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Die Hinrunde des Grauens: Chronik eines Niedergangs

Der Winter naht mit dem Ende der Stöger-Ära

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Der Arsenal-Sieg, zwei Pleiten und vier Verletzungen

Auf die Länderspielpause folgen die entscheidenden Wochen am Ende der Stöger-Ära. In Mainz verliert der FC trotz Videobeweises wegen eines Schwalben-Elfmeters mit 0:1. Passend dazu verletzt sich Simon Zoller und fällt bis zum Jahresende aus. Es gesellen sich nur vier Tage später Jhon Cordoba, Dominic Maroh und Joao Queiros dazu, die sich ebenfalls schwerer verletzen und lange fehlen werden. Cordoba und Maroh erleiden ihre Verletzungen im letzten großen Spiel unter Stöger, dem 1:0-Sieg über den FC Arsenal. Ein besonderer Sieg für den FC, ein außergewöhnlicher für den Österreicher, der als Arsene Wenger in die Kölner Geschichte eingehen sollte. Doch nach der Partie brechen die letzten neun Tage für ihn am Geißbockheim an. Denn am Wochenende kassiert Köln gegen Hertha BSC in einem besonders schwachen Spiel die entscheidende 0:2-Niederlage.

Die Heldt-Posse und das Stöger-Aus!

Die letzte Woche unter Peter Stöger beginnt mit einer Manager-Posse. Horst Heldt soll der neue Sportchef werden, geht damit selbst an die Öffentlichkeit. Das – und der Auftritt von Toni Schumacher bei Sky – erweisen sich als Bumerang. Hannover 96 bleibt hart, wirft dem FC schlechten Stil vor und Heldt muss kleinlaut bleiben. Derweil räumt Stöger auf. Benny Kugel wird als Athletik-Trainer aus Gründen mangelnder Loyalität entsorgt. Auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz richtet Stöger deutliche Worte an das Präsidium, fordert Klarheit und wirft dem Vorstand und den Spielern vor, einige Werte der letzten Jahre über Bord geworfen zu haben. Einen Tag später, noch vor dem Spiel auf Schalke, einigen sich der Verein und Stöger darauf, getrennte Wege zu gehen. Zum Abschied schenkt die Mannschaft ihrem Trainer ein emotionales 2:2 auf Schalke. Der Abschied vor der Fankurve wird zu einem emotionalen Höhepunkt für Stöger und seinen Assistenten Manfred Schmid. Sie gehen als Sieger, während Werner Spinner und Alexander Wehrle am nächsten Tag auf einer merkwürdigen Pressekonferenz ein schlechtes Bild abgeben. Stefan Ruthenbeck übernimmt – doch das war schon vorher bekannt. Denn inzwischen dringen in beängstigender Regelmäßigkeit Interna an die Öffentlichkeit.

Ruthenbeck-Beginn mit Veh-Vorstellung

Für Ruthenbeck ist es der schlechteste Zeitpunkt für eine Übernahme. In 17 Tagen muss er fünf Spiele in drei Wettbewerben mit seiner Mannschaft bestreiten, von der nur noch die Grundmauern stehen, weil ein Dutzend Spieler verletzt ist. Auf dem Weg zu seinem Debüt bei Roter Stern Belgrad verkündet der Effzeh, dass Armin Veh die Nachfolge Schmadtkes übernehmen wird. In Belgrad selbst scheidet der FC nach einer schwachen Vorstellung aus der Europa League aus, an der sich am Ende niemand mehr erfreuen kann – schon gar nicht, nachdem Ultras im FC-Fanblock für einen Skandal sorgen und Feuerwerkskörper und Böller aufs Spielfeld und in andere Zuschauerblöcke schießen. Es folgt ein Spiel im Schnee, in dem Köln gegen den SC Freiburg eine 3:0-Führung verspielt und nicht nur 3:4 verliert, sondern auch die große Chance liegen lässt, im Abstiegskampf noch einmal heranzukommen. Es folgen der offizielle Amtsantritt Vehs, eine unglückliche Niederlage in München und die Installation von Frank Aehlig als neuer Leiter der Lizenzspielerabteilung. Am 17. Spieltag, sieben Monate nach dem letzten Sieg in der Bundesliga am 20. Mai, gewinnt die Ruthenbeck-Elf doch noch ein Bundesligaspiel. Das 1:0 über Wolfsburg soll Hoffnung machen für den DFB-Pokal gegen Schalke. Allerdings verlieren die Geissböcke und scheiden aus. Mit neun Punkten Rückstand in der Liga auf den Relegationsplatz und in allen anderen Wettbewerben ausgeschieden, geht der 1. FC Köln in die Winterpause. Der tiefe Fall in sieben Monaten von Platz fünf auf Platz 18 als zwischenzeitlich schlechtes Mannschaft der Bundesliga-Geschichte wird wohl als eines der dunkelsten Kapitel in die Vereinsgeschichte eingehen.

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