmung nach dem großen Erfolg so gut wie lange nicht mehr, die Basis für besonnene und vernünftige Gespräche ist gelegt.

Der 1. FC Köln feiert freudentrunken den Einzug in die Europa League. (Foto: MV)

Dem 1. FC Köln kommt in dieser Situation die Aufgabe zu, diese Möglichkeit mit der nötigen Ernsthaftigkeit, Lockerheit und Offenheit zu ergreifen. Den Erfolg nun als Druckmittel zu gebrauchen, das gilt für alle Seiten, wäre falsch. Er sollte lediglich als Anschauung dienen, was möglich sein könnte, wenn alle Parteien vernünftig miteinander umgehen. Denn von einem erfolgreichen Effzeh profitieren Stadt, Bürger und Fans langfristig in hohem Maß. Zerstrittenheit und Eitelkeiten würden dagegen vieles von dem gefährden, was am Geißbockheim in den letzten Jahren aufgebaut wurde.

Der Sport legt die Grundlage, das Umfeld macht den Rest

Über allem muss am Ende der sportliche Erfolg stehen. Dafür sind die Geschäftsführer Alexander Wehrle und Jörg Schmadtke sowie das Trainerteam um Peter Stöger verantwortlich. Die Finanzen sind auf Kurs, Schmadtke hat in seiner Zeit bei Hannover 96 bewiesen, dass er mit der neuen Situation einer Dreifachbelastung erfolgreich umgehen kann. Und am Ende bekommt Peter Stöger nun die Chance, die er sich einst bei Austria Wien selbst nahm, indem er nach Köln wechselte: Er kehrt auf die internationale Bühne zurück.

In der kommenden Saison werden die Geissböcke stärker im Rampenlicht stehen. Lokal, regional, national und nun auch international. Die Effzeh-Fans werden bei den Auswärtsspielen Europa überschwemmen, sie werden die Euphorie aus Köln hinausführen und die Stadt ebenso repräsentieren wie die Spieler auf dem Rasen. Der Boden ist bereitet für eine außergewöhnliche Saison 2017/18 – solange alle Beteiligten sich dessen bewusst sind.


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