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Die Physik des Niederschlags: Der Effzeh auf der Nulllinie

Haben die Verantwortlichen die Spieler verloren?

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Haben die Verantwortlichen die Spieler verloren?

Noch einmal zurück zur Definition des Begriffs „Impuls“: In der Physik kennt man auch den sogenannten „Impulsstrom“, also die Richtung, in die sich ein Impuls entwickeln kann. Dieser kann positiv, er kann aber auch negativ sein. Natürlich hatten sie beim 1. FC Köln gehofft, dass die Stöger-Demission und die Ruthenbeck-Installation sich positiv auswirken würden. Ob die Verantwortlichen überhaupt in Betracht gezogen haben, dass es auch negativ ausgehen könnte?

Oftmals werden Trainerwechsel vorgenommen, um das Gefühl einer „Befreiung“ bei den Spielern zu erzeugen. Doch kaum jemand in der Kabine musste von Stöger „befreit“ werden. Natürlich gab es einige Profis, die unzufrieden waren und sich verloren gefühlt haben. Der Österreicher wusste längst nicht mehr alle Profis gänzlich hinter sich. Aber vor allem herrschte zuletzt Resignation aufgrund der anhaltenden Verletztenmisere. Es gab keine Hoffnungsträger mehr. Selbst Ruthenbeck musste nach dem Aus in der Europa League zugeben, dass es für ihn nur darum gehen kann, auf mentaler Ebene die Spieler neu anzusprechen. Ein paar Dinge hatte er zwar auch auf dem Platz umgestellt, beispielsweise die Abläufe bei Ecken. Aber dass er ernsthaft davon sprach, es müssten sich jetzt schnell neue Automatismen finden, klang wie ein schlechter Witz. Mit vier Spielen in elf Tagen gibt es nicht einmal genügend Trainingseinheiten, um neue Dinge einzustudieren, geschweige denn sie zu automatisieren.

Schubumkehr statt Impuls: Nur die Spieler können jetzt noch helfen

Das wissen natürlich auch die Spieler. Und so könnte genau das eingetreten sein, was die Bosse so lange an Stöger hatte festhalten lassen: dass der Abschied von Stöger dazu geführt hat, dass die Verantwortlichen Teile der Mannschaft verloren haben. Genau diese Angst hatte Spinner, Wehrle und die restliche Führungsriege über Wochen erstarren lassen. Hätten sie nach Klatschen wie dem 0:3 gegen Hoffenheim oder dem 0:2 gegen Hertha gehandelt, wäre es nachvollziehbar gewesen. Auch für die Mannschaft. Nach dem 2:2 auf Schalke gehandelt zu haben, könnte aber statt eines positiven Impulses eine Schubumkehr bewirkt haben, die zum endgültigen Totalschaden aller Betriebssysteme in der Mannschaft geführt hat.

Diesen Totalschaden kann nicht einmal Ruthenbeck abwenden. Das kann nur die Mannschaft selbst – intern und mithilfe der wenigen Führungsspieler, die noch verblieben, fit und einsatzbereit sind. Diese Spieler müssen sich nun für das Spiel gegen den SC Freiburg zusammenraufen und intern klar machen: Stöger ist weg, und egal wer jetzt der Trainer ist, es geht nur darum, die eigene Würde und Ehre wiederherzustellen. Ruthenbeck ist nur der Verwalter des Chaos, die Gestaltung auf dem Rasen müssen die Spieler übernehmen. Entweder sie schaffen es gegen Freiburg von ganz alleine, oder 1. FC Köln ist reif für einen anderen physikalischen Impuls: jenen der sich aufeinander zu bewegenden Kräfte einer Schrottpresse.

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