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Wer ist jetzt am Zug? Keine Erlaubnis für Medizincheck

Eigentlich hätten Anthony Modeste, der 1. FC Köln und Tianjin Quanjian am vergangenen Wochenende gerne den Transfer des Franzosen nach China perfekt gemacht. Doch die Parteien liegen über Kreuz. Wie es jetzt weitergeht in vier Punkten.

Köln – Die Berater Andrés Pérez, Etienne Mendy und Patrick Mendy blickten finster drein, als sie das Geißbockheim am vergangenen Freitag verließen. Genauso Anthony Modeste. Aus gutem Grund: Sie hatten das Gespräch mit Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle ohne Einigung abgebrochen.

1. Schmadtke will „Situation nicht anheizen“

Der Sportchef des 1. FC Köln bestätigte auch am Sonntag noch einmal. „Die Parteien, die für einen Transfer nötig sind, haben sich nicht einigen können“, sagte Schmadtke dem GEISSBLOG.KOELN und schloss an: „Ich werde nichts weiter zu den Inhalten sagen, weil ich die Situation nicht weiter anheizen möchte.“ Das ist auch nicht nötig, denn angeheizt ist sie inzwischen zur Genüge.

2. Keine Erlaubnis für Modestes Medizincheck

Zum einen durch Anthony Modeste, der sich laut übereinstimmenden Medienberichten nach China aufgemacht hat, um sich mit den Vereinsvertretern von Tianjin Quanjian zu treffen. „Ich weiß nicht, was unsere Spieler in ihrer Freizeit machen“, sagte Schmadtke knapp. „Sie können auch in China Urlaub machen.“ Klar ist aber auch: Sollte Modeste einen Medizincheck bei seinem potentiell neuen Verein absolvieren, wäre das mindestens ungewöhnlich. Eine Erlaubnis hat der 29-Jährige vom Effzeh jedenfalls nicht eingeholt. Dies hätte er eigentlich tun müssen, da es bislang keine Einigung zwischen den Vertragsparteien gibt.

Weiterlesen: Knackpunkt Mendy-Brüder? Wann meldet sich Modeste?



  1. Leo

    Diese Geschichte nimmt immer mehr lächerliche und absurde Formen an…

    1) Modeste ist keine 35 Millionen wert…
    2) Die Mendy Brüder haben nichts beigetragen und wollen dafür 6 Millionen vom FC…insgesamt sogar 9 ( ! )…WTF?!?!
    3) Tianjin macht ein 35 Millionen Angebot und will in Raten zahlen…wenn die Modeste für einen überteuerten Preis haben wollen dann bitte den ganzen Batzen auf einmal.
    4) Modeste fliegt einfach ohne Erlaubnis zum Medizincheck nach China obwohl der Transfer nicht durch ist…

    Zum Glück ist Schmaddi jemand mit dem man sowas nicht abziehen kann…da haben ein paar geldgeile Leute die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

  2. Pitter

    Der FC hat dem chinesischen Klub eine Schmerzgrenze genannt (wohl zwischen 35 und 40 Mio.) und klar gemacht, dass unter dieser kein Transfer zustande kommen wird.
    Wenn der FC dem chinesischen Klub bei dieser nicht entgegen kommen wollte, welchen Sinn sollte es dann haben, einen nicht unerheblichen Teil hiervon an die Berater zu zahlen? Wenn, dann würde sich der FC diesen doch ohnehin wieder beim anderen Klub zurückholen – wodurch dieser die „Beratungsgebühren“ auch gleich selbst zahlen kann.
    Zumal der FC ohnehin am längeren Hebel sitzt: Entweder die Berater oder der China-Klub lenken ein, oder der FC hat auch kommende Saison einen überragenden Stürmer. Der FC sollte jedenfalls mit beiden Varianten hervorragend leben können.

    Wäre es aufgrund von UEFA-Statuten nicht sogar illegal, wenn der FC den Berater des abgegebenen Spielers zahlen würde? Wird nicht genau deshalb im Pogba-Deal gegen Juve ermittelt?

    Wenigstens braucht man sich bei Schmadtke wohl keine Sorgen machen, dass er bei diesen (möglicherweise sogar illegalen) Schwachsinn mitzieht.
    Wenn Modeste unbedingt nach China will, kann er ja seine Freunde selbst bezahlen. Er bekommt ja selbst genug Geld bei einem erfolgreichen Transfer. Oder er überredet den China-Klub, das Geld zu zahlen…
    Ganz sicher ist jetzt jedoch NICHT der FC am Zug :)

  3. Peter O.

    Pitter,

    in allen Belangen mit den Ausführungen einverstanden. Nur in einem Punkt nicht.

    Modeste hat bei den FC Fans keinen Kredit mehr.
    Überragender Stürmer hin, überragender Stürmer her. Das wird nichts mehr mit ihm in Kölle.
    Ich will ihn auch nicht mehr auf dem Platz sehen.
    Ich denke Schmadtke ist in diesem Punkt auch nicht mehr gewillt, dieses Spielchen weiter eskalieren zu lassen.

    • Pitter

      Durch diese Aktion mag er sich wieder sämtlichen Kredit verspielt haben. Das hatte er aber eigentlich auch schon letzten Sommer durch die Spielchen mit seiner Ausstiegsklausel geschafft. Wenn er bleibt, wird es zunächst wieder schwierig für ihn. Sollte er dann aber wieder ins Rennen um die Torjäger-Kanone einsteigen oder den FC in die KO-Runde der EL ballern, könnte er sich (zumindest bei mir) den Kredit langsam wieder aufbauen. Dann wird zwar wahrscheinlich niemand mehr Lieder über ihn singen oder ihn auf Händen tragen, aber ich denke, dass er dann zumindest wieder akzeptiert wird.

      Es wäre auf jeden Fall der denkbar schlechteste Weg, sich jetzt von den Beratern über den Tisch ziehen zu lassen, weil man Modeste aufgrund seines Gebarens um jeden Preis loswerden will. Wenn der Deal wegen der Berater scheitert, soll Modeste den Schaden kommende Saison gefälligst wieder gut machen.

  4. OlliW

    In der Tat! Bei allem Geschäftlichen, bei aller Taktik und Karriereplanung, falls er am Ende wirklich doch noch bleiben sollte – weil er de Jure muss – dann braucht hat er eine Menge wieder gut zu machen. Beim Verein, den Kollegen und den Fans. Falls das überhaupt noch zu kitten ist. Überall werden sie ihn komisch und mit Vorsicht beäugen.
    Köln hat ihn auf Händen getragen und Lieder über ihn gedichtet. Das alles und sogar das grundsätzliche Wohlwollen, dass man ihm auch bei einem Abgang nur in Dankbarkeit das Beste wünscht(e), das ist dann erst mal weg, denn das verspielt er gerade komplett!

  5. Querkopf

    Selbst den Chinesen mit ihrer Operettenliga dürfte so langsam ein Licht aufgehen, was für einen chaotischen Vertragsakrobaten samt ahnungsloser Handaufhalter-Entourage sie sich da an Land ziehen wollen.

  6. Nick

    Mich regt es eigentlich gar nicht so sehr auf…wahrscheinlich weil ich seit letzten Sommer mit dieser Art der erneuten „Politik“ um seine Person gerechnet habe…wenn der Wechsel scheitert, rufen eh alle spätestens nach dem fünften Tor – „Modeste, Modeste, Anthony Modeste!“ Er hat sich in meinen Augen auch gar nicht sooo schlecht verhalten – es scheint doch eigentlich alles recht offen und ehrlich gelaufen zu sein, nur das keiner die Beraterkosten zahlen will – normalerweise macht das ja der aufnehmende Verein. Vielleicht hakt es ja auch hauptsächlich an der wohl gewünschten Ratenzahlung der Chinesen??? Wenn die Chinesen sich so sträuben, liegt das ja nicht unbedingt an Modeste…Was wohl merkwürdig ist, ist diese Berater-Situation mit Berater + Mendy-Brüder und DAS ist SEINE Sache, das muss ER klären…wenn man sich nicht einigt, kann er von mir aus bleiben und weiter Tore für uns schießen. Nur es muss zügig ein Entscheidung her, damit Schmadtke Ersatz verpflichten kann…aber grundsätzlich ist mir lieber – einer sagt im Juni „Ich hab da nen Verein und möchte wechseln“, als das einer kurz vor Saisonstart um einen Tag Urlaub bittet, nach Madrid fliegt und nie mehr wiederkommt…oder am Karriereende noch ein Jährchen nach Gladbach wechselt…da bin ich dann sauer…das nehm ich einem dann ein Leben lang krumm…

    Jedoch würde auch ich begrüßen wenn der Wechsel zu Stande kommt und wir die Kohle sinnvoll investieren können.

  7. WR

    Ich glaube wir werden hier von allen Seiten für doof verkauft. Die Reise von Mo war schon lange vorbereitet denn man fliegt nicht Hals über Kopf nach China. An diesen Klappskalli: Mein Name ist nicht Werner liebe Susi.

    Informationen zum Visum:

    In China besteht für den deutschen Staatsbürger eine generelle Visapflicht, welche in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt wird. Zur Ausstellung eines Visums benötigt das chinesische Konsulat offizielle Buchungs- und Hotelbestätigungen oder Einladungen, um dann über die Ausstellung der Visakategorie zu entscheiden. Je nach Entscheidung variiert die Aufenthaltsdauer und ob eine einmalige oder mehrmalige Einreise in das Land möglich ist.

    Für die Bearbeitung benötigt das Konsulat ca. sieben Werktage. Eine Expressbearbeitung ist leider nicht möglich.Für fast alle anderen Staatsbürger gilt ebenso eine Visapflicht, die eventuell von den deutschen Visabestimmungen abweicht. In naher Zukunft wird keine persönliche Beantragung eines Visums mehr möglich sein. Für die Kontrolle der Visaanträge wird zusätzlich eine Agentur vorgeschaltet. Ausführlichere und aktuelle Informationen zu den verschiedenen Visakategorien und Bestimmungen finden Sie auf unserem Partner Visafix.

    • Klio

      Weshalb wir angeblich „von allen Seiten“ für doof verkauft werden, weil es Fristen für die Visumsbeantragung gibt, kann ich nicht erkennen.

      Dass sich Modeste im Vorhinein um ein Visum bemüht hat, ist doch nachvollziehbar. Er weiß schließlich schon länger, dass er nach China will, und der interessierte chinesische Verein ist auch sicher bereit gewesen, eine Einladung zu schreiben. An einer Hotelbuchungsbestätigung wird es auch nicht scheitern. Als erwachsener französischer Staatsbürger kann er von der chinesischen Botschaft natürlich ein Visum erhalten, ohne eine Einwilligung seines Arbeitgebers vorzulegen. So wie ich die FC-Führung in den letzten Jahren erlebt habe, glaube ich nicht ansatzweise, dass hier ein Eklat inszeniert wird – wofür auch?

      • WR

        Dann war deiner Meinung nach schon alles klar? Warum dann noch das Treffen am Freitag? Wenn du so denkst hätte ja der FC im das go gegeben für die Reise. MO ist vielleicht davon ausgegangen das alles reibungslos abläuft, doch er hat sich dieses selbst erschwert durch seine sogenannten Berater. Will ich meinen Arbeitgeber wechsel muss ich erst mal kündigen ,und wenn es außerhalb der Kündigungsfrist liegt mache ich einen Aufhebungsvertrag. Erst dann kommt der neue Arbeitgeber ins Spiel. Also , ohne das dieses Treffen mit Schmadi stattgefunden hat war im schon klar das er nach China fliegt zur Untersuchung? Gut, jeder hat da so seine Ansicht.

  8. OlliW

    „Redenden Menschen kann geholfen werden!“ Sagt ein Sprichwort.

    Modeste redete in erster Linie nicht mit den entscheidenden Leuten. Das wäre zB Schamdtke gewesen. Vom FC hieß es immer: Wenn Anthony weg will, sollte er mit uns reden und wenn es passt, legt ihm keiner Steine in den Weg.“ Er wird nun von seinen Beratern nach China getrieben und stolpert über Dinge, die ihm nicht bewusst waren und die er nicht vorhergesehen hat. Formalia, Geldgier der Berater, internationales Recht, Vereinsstatuten, vielleicht auch Sprachbarrieren. Etwas unbedarft und vielleicht naiv – das dürfen Fußballer ja auch mal sein. Aber er kommuniziert dazu noch unklar und unglücklich und verursacht Spekulationen und Vermutungen bei Fans und Presse. Das nervt!
    Mo hatte es in der Hand. Hätte er bspw. geinstagramt „Danke Leute, danke FC, danke euch allen! Ich möchte mit diesem Rückenwind gerne eine neue Herausforderung annehmen, wenn sie sich mir bietet! Ohne euch hätte ich das nicht geschafft!“ So was halt. Das wäre nett aber auch ehrlich wie wahr gewesen und die Kölner hätten väterlich gesagt: „Nette Jung. Vielen Dank für all die schöne Buden! Maach et joot!“
    Stattdessen dieses „Hm…ich weiß ja auch nicht, ich will bleiben, hab aber nichts allein zu entscheiden…“-Bla. Hat er keinen Kommunikationsberater? Wäre vielleicht sein Geld wert!
    Denn dass sich China bot und wieder bieten wird, das wissen alle seit einen knappen Jahr. Stattdessen diese Sommer-Posse, ein Skandälchen im ansonsten seit fünf Jahren sauber und cool geführten Verein! Doof einfach. Er war letzten Freitag am GBH und war erstaunt, dass doch nicht schon alles fix war, wie Bild und Co bereits entschieden hatten.

  9. alf krispin

    Was schlichte Presse den ganzen Tag so schreibt und schreibt, klingt meist witzig und erfunden und entbehrt möglicherweise tiefgreifender Recherge. Fast kindlich, füttert sie Leser mit Spekulationen oder sensations-geilen Themen, um ihre Verkaufszahlen und den Klatsch aufrecht zu erhalten! Verständlich, dass sie sich an jeden nebulosen Halm den man hinhält klammert, um damit dem erwartungsvollen Leser in der öden Sommerpause ein bisschen Spannung zu bietet und die Zeit zu vertreibt. Grundsätzlich eine nette, kommunikative Geste, bleibt aber in der Regel einer Fabelwelt zugehörig. Habe so nebenbei, auch noch eine Luftblase oder nicht, beizusteuern! Vielleicht ist der Deal von AM längst unter Dach und Fach und Schmadtke will das Millionengeschäft aus steuerlichen Gründen bereits ins neue Spieljahr (Juli) verbuchen. Fröhlich weiter raten!


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