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Fragen und Antworten zu Bocklemünd und den Folgen

Was der FC, Union und die Stadt sagen

Was sagt der FC?

Nach Bekanntwerden des Vorfalls äußerte sich der 1. FC Köln zunächst zurückhaltend: „Der 1. FC Köln verurteilt Gewalt ohne Wenn und Aber. […] Der FC tut alles, was in seiner Macht als Fußballverein steht, um Personen, die den Fußball und die Vereine als Bühne und Vorwand für ihre Gewalttaten missbrauchen, vom Verein und vom Stadion fernzuhalten.“ Am Freitag folgte dann die Reaktion in Form von bundesweiten Stadionverboten gegen alle identifizierten „Störer“, wie der FC sie nannte. Der Klub deutete aber auch an, dass diese Maßnahme wohl kaum einen nächsten Vorfall wie in Bocklemünd verhindern werden, denn in der Mitteilung hieß es auch: „Außerhalb des Stadions und abseits unserer Spiele sind die Vereine im Kampf gegen Gewalt auf Polizei und Justiz angewiesen.“ Dass die Polizei auf ihrer Pressekonferenz erklärte, man hätte sich gewünscht, der FC hätte an der Pressekonferenz teilgenommen, stieß deshalb im Klub auf wenig Verständnis.

Was sagt Union Berlin?

Auf wenig Verständnis stieß das Vorgehen der Polizei in der Nacht von Montag auf Dienstag derweil bei Union Berlin. Die Eisernen kritisierten die Maßnahmen der Kölner Einsatzkräfte gegen die Insassen des Fan-Busses. Diese waren mehrere Stunden lang festgehalten und erkennungsdienstlich behandelt worden, zudem waren Handys beschlagnahmt worden. „Sowohl die Aussagen der Polizei als auch unserer Fans lassen keinen Zweifel daran, von wem die Gewalt in Köln ausging. Es ist daher äußerst fragwürdig, warum im Rahmen der Ermittlungen die Opfer wie Täter behandelt werden“, sagte der Berliner Vereinssprecher Christian Arbeit. Dabei ließ der Klub jedoch unkommentiert, dass erstens auch vermummte Personen den Fan-Bus verlassen hatten, um die Angreifer zu attackieren und zweitens, dass die Polizei eine mögliche Verabredung beider Lager prüft und deshalb die Mobiltelefone beschlagnahmte.

Was sagt die Stadt Köln?

Bislang haben sich weder Politiker oder Parteien noch die Oberbürgermeisterin Henriette Reker offiziell zu den Vorfällen geäußert. Lediglich Natalie Neuen von der Kölner Staatsanwaltschaft wurde bislang zitiert. Man werde prüfen, „inwiefern wir Haftbefehle beantragen“. Polizei und Justiz müssten auf eine „zunehmende Radikalisierung“ reagieren. „Sonst haben wir bald keine Fußballspiele mehr, sondern befassen uns nur noch mit Gewalt im Fußball.“ Eine Einordnung zu der Definition, dass Fußball keine Voraussetzung für Hooliganismus sein müsse, sondern nur Gelegenheit, gab es nicht. Denn von offizieller Seite wurden die Täter bislang nicht einstimmig als Hooligans eingestuft.

Was bedeutet das für das Pokalspiel in Berlin?

In Berlin fürchten nun die Sicherheitskräfte ein Aufeinandertreffen der Kölner und Berliner Fans. Den Anhängern des BFC Dynamo wird in Teilen eine Nähe zu Gewalt und der Konfrontation mit anderen Fangruppen nachgesagt. Zudem sollen sie sich immer wieder mit befreundeten Fangruppen aus dem In- und Ausland verbünden, um sich Auseinandersetzungen zu liefern. Diese Sorge soll aber zumindest im Umfeld des Olympiastadions in Berlin nicht gerechtfertigt sein, hieß es. Was einen Vorfall wie in Bocklemünd freilich nicht ausschließen würde. Denn dabei handelte es sich um eine Tat, die unabhängig des Spiels weit abseits des Stadions verübt wurde.

2 Kommentare
  1. Michael H says:

    Solch eine Einordnung wäre zum jetzigen Zeitpunkt ja auch aberwitzig.

    Basierend auf den genannten Fakten geht die Aktion primär natürlich von sogenannten Anhängern des FC aus. Aber solange die Ultras weiter hofiert werden, wird sich daran auch so schnell nichts ändern.

    • Gerd Mrosk says:

      Diese“Einordnung“ ist erst einmal als sekundär zu betrachten.
      Fakt ist das es bei dem Begriff des Hooliganismus zweifelsohne
      nicht um einen Begriff handelt ,der zwangsläufig im Einklang mit
      Fussball oder deren (wahren)Fans stehen muss,sondern explizit
      auf Gewaltbereitschaft von Gruppierungen basiert.

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