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Die Hinrunde des Grauens: Chronik eines Niedergangs

Die Herbstdepression mit dem Schmadtke-Beben

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Herbstdepression und der Abschied von Rolf Herings

Die Serie der Rückschläge geht weiter. Und wie! Das 0:1 zuhause gegen Eintracht Frankfurt ist die fünfte Pleite im fünften Bundesliga-Spiel. Der Videobeweis gerät ins Visier der Kölner, weil VAR Wolfgang Stark offenbar an diesem Tag anderes vor hatte. Im nächsten Spiel holen die Kölner zwar den ersten Punkt mit einem 0:0 in Hannover. Doch weil Yuya Osako eine Riesenchance vergibt und Marcel Risse am nächsten Tag erneut am Knie operiert werden muss, sinkt die Stimmung auf den Nullpunkt. Das bekommt das Präsidium bei der Mitgliederversammlung zu spüren, insbesondere Werner Spinner gerät in die Kritik der größten Versammlung in der Vereinsgeschichte. Der verbale Schlagabtausch um die Initiative „100% FC“ spaltet den Klub. Es folgen die nächsten Tiefschläge. Der FC erlebt im ersten Europa-Heimspiel seit 25 Jahren gegen Belgrad ein 0:1. In der folgenden Nacht verstirbt Torwartlegende Rolf Herings. Am nächsten Tag muss der FC das Karriereende von Artjoms Rudnevs verkünden, stellt gleichzeitig aber Claudio Pizarro als Hoffnungsträger vor. Dieser wird zwei Tage später gegen RB Leipzig eingewechselt, weil sich Jhon Cordoba verletzt und länger ausfällt.

Jörg Schmadtke verlässt den FC

In der Länderspielpause steigen die Spannungen im Klub, der Misserfolg fordert seinen Tribut. Die Probleme zwischen Stöger und Schmadtke sind inzwischen offensichtlich, auch die Mannschaft steht nicht mehr so zusammen, wie sie es in den Vorjahren demonstriert hatte. Der nächste Tiefschlag folgt unmittelbar. Beim VfB Stuttgart verliert Köln mit 1:2, nachdem den Geissböcken in der Schlussminute ein Elfmeter per Videoentscheid verwehrt wird und in der Nachspielzeit der zweite Gegentreffer fällt. Davon erholt sich die Mannschaft zunächst nicht, liefert in Borisov einen Offenbarungseid ab, der erstmals bei den Fans zu Schmadtke-raus-Rufen führt. Dieser wird am Morgen vor dem Spiel im intensiven Austausch mit Präsident Werner Spinner beobachtet. Viele deuten dieses Gespräche als Vorbote dessen, was vier Tage später kommen wird. Am folgenden Sonntag soll Claudio Pizarro gegen Bremen den FC zum ersten Bundesliga-Sieg schießen. Doch er verletzt sich vor Spielbeginn. Für ihn stürmt Sehrou Guirassy und vergibt die Riesenchance aus drei Metern vor dem leeren Tor. Das Spiel endet 0:0. Es wird das letzte von Jörg Schmadtke, der am nächsten Tag beim 1. FC Köln aufhört. Dass es kein Rücktritt ist, zeigt die Abfindung, die Schmadtke erhält. Ein Zwist mit dem Präsidium, wohl um die Personalie Peter Stöger, führt zum Zerwürfnis und Abschied des Managers. Der FC ist sportlich plötzlich führungslos, Stöger der starke Mann, der allerdings auch schon wackelt. Da hilft der 3:1-Sieg im DFB-Pokal bei Hertha BSC kaum, denn nur drei Tage später verliert Köln das zweite Derby der Saison, diesmal mit 1:2 in Leverkusen. Einen Tag zuvor wird bekannt, dass der FC die Verträge mit Matthias Lehmann und Konstantin Rausch verlängert hat – diese Personalien aber ursprünglich nicht kommunizieren wollte. Warum, bleibt offen.

Eine Länderspielpause lähmt den FC

Vor der nächsten Länderspielpause kassiert der Effzeh eine empfindliche Niederlage. Das 0:3 gegen Hoffenheim lähmt den FC und seine Anhänger, Lethargie und Resignation machen sich breit. Intern wird über die Personalie Peter Stöger diskutiert, doch man kann sich mangels Alternativen nicht zu einer Trennung durchringen. Der in diesem Moment in sportlichen Fragen führungsschwache FC verpasst so den richtigen Zeitpunkt für eine Trennung, um doch noch einmal einen Impuls zu setzen. Ausgerechnet in diese Zeit fällt der Tod der größten FC-Legende Hans Schäfer, der viele FC-Fans, Mitarbeiter und Spieler tief bewegt. Zu allem Überfluss wird in der gleichen Woche bekannt, dass der vor dem Comeback stehende Marcel Risse doch bis Weihnachten ausfällt, dazu Dominique Heintz und Marco Höger lange fehlen werden. Karneval soll ins Wasser fallen, die Spieler entscheiden sich nicht zu feiern. Zumindest offiziell. Inoffiziell ziehen doch einige Profis verkleidet in die Stadt – ein Verhalten, das Peter Stöger wenig später als eines der Indizien anführen wird, dass einige Spieler die Ernsthaftigkeit der Situation nicht verstanden haben.

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