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An vier Toren beteiligt: Risse mit starkem Comeback

Er schlug die meisten Flanken, er bereitete die meisten Torschüsse vor – Marcel Risse gab am Samstag im DFB-Pokal bei der Leher Turnerschaft wieder Vollgas. Der 27-Jährige hat sich pünktlich zum Saisonbeginn zurückgekämpft und am Samstag einen weiteren Schritt zurück zu alter Form gemacht.

Bremerhaven – Das erste Tor durch Leonardo Bittencourt leitete er zusammen mit Lukas Klünter über die rechte Seite ein. Die Flanke, die Milos Jojic vor dem Handelfmeter zum 3:0 per Kopf in Richtung Tor beförderte, kam von Risse. Genauso wie die Flanke, die Simon Zoller zum 4:0 verwertete. Und dann war da noch der schöne Lupfer in Zollers Lauf, den dieser wiederum sehenswert aus der Luft pflückte und Sehrou Guirassy das 5:0 servierte.

Gladbach ist eine andere Kategorie

Marcel Risse war am Samstag gegen Lehe an vier von fünf Toren beteiligt. Eine starke Leistung, die freilich gegen einen Fünftligisten nicht die größte Aussagekraft hat. Doch für den 27-Jährigen war das Pokal-Spiel auch ein persönlicher Erfolg über seinen Körper und im Wettlauf gegen die Zeit, rechtzeitig zum Saisonstart wieder fit zu sein. „Der Trainer hatte mir schon ein Zeichen gegeben, dass ich beginnen würde“, verriet Risse nach dem Spiel. „Entsprechend habe ich mich vorbereitet. Es tat gut, auch mit Blick auf die anstehende Saison, noch einmal 90 Minuten gespielt zu haben.“

Marcel Risse herzt Jhon Cordoba (re.) nach dessen Tor zum 3:0. (Foto: Nordphoto)

So sah es auch Risses Trainer. Peter Stöger nutzte die Gelegenheit, den Rechtsfuß noch einmal außerhalb der Bundesliga 90 Minuten Spielzeit zu geben. „Es hatte sich angeboten, weil es ein Pflichtspiel war, aber kein Gegner wie Borussia Mönchengladbach“, sagte Stöger, der weiß: In einer Woche im Borussia Park wird die Herausforderung um ein Vielfaches größer sein. Ob Risse für das Spiel gegen die Fohlen schon ein Startelf-Kandidat sein wird, ist noch unklar. „Ich weiß nicht, wie es mit Gladbach aussehen wird. Das ist eine andere Kategorie“, sagte Stöger. „Aber es war wichtig für ihn zu sehen, dass er 90 Minuten spielen kann, dass sein Körper bereit ist.“

Von mir aus kann es jetzt losgehen. Ich bin soweit!

Jetzt bleibt die Frage, ob Risse das Niveau tatsächlich schon wieder in der Bundesliga bringen kann. „Von mir aus kann es jetzt losgehen. Ich bin soweit“, sagte Risse lachend. Ob es sein Trainer ebenso sieht, ließ sich am Samstag nach dem erfolgreichen Pflichtspiel-Comeback des lange verletzten Rechtsaußen nicht sagen. „Er soll schauen, wie es sich nach der Belastung anfühlt. Es ist noch eine Trainingswoche Zeit.“ Dann könnte Risse am kommenden Sonntag zu der Stätte zurückkehren, wo er im November die FC-Fans mit seinem Freistoß-Tor in der Nachspielzeit zum 2:1-Derbysieg in Ekstase versetzt hatte.