Schmadtke Stöger Schiedsrichter

Europapokal verdient? Das sagt die „Wahre Tabelle“

Der 1. FC Köln hat die Bundesliga-Spielzeit 2016/17 völlig überraschend auf dem fünften Platz beendet und sich somit direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Doch wo wäre der Effzeh eigentlich gelandet, wenn man alle krassen Fehlentscheidungen der Unparteiischen berücksichtigt? Ein Blick auf die abschließende „Wahre Tabelle“ gibt Aufschluss.

Köln – Zahlreiche Schiedsrichter-Entscheidungen gegen den 1. FC Köln in einer Spielzeit? Da war doch mal was! In der Saison 2015/16 spielten sich die Domstädter auf einen guten neunten Platz. Doch wie die „Wahre Tabelle“ zeigte: Der Effzeh hätte sogar auf Rang sechs und somit auf einen internationalen Platz landen müssen. Ganze acht Punkte waren der Mannschaft von Peter Stöger verwehrt geblieben.

Erst krass benachteiligt – nun profitieren die Kölner

In der gerade abgelaufenen Saison sah die Situation für die Geissböcke anders aus. Denn die Domstädter profitierten sogar von den Entscheidungen der Unparteiischen  – jedoch nur in Sachen Tabellenplatz. Die „wahre“ Abschluss-Tabelle ist kurios: Die Kölner hätten ohne Fehlentscheidungen sogar einen Punkt mehr auf dem Konto (50) haben können, wären aber trotzdem nur auf dem sechsten Platz gelandet.

Die „Wahre Tabelle“ der Bundesliga-Saison 2016/17. (Foto: wahretabelle.de)

Der Grund dafür ist die offensichtlich deutliche Benachteiligung des FC Schalke 04. Denn während die Domstädter in puncto Fehlentscheidungen der abgelaufenen Saison eine ausgeglichen Bilanz aufweisen (zehn Mal profitiert, zehn Mal benachteiligt), fehlten Königsblau am Ende der Spielzeit ganze neun Punkte (elf Mal benachteiligt). Mit 52 Zählern wäre Schalke nach dieser Theorie eigentlich einen Platz vor den Geissböcken auf Rang fünf gelandet.

Fehlentescheidungen gleichen sich aus – zumindest beim Effzeh

So kann sich der 1. FC Köln über Schiedsrichter-Urteile in der Spielzeit 2016/17 nicht beschweren. Denn im Falle der Kölner hat sich gezeigt, was im Fußballgeschäft immer wieder als Normalfall gepriesen wird: Ungerechtigkeiten gleichen sich im Laufe einer Saison wieder aus. Dass das längst nicht immer üblich ist, mussten die Domstädter in der vorletzten Saison am eigenen Leib erfahren. Dieses Schicksal teilte in der abgelaufen Saison nur der FC Schalke 04.


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  1. Koelschlenny

    … der FC Schalke 04, der in den letzten beiden Jahren laut Wahretabelle nur auf Rang 7 gelandet wäre und somit zwei Jahre lang mit einer sicheren Europapokal-Qualifikation von Fehlentscheidungen profitiert hat.

  2. Freddy

    Schalke hat einen großen Mist gespielt und Europa wirklich nicht verdient. Wahre Tabelle hat leider ein Manko, denn das Aufrechnen in Punkte, die man geholt hätte, wenn der Schiri anders entschieden hätte, ist spekulativ. Wer sagt denn, dass jeder Elfer zu einem Tor geführt hätte, ein falscher Pfiff bei einer angeblichen Abseitsposition oder wie Fehlentscheidung den Spielverlauf bzw. die Spielweise des Gegners verändert hätte und vor allen Dingen, wer beurteilt, was falsch oder richtig war? Das sind doch auch nur Fans..in dem Sinne, eine nette Spielerei, die man nicht so ernst nehmen sollte.

  3. OlliW

    Ja, da war schon interessanter, als der Spiegel vor ein paar Wochen die „Dusel-Tabelle“ veröfentlichte, die immerhin auf halbwegs wissenschaftlichen Erhebungen basierte: Welches Team hatte in der vergangenen Spielzeit am meisten „Dusel“ bzw. Pech. Aluminiumtreffer, fehlentscheidungen pro/contra etc. Siehe da: Bayern ist es nicht. Im Gegenteil – Duselverein Nr. 1 ist der deshalb unabsteigbare HSV! Hätte das 2:2 von Schalke z.B. gezählt*, wäre es gerechterweise in die Relegation gegangen.

    *) Mir ohnehin unbegreiflich, das ein Eckball oder eine Flanke in der Luft Aus abgepfiffen wird. Es sollte entscheidend sein, wo er landet!

    • Daniel

      Ich gebe Dir Recht, für den HSV wird es Zeit, der Eckball war wohl auch nicht im Aus, aber wenn man so argumentiert wie Du, kann man einen ball noch hinter der Aus-/Torlinie klären, denn dann zählt ein Tor auch nicht, so lange der Ball das Netz oder den Boden nicht berührt hat.

    • Koelschlenny

      *)
      Dies wäre eine tiefgreifende Regeländerung und würde viele Fragen nach sich ziehen, die ich hier mal grob skizzieren mag (die Frage lautet immer weiterspielen oder unterbrechen):
      …wenn ein Spieler den Ball im Luftaus berührt, dabei aber selbst im Spielfeld abgesprungen ist und den Ball wieder ins Spielfeld befördert
      …wenn der Ball im Luftaus die Torlinie zwischen den Torpfosten und unter der Querlatte überschreitet, dann aber geklärt wird – siehe BVB-Bremen am letzten Spieltag
      …wenn der Ball im Luftaus z.B. den Schiedsrichterassistenten berührt und dann wieder ins Feld springt
      Nein, wenn, dann müsste diese Regel für das gesamte Spiel gelten, würde damit Torlinientechnik obsolet machen (und eigentlich auch Tornetze) und den Charakter des Spiels tiefgreifend verändern. Das kann man m.E. nicht wollen.

  4. Klio

    Klar ist die Wahre Tabelle spekulativ. Die Abschlusstabelle ist eher eine Spielerei, sie zeigt lediglich einen Trend auf. Interessant kann vor allem das Forum sein, weil man hier als Normalo-Fan einen tieferen Einblick in das Regelwerk nehmen kann und sehen kann, wie hakelig manchmal die Entscheidungsfindung für den Schiedsrichter ist.

    Es werden bei der WT auch nicht nur die „krassen Fehlentscheidungen“ in die Wertung genommen. Teils werden Entscheidungen im „Kompetenzteam“ mit einer Stimme Mehrheit gefällt (z.B. 5 Stimmen für Foul, 4 Stimmen für regulären Körpereinsatz). Zudem werden Entscheidungen oft auch unter Zuhilfenahme von Zeitlupen-Videosequenzen aus verschiedenen Blickwinkeln seziert.

    Schönes Beispiel war Modestes „Kung-fu-Tor“ gegen Bayern. Das wurde vom Schiedsrichter als regulär gewertet, in der anschließenden Berichterstattung in den Medien hieß es einhellig, Modeste habe im Abseits gestanden. Dem ersten Anschein nach war es Abseits. Im Forum kam dann anhand vieler Bilder und Vergrößerungen heraus, dass es wahrscheinlich doch regulär war, weil Hummels Fuß das Abseits aufgehob: Sein weißer Schuh war auf der weißen Strafraumgrenze nur in der Vergrößerung zu erkennen. So etwas fördert auch die Achtung vor der schwierigen Aufgabe der Schiedsrichter.


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