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Wie ein junger Fan den Erfolg und den Absturz verkraftet

Der schlimmste Tag des Jahres

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Böse Vorahnung von Stöger?

Einer der schlimmsten Tage in dieser Hinrunde war für mich der 3. Dezember. Der Tag der Stöger-Entlassung. Nur wenige Stunden nach dem erkämpften Punkt auf Schalke musste unser Erfolgstrainer den Effzeh verlassen. Dass es sportlich nach dieser katastrophalen Hinserie die einzige und richtige Entscheidung des Vorstandes war, steht eigentlich außer Frage. Dennoch hat diese Trennung ein Loch gerissen. Vier Jahre lang ging es mit dem sympathischen Österreicher nur bergauf. Solche Erfolge habe ich mit meinen 24 Jahren bis dato nie erleben dürfen. Am letzten Tag im Trainingslager in Bad Radkersburg scherzte Peter Stöger noch, er würde die „Kölner Lichter“ in diesem Jahr auf dem RheinEnergie-Schiff verfolgen. Er sagte: „Da war ich in meinem ersten Jahr schon einmal. Und jetzt gehe ich in meinem letzten Jahr wieder drauf.“ Jeder, inklusive ihm, lachte. Heute lacht niemand mehr. Mittlerweile hat diese Szene in meinem Kopf einen bitteren Beigeschmack.

Aber es gilt nach vorne zu blicken. Peter Stöger und Jörg Schmadtke sind weg, Stefan Ruthenbeck und Armin Veh sind da. Und diese verdienen genauso viel Vertrauen von uns wie ihre Vorgänger.

Darum war nicht alles schlecht

Außerdem war trotz dieser gruseligen Hinrunde auch nicht alles schlecht. Durch den Einzug in die Europa League hat der Effzeh uns Fans ein Geschenk gemacht, das wir lange Zeit nicht vergessen werden. Unvergessen bleibt der Marsch mit 15.000 Kölnern durch London, der erste Heimsieg in der Europa League gegen BATE Borisov und der Triumph gegen den FC Arsenal. Ja, sogar das Ausscheiden in Belgrad wird mir in Erinnerung bleiben. Zwar war das Spiel für jeden Kölner eher ein Trauerspiel. Aber mitzuerleben, wie 50.000 Serben „Auf Wiedersehen“ singen, werde ich wohl noch meinen Enkeln erzählen.

Es gab also auch durchaus erwähnenswerte Momente in dieser Hinrunde. Und mittlerweile werde ich auch wieder von Freunden mit viel Häme und Spott nach einem Bundesliga-Spieltag begrüßt. Also eigentlich alles wie früher. Manchmal hoffe ich immer noch, am 21. Mai aufzuwachen und nichts von dem wäre wahr. Doch dem ist nicht so. Eines steht fest: Als FC-Fan wird dir nie langweilig. Und noch etwas bleibt bestehen: Egal, wie diese Saison zu Ende gehen wird: „Mer jon met Dir wenn et sin muss durch et Füer “ steht nicht nur auf unseren Fahnen, wir leben es auch. Sinnloses „die Mitgliedschaft kündigen“ wird es nicht geben. Und wenn doch, sollen diejenigen ruhig gehen, die sowieso nur Teil des Erfolgs sein wollten. Sollte die Mannschaft, mit ihren treuen Fans im Rücken, doch noch die Rettung schaffen, wird die Party wohl ähnlich lange dauern wie im Sommer 2017. Stürzt der Effzeh jedoch wirklich in die Zweitklassigkeit, reisen wir eben nicht mehr quer durch Europa, sondern nach Sandhausen und Heidenheim für den Heimvorteil. Denn Effzeh-Fan bist du „e levve lang“.


Alles über den Effzeh in Europa könnt ihr im Buch „Geißböcke mit Fernweh – der 1. FC Köln und seine internationalen Spiele“ von Dirk Unschuld nachlesen. Weitere Informationen findet Ihr hier!

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