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„Ich kann zu emotionalen Spielen beitragen“

Als er vor drei Jahren zum 1. FC Köln wechselte, erwischte Simon Zoller keinen leichten Start. Inzwischen ist der Stürmer längst in Köln angekommen und fühlt sich trotz Problemen in der letzten Saison pudelwohl. Für ihn ist klar: Er will langfristig in Köln und beim Effzeh bleiben. 

Bad Radkersburg – Simon Zoller sitzt relaxed in seinem Sessel vor dem Mannschaftshotel in Bad Radkersburg. Schnell wird klar: Der Stürmer ist mit sich im Reinen. Zoller fühlt sich wohl. Im Trainingslager, in der Mannschaft, in Köln. Gerade erst hat er sich mit seiner Frau Laura ein Haus in der Domstadt gekauft. „Es ist ja bekannt, dass wir uns total heimisch fühlen. Wir haben uns in Köln eine Basis geschaffen und können uns auch vorstellen, nach der Karriere hier zu bleiben“, sagt Zoller im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN. Längst nennt der gebürtige Friedrichshafener Köln seine „zweite Heimat“.

Eigene Fehler und eine gesunde Selbsteinschätzung 

Diese Zufriedenheit hat jedoch einen Entwicklungsprozess hinter sich. Nach seinem ersten halben Jahr beim Effzeh flüchtet der damalige Königstransfer – der Effzeh holt ihn für drei Millionen Euro vom 1. FC Kaiserslautern – zurück zum FCK. Zu viele öffentliche Äußerungen fallen dem 26-Jährigen auf die Füße. „Vielleicht habe ich da einiges falsch eingeschätzt und bin es zu offensiv angegangen. Das ist nicht so gut angekommen“, weiß Zoller heute. Die mediale Präsenz hat der Stürmer mittlerweile zurückgeschraubt. Er hält sich inzwischen mehr im Hintergrund auf. Lieber konzentriert er sich auf das Wesentliche: das Fußballspielen.

Bei über 30 Grad schwitzten die Spieler die ganze Woche über in Bad Radkersburg. (Foto: GBK)

Zoller erinnert sich. In seiner zweiten Saison erzielt er für die Geissböcke sechs Tore, wird hinter Anthony Modeste (15 Tore) der zweitbeste Torschütze des Effzeh. Notiz nehmen davon nur wenige, der Klub allerdings sehr wohl. Man einigt sich auf eine Vertragsverlängerung bis 2020, die Hoffnungen ruhen auf der Saison 16/17. Beim Verein wie bei Zoller selbst. Doch der Durchbruch bleibt aus. Immer wieder werfen ihn kleinere Verletzungen zurück. Nur in acht Partien steht er in der Startformation, zwei Saisontore sind zu wenig für die eigenen Ansprüche.

Gedanken an einen Abschied? „In keiner Weise!“

Klar, dass sich das in der kommenden Saison wieder verändern soll. „Ich habe hier eine faire Chance und bin sowohl in der Mannschaft als auch im Trainerteam akzeptiert“, sagt Zoller. Dass er sich besonderen Druck macht, verspürt man nicht. Dass er die Möglichkeit nutzen will, dass sich durch den Abgang von Anthony Modeste die Sturm-Hierarchie neu ordnen muss, dagegen sehr wohl. „In keiner Weise“ habe er in den letzten Monaten an einen Abschied im Sommer gedacht. Zoller will sich in Köln durchsetzen. Auch, wenn er realistisch sagt: „Wenn es reicht, dann reicht es. Wenn nicht, dann nicht. Dann müsste man so nüchtern sein und es analysieren.“

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