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Heldt-Posse: Das nächste Kommunikations-Desaster

Die Party ist vorbei und der Kater ist unerträglich

Geschwätzigkeit kann schädlich sein

Dabei hatte die Suche nach einem neuen Sportchef professionell begonnen. Natürlich hatten die FC-Bosse ihre Köpfe zusammengesteckt und diskutiert, wer ihnen als sofortige Lösung einfiel. Schon damals fiel der Name Horst Heldt. Doch man entschied sich trotzdem, einen Headhunter einzusetzen. Dieser stellte eine Kandidatenliste nach vorgegebenen Kriterien zusammen, sprach die Kandidaten im Namen des FC an und lud die jeweils Interessierten zu Gesprächen ein. Ein Weg, der einem Multimillionen-Unternehmen wie dem Effzeh gerecht wird.

Zum Fußballgeschäft gehört aber eben dazu, dass solche Vorgänge nur selten in Gänze geheim bleiben. Die mediale Verlockung ist für viele Beteiligten einfach zu groß, sich an der einen oder anderen Stelle wichtiger zu machen als nötig oder einfach nur Gefälligkeiten zu erweisen, um später darauf zurückkommen zu können. In diesen Fällen zeigt sich dann, wer trotz der öffentlichen Diskussion weiter professionell bleibt. Ein „Kein Kommentar“ ist auch heute noch eine zwar nicht gerne gesehene, aber akzeptierte Antwort gegenüber Journalisten. Der Weg, den Toni Schumacher jedoch einschlug, konnte in Hannover nur als Provokation empfunden werden. Insbesondere bei einem Mann wie Martin Kind, der sich schon seit Jahren darin gefällt, auf Provokationen mit Gegenprovokationen und markigen Worten zu antworten.

Die Party ist vorbei und der Kater ist unerträglich

Und so steht der Effzeh nun nicht nur weiter ohne Sportchef da. Die Geissböcke erleben schon zum wiederholten Male in diesem Kalenderjahr die Folgen mangelhafter Kommunikation. Schon einmal war Schumacher direkt beteiligt gewesen, als er – ebenfalls bei „Sky“ – die Vertragsverlängerungen mit Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle ausplauderte. Auch die Kommunikation rund um die Trennung von Schmadtke war dürftig. Statt klarer Worte versuchte der Klub, den Medien eine Teilschuld am Abschied des Managers zu geben. Und schließlich kann sich auch Werner Spinner nicht frei machen von Fehlern. Der Präsident ging öffentlich mit der Mitglieder-Initiative „100% FC – Dein Verein“ auf Konfrontation. Später tätigte er Aussagen zu China, die in weiten Teilen der FC-Gemeinde für Irritationen sorgte.

Vier Jahre lang hat der 1. FC Köln sehr viel richtig gemacht. Das, was nicht so gut lief, fiel unter den Tisch, weil es sportlich kaum hätte besser laufen können. Inzwischen ist die Party vorbei und der Kater fast unerträglich. Der Effzeh muss sich nun auf allen Ebenen wieder zusammenraufen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen für einen Wiederaufbau. Dieser ist dringend nötig. Im sportlichen Bereich mit einem neuen Sportchef und möglicherweise bald auch mit einem neuen Trainer. Doch die FC-Bosse müssen auch noch viele andere Steine umdrehen, sich zudem selbst hinterfragen, ob sie in den letzten Monaten immer im Sinne des Vereins gehandelt haben. Das kann inzwischen kaum mehr jemand am Geißbockheim von sich behaupten.

12 Kommentare
  1. Michael H says:

    Dem ist nicht hinzuzufügen. Ich wünsche mir, dass dieser Kommentar auch in der Vereinsspitze gelesen werden wird und sich die ein oder handelnde Person ein paar Gedanken dazu machen wird. Bitte. Für das Wohl und die Zukunft des Vereins. Danke.

  2. C W says:

    Sehe ich ähnlich. Es wird dringend wieder Zeit das etwas von der Professionalität der letzten Jahre zurück kehrt. Und sei es nur in der Außendarstellung. Das es vorher schon geknistert hat wird ja jetzt an Leuten wie Jakobs und Kugel offensichtlich, aber es ist wenigstens nie nach außen gedrungen.

    Genau das ist aber das wichtige. Keiner (außer vielleicht Leuten wie Herrn Haubrichs) kann wollen das wir wieder das alte Chaos von vor ein paar Jahren zurückkriegen bei dem jeder sein eigenes Süppchen kocht und Express und Blöd Zeitung quasi live in der Kabine dabei sind und jedes noch so kleine Detail ausschlachten.

    • Horst Simon says:

      Herrn Merten nicht als Manager aber als sportlichen Berater für den
      Vorstand, damit der Vorstand bei sportlichen Fehlentwicklungen
      (Transfers etc.) rechtzeitig eingreifen kann.
      Es darf nicht sein, daß ein 17 Mio. Transfer alleine vom Manager
      getätigt wird und der Vorstand lediglich zuschaut.
      Auch sollte der Vorstand darauf achten, daß der Kader jedes Jahr
      verstärkt wird.

  3. Robert H. says:

    Bedauere, aber das klingt mir doch alles sehr nach Heuchelei. Die gleichen Leute, die sich von Spinner mehr öffentliche präsidiale Präsenz und „klare Kante“ wünschen heulen jetzt auf, nachdem der Vize genau das gezeigt hat. Dass die zugegebenermaßen diplomatisch unglückliche Äußerung von TS bei 96 diese Reaktion hervorruft ist nachvollziehbar, aber es ist nichts, für das man sich „fremdschämen“ müsste.
    Wenn der scheinbar noch immer offene Wechsel von Heldt zum FC nicht zustande kommt, so liegt das m.E. nicht an diesem Interview mit TS, sondern sehr wahrscheinlich an berechtigten, für den FC aber nicht sinnvoll erfüllbaren Ablöseforderungen.
    So what? Heldt ist nur eine von mehreren möglichen Optionen, wenn es nicht geht, dann wendet man sich eben dan anderen zu. Das Wohl und Wehe des Vereins hängt nicht von dieser Personalie ab.

    • Ali Perez says:

      Ich sehe das ganz ähnlich. Der Effzeh hat Heldt den Job als Sport-GF angeboten. Dieser wird die Situation jetzt nutzen, um bei 96 als GF mit ähnlichen Arbeitsbedingungen wie beim Effzeh aufzusteigen oder er wird zu uns wechseln. Ob er der Heilsbringer wird, weiß man genauso wenig wie bei jedem anderen, der da kommen könnte. Die Aufregung der kölner Presse um Schumachers Ungeschick ist ein wenig überzogen. Denn eigentlich ist nichts passiert, außer dass sich Herr Kind aufgeregt und Herr Hamann bei Sky empört hat. Man kann daraus jetzt eine große Story machen oder es auch lassen. Denn an der Causa Heldt ändert sich nichts. Entweder 96 will Heldt um jeden Preis halten oder eben nicht. Sie werden ihn aber nicht um jeden Preis halten, weil TS sich negativ zu 96 geäußert hat. Wir sollten uns ohnehin mal einig werden, was wir wollen; aalglatte Lappen oder Typen wie TS. Grundsätzlich bin ich bei Herrn Merten, wenn es darum geht, das Handeln des Präsidiums der letzten Monate zu beurteilen. Es wird viel davon Abhängen, wie man diese schwere Krise übersteht und vor allem meistert. Ansonsten könnte die Saison 2017/18 dem Vorstand in der Zukunft noch ziemlich heftig auf die Füße fallen.

      • Michael H says:

        Aalglatt? Bitte nicht. So sehr Werhle seinen Job zu machen scheint – ein „BWLer“ reicht.

        Aber ich würde mich wünschen, dass unsere „Typen“ auch über Weitsicht, überdurchschnittliche Intelligenz und vielleicht gar Weisheit verfügen würden. Soweit ich das bei der hier thematisierten Person aufgrund persönlicher Erfahrungen und seinem Auftreten in der Öffentlichkeit einschätzen kann, verfügt er leider über keine dieser drei Eigenschaften.

        Zum Manager: klar, Heldt mag zum Heilsbringer stilisiert werden, aber ich sehe nicht, warum den Job auch nicht andere erfolgreich machen könnten. Dennoch wäre es hilfreich, jemanden mit einem gewissen Erfahrungsschatz für die Position zu gewinnen.

  4. Jürgen Staubesand says:

    Sehr gut auf den Punkt gebracht Herr Merten. Man muss das leider sagen. Der Verein liegt wirklich in jeder Beziehung in Trümmern. Einzig Wehrle muss man da ausnehmen. Aber mal ehrlich: Was der Schumacher da „gelappt“ hat war ja eigentlich überfällig. Als der ins Präsidium gewählt wurde dachte ich noch wird das gut gehen. Lange ging es gut – dafür kommt es jetzt „knüppeldick“. Und zu Herrn Robert H. Der Herr Spinner ist der Kopf der ganzen Veranstaltung. Wenn er den Laden nicht unter Kontrolle behält dann ist „Ende Gelände“. Er ist für Strategie und Aussendarstellung verantwortlich. Und wenn man sich dann noch solche „Schoten“ erlaubt wie Schumacher in Sachen Heldt da kann man sich nur an den Kopf fassen. Ich empfehle die Hannoversche Allgemeine vom heutigenTag und ein sehr zutreffender Kommentar, Ich habe ja die FC-Brille auf aber was da abgeht treibt einem wirklich die Zornesröte ins Gesicht. Das sich Schumacher in einer solchen Situation in ein Fernsehstudio setzt ist an Dusseligkeit kaum zu überbieten. Und dann noch im Glashaus mit Steinen werfen. Der Fussballfachmann hätte sich mal in die Kaderplanung von Herrn Schamdke einmischen sollen. Und wenn man davon ausgeht das das nicht alles Schmadke Alleingänge waren dann wird es doppelt dusselig. Ich hatte da auch was beitragen können, sovielmehr daneben wäre das dann auch nicht gewesen. Ich muss mich hier auch für meinen Stil entschuldigen. Ich bin einfach nur zornig. So zornig wie ich zur Overath Äre nie war. Das finde ich für mich selbst bedenklich. Und noch was. Man liest das da viele Gremien in den Abstimungsprozessen bei Verträgen involviert sind. Wie kann es sein das ein Schmadke wenige Tage bevor der den Club verläßt noch mal schnell die Verträge Lehmann und Rausch verlängert? Letztere um 4 Jahre. Wahnsinn ist das. Das verstehe wer will – ich gehöre nicht dazu. Jürgen Staubesand

    • Horst Simon says:

      Stimme dem voll zu. Bei einer vernünftigen Kaderplanung und
      natürlich einer Verstärkung des Kaders insbesondere 16/17 und 17/18 hätten
      wir das jetzige Dilemma nicht. Sehe nach wie vor Schmadtke als
      Hauptverantwortlichen. Aber er durfte wohl schalten und walten wie er
      wollte. Da hätte sich der Vorstand einmischen müssen.
      Aber scheinbar fehlt die sportliche Kompetenz.
      Man sollte daher einen sportlichen Berater engagieren.

  5. NICK says:

    Ich erinnere mich noch, als ich vor der JHV schrieb, dass ich finde, dass all unsere Verantwortlichen durch den Erfolg leicht über dem Boden schweben würden – Selbstüberschätzung und dass wir sie auf der JHV mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen müssten, z.B. mit der Zustimmung zu 100% FC – Chance vertan…

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