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Köln muss fit sein: Gegner laufen bis zu 20 Prozent mehr

Das ist in allen Profi-Ligen heutzutage Standard

Das ist in allen Profi-Ligen heutzutage Standard

Weuthen und Morschel hatten bereits im Nachwuchs mehrere Tracking-Systeme getestet, die bis dato aber weder bei den Profis noch der U21, U19 oder U17 eingesetzt worden waren. Im Nachwuchs, hieß es, fehlte das Geld. Bei den Profis, hieß es, wurden solche Kontrollmethoden abgelehnt. Das änderte sich unter Veh, der Geschäftsführer genehmigte Weuthens und Morschels Wunsch, für die Profis und die U21 ein einheitliches System anzuschaffen und auch die U19 und U17 mit einem Grundpaket der Trainingskontrolle auszustatten. Seit Januar 2018 sind die Profis und die Spieler der U21 daher mit schwarzen Brustgurten zu sehen, die einem BH ähneln. Sie enthalten Herzfrequenzmesser und GPS-Chips.

„Das ist in allen Profi-Ligen heutzutage Standard. So lässt sich das Training viel besser steuern“, sagt Morschel und bestätigt damit indirekt, wie groß die Defizite nicht nur bei den Spielern, sondern in der Trainingssteuerung beim FC vor dem Personalwechsel waren. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. „Im Anschluss an die Trainingseinheiten haben wir die Möglichkeit, die subjektiven Eindrücke (des Trainerteams von den Spielern) mit den objektiven Daten abzugleichen.“ Inzwischen wissen die Trainer, welche Spieler wie viel laufen, in welchen Herzfrequenzbereichen sie trainieren, welche Intensitäten sie fahren und ob sie sich nahe ihres Leistungslimits bewegen oder deutlich darunter.

Cordoba und Hector als Beispiele

In der Rückrunde wurde so beispielsweise Jhon Cordoba über mehrere Monate wieder herangeführt. In Köln hatte der Kolumbianer über ein halbes Jahr mit Verletzungen zu kämpfen, die ihm seine Explosivität und Schnelligkeit raubten. Der Stürmer trainiert erst seit der Sommervorbereitung auf die Zweite Liga wieder in den Bereichen, die er aus Mainz kannte. „Jeder Spieler ist anders. Der eine ist schnellkräftig und explosiv wie Jhon Cordoba. Andere wie Jonas Hector sind besonders ausdauernd und werden nicht müde“, sagt Morschel. Erst durch die Überwachung der Trainingseinheiten sei eine individuelle Betreuung der Spieler möglich geworden.

Morschel und Weuthen sprechen gerne von einer „Kultur für Athletiktraining“, die sie beim FC etablieren wollen. Den Spielern sollen Angebote geschaffen werden, um gezielt an den persönlichen Schwächen zu arbeiten. Inzwischen müssen die Spieler eine Dreiviertelstunde vor Trainingsbeginn für das Athletik-Duo zur Verfügung stehen, um im körperlichen Bereich zu arbeiten. „Wenn die Jungs auf den Trainingsplatz kommen, haben sie schon individuell gearbeitet“, sagt Weuthen. „Deswegen lässt sich der Gesamtumfang des Trainings von außen nicht immer zu 100 Prozent einschätzen.“

5 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Der Artikel liest sich wie eine Kritik am Training und an der Trainingssteuerung, wie sie unter Peter Stöger üblich waren. Der Gerechtigkeit halber muss man aber dazu sagen, dass Stöger aufgrund seiner zahlreichen anderen Verpflichtungen (Mitwirkung in der „Lindenstrasse“, tägliche Interviews, häufige Präsenz in Fernsehsendungen, Übernahme von Schirmherrschaften usw.) gar nicht die Zeit hatte, sich um Training und Fitness der Mannschaft zu kümmern.

    • Stefan Schmitz says:

      Hach, herrlich…nur noch wenige Stunden bis zur Saison 18/19.
      Manch einer ist angespannt oder gar nervös, bei anderen hingegen überwiegt die Vorfreude. Nur einer steht morgens auf, setzt sich in aller seelenruhe hin und verputzt nen kleinen Stögerlinger zum Frühstück… ;)

      In diesem Sinne: Guten Morgen Herr Lenz! Auf einen hoffentlich guten Saisonauftakt. Come on Effzeh!

    • Frank Hermann Bernhardt says:

      Achso, PS hatte beim FC nur einen Nebenjob – Herr Lenz, die Lindenstraße ist doch nicht schuld daran, dass die Mannschaft nicht dir war!!! Den Stiefel müssen sich PS & MS schon selbst anziehen! Die beiden haben in Köln gutes Geld bekommen (und lange auch verdient!), dafür muss man auch Leistung bringen und zwar zu hundert Prozent!

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