Werner Spinner am Geißbockheim. (Foto: GBK)

“Sehr bedenklich!” Spinner spürt deutlichen Gegenwind

Zwischen Moralaposteln, Werten und der Basis

Contents

Es gibt eine Reihe an Pseudo-Moralaposteln

Genau diese fehlende Führung durch einen Einigkeit ausstrahlenden Vorstand hatte Stöger am Donnerstag auf dessen außergewöhnlicher Pressekonferenz kritisiert. Zwar versuchten die FC-Verantwortlichen anschließend, die Worte des Trainers in der Öffentlichkeit freundlich zu deuten. Doch ein Satz ließ sich nicht ausblenden:  Stöger schloss zwar Geschäftsführer Alexander Wehrle in seine Kritik nicht mit ein, fügte jedoch an: “Aber es entscheiden eben mehrere Personen.”

Doch diese Personen zögerten über mehrere Wochen hinweg eine Entscheidung in der Trainerfrage hinaus. Dies kritisierten in den vergangenen Tagen diverse Medien, auch der GEISSBLOG.KOELN. Die Onlinezeitung warf dem Präsidium unfaires Zeitspiel vor und zeigte auf, dass Stöger von den Verantwortlichen zeitweise alleine gelassen worden war. Spinner wollte dies am Sonntag nicht unkommentiert lassen: “Es gibt eine Reihe an Pseudo-Moralaposteln, die uns einen respektlosen Umgang mit Peter Stöger vorwerfen”, schimpfte der Präsident. Die Trennung sei allerdings respektvoll und in einem langen Gespräch vollzogen worden, in dem “wir uns zweieinhalb Stunden ausgetauscht haben, was wir vielleicht falsch gemacht haben und was die Trainer vielleicht falsch gemacht haben. Es war sehr offen, sehr ehrlich. Das Ergebnis war respektvoll.”

Von Werten trennt sich nicht der Verein. Von Werten trennen sich Menschen.

Dem 1. FC Köln ist zu wünschen, dass diese umfassende Analyse – sehr offen, sehr ehrlich – nun weitergeht. Der Effzeh braucht nicht nur einen neuen Geschäftsführer Sport und einen neuen Trainer. Die Geissböcke müssen auch zu ihren alten Werten zurückkehren, die den Klub vor fünf Jahren in die richtige Spur brachten. Peter Stöger sagte am vergangenen Donnerstag: “Von Werten trennt sich nicht der Verein. Von Werten trennen sich Menschen.” Jetzt müssen Spinner, Schumacher, Ritterbach und Wehrle beweisen, wie kritikfähig sie sind. Denn es waren harte Worte, die auch ihnen galten – denn die Mitarbeiter eines Unternehmens oder eines Vereins können nur leben, was ihnen vorgelebt wird.

In der “Adventszeit”, einem Magazin des Erzbistums Köln, wurde jüngst ein Interview mit Werner Spinner veröffentlicht, das dieser – das sei erwähnt – bereits im Spätsommer gegeben hatte. Damals ging es dem Effzeh noch, getreu seinem Motto, spürbar anders als heute. Spinner überraschte in diesem Interview mit der Aussage, “die Kirche kann von uns lernen”, und zwar in Bezug auf den Dialog mit den Fans und Mitgliedern. “Wir wollen wissen, was geht den Fans durch den Kopf?” Nun muss der Vorstand beweisen, dass er es ernst meint mit dieser Nähe zu den Fans, Mitgliedern und auch Mitarbeitern. Denn eines ist klar geworden in den letzten Wochen: Die Führungsetage hat einiges an Rückhalt in der Basis verloren.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

simple-ad

This is a demo advert, you can use simple text, HTML image or any Ad Service JavaScript code. If you're inserting HTML or JS code make sure editor is switched to 'Text' mode.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen