Besiegte sein Trainer-Idol Arsene Wenger: Peter Stöger. (Foto: Mika Volkmann)

Peter Stöger: Viereinhalb Jahre Rekordtrainer im Rückblick

Der Absturz und das Vermächtnis

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Ein beispielloser Niedergang

In der aktuellen Spielzeit legte der Effzeh in der Bundesliga einen beispiellosen Abstieg hin. Die ersten fünf Partien verloren die Geissböcke allesamt. Mehr als drei Unentschieden wollten auch an den folgenden neun Spieltagen nicht herausspringen. Die Defensive löchrig, im Mittelfeld ideenlos und im Angriff mit großer Abschlussschwäche: Der Effzeh war kaum noch wiederzuerkennen. Nur wenig erinnerte an den erfolgreichen Fußball aus der Vorsaison.

Teilweise waren die Auftritte desolat. Zwar spielten in dieser Negativentwicklung auch die Transferpolitik, die Verletzungsmisere und Pech bei Schiedsrichterentscheidungen eine große Rolle. Nichtsdestotrotz begann Stögers Denkmal zu bröckeln. Sein Verhältis mit Ex-Manager Jörg Schmadtke zerbrach, zum Schluss krachte es auch im Trainerteam, was zur Trennung von Yann-Benjamin Kugel führte. Zudem kochten Diskussionen über die Trainingssteuerung hoch, die den späteren Sportchef Armin Veh zu Kritik an Stöger veranlasste. Schließlich glättete Veh aber die Wogen: “Das passiert eben mal. Das kann jedem passieren.” Am Ende aber wurde Stöger auch die eigene Arbeit auf dem Trainingsplatz zum Verhängnis.

Stöger muss gehen – doch er bleibt in Erinnerung

Dennoch hielten Köln und der Trainer weit über das branchenübliche Maß hinaus zusammen. “Das Letzte, was passiert, ist, dass ich bei einem Klub, bei dem ich so lange bin, hergehe und sage: ‚Das war’s für mich!'” Es war nicht Stögers Art hinzuschmeißen. Dennoch zerbrach auch zwischen Stöger und dem Präsidium am Ende etwas, der Österreicher stellte sich deutlich in die Öffentlichkeit und forderte vom Klub Klarheit: Jobgarantie oder Trennung. Letztlich einigte man sich noch vor dem letzten Spiel auf Schalke auf eine Trennung – die Mannschaft schenkte ihrem Coach ein respektables 2:2 zum Abschied.

Auch, wenn Stöger in seiner letzten Saison nicht ansatzweise an die erfolgreiche Arbeit der Vorjahre anknüpfen konnte, wird sein Name noch lange in der Domstadt nachhallen. Seine Art – sein herzlicher Umgang mit Mitmenschen – ist selten geworden im eiskalten Fußballbusiness. Noch immer spricht man am Geißbockheim von einer außergewöhnlichen Zeit mit dem 51-Jährigen und dessen Assistenten Manfred Schmid. Es war eine ungewöhnliche Beziehung zwischen dem Klub und einem ebenso ungewöhnlichen Trainerteam.

“Die Spieler, die Mitarbeiter im Klub, die Fans und die Stadt Köln sind Manni Schmid und mir ans Herz gewachsen und wir drücken allen die Daumen, dass der 1. FC Köln den Klassenerhalt schafft”, sagte der Österreicher nach seinem Aus in der Domstadt. Peter Stöger war der erfolgreichste FC-Trainer seit Christoph Daum Ende der 1980er Jahre. Zu Beginn einer jeden Pressekonferenz begrüßte er die Runde mit einem trockenen “Mahlzeit”. Am Ende seiner Amtszeit sagte der Wiener leise Servus.

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