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Wandel wird sichtbar: "Mutig, frisch, nicht perfekt"

Die taktische Ausrichtung hätte unterschiedlicher nicht sein können. Der 1. FC Köln 2014 und der 1. FC Köln 2015 sind zwei verschiedene Mannschaften. Das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen hat die Entwicklung der Geissböcke in den letzten zwölf Monaten offen zu Tage gefördert. Das musste selbst Ober-Kritiker Roger Schmidt akzeptieren.

Leverkusen/Köln – „Gratulation an Peter und seine Mannschaft“, sprach der Bayer-Coach nach der 1:2-Niederlage im Derby am Samstag. Worte, die ihm möglicherweise nur schwer über die Lippen kamen, die aber kein Vergleich waren zur harschen Kritik an Kölns defensiver Spielweise aus dem Jahr zuvor. Schmidt musste eingestehen, dass seine Mannschaft gegen Köln über 90 Minuten ernsthafte Probleme hatte – und am Ende eine verdiente Niederlage hatte hinnehmen müssen.

Der Auftritt der Kölner in der BayArena war nicht nur die erhoffte sportliche Wende nach zuletzt vier Spielen ohne eigenem Treffer sowie vier Spielen ohne Sieg. Der Auftritt war auch ein Zeichen, dass der Effzeh selbst gegen Top-Mannschaften – immerhin spielt Bayer 04 in der Champions League – mittlerweile in der Lage ist, sein Heil in der Offensive zu suchen. Letztes Jahr hatte Trainer Peter Stöger aus einer massiven Defensive mit einer Fünfer-Abwehrkette agiert – was zwar auch beinahe zum Erfolg geführt hätte, den Unterschied zur diesjährigen FC-Truppe aber dennoch verdeutlicht.

Das ist für uns nicht selbstverständlich

Dieses Mal verzichtete Stöger auf den Fünfer-Riegel, bot dafür zwei echte Spitzen auf und spielte im gewohnten 4-4-2. Mit hohem Pressing, frühem Anlaufen des Leverkusener Spielaufbaus und mit schnellen Angriffen über die Außen. Köln war in der Lage, die Leverkusener Offensivmaschinerie ins Stocken zu bringen und gleichzeitig das Spiel zu machen. Und das nicht erst nach dem Platzverweis gegen Papadopoulos (54.), sondern insbesondere in den beiden Anfangsphasen der beiden Halbzeiten, als der FC gleich mehrere gute Torchancen liegen ließ.

Entsprechend zufrieden zeigte sich hinterher der FC-Coach. „Logisch! Das ist für uns nicht selbstverständlich, hier in Leverkusen gewinnen zu können. Wir haben viel Engagement, Wille und Bereitschaft in das Spiel gelegt. Das war die Basis. Wir haben viele Chancen vorgefunden, einige Situationen aber nicht gut gelöst. Deshalb mussten wir das Spiel über Standards entscheiden und haben es zum Glück geschafft. Uns tun die drei Punkte nach den letzten Wochen sehr gut.“

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