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Seltenes Interview: FC-Capo Schell spricht über den FC

Heute rütteln sie am Stadion, morgen an den Vereinsfarben, übermorgen am Logo

Zum FC gehen die Zuschauer nicht für guten Fußball

Auch am Zustand des offenen Bruchs zwischen Ultras und Vorstand hat sich in den letzten Monaten nichts geändert, wie Schell bestätigte. Nachdem Präsident Werner Spinner in den ersten Jahren seiner Amtszeit noch als großer Fürsprecher der Ultras galt und von der Südkurve positiv bewertet wurde, ist der Vorstand inzwischen zum Feindbild der Ultras geworden. Die Gründe für Schell und seine Mitstreiter sind vielfältig: die Praxis der Stadionverbote, das Zusammenspiel aus DFB-Strafen und Inregressnahme durch den FC, der Umgang mit Fans und Mitgliedern, aber auch das Thema Investoren. Zu letzterem gab sich Schell unzweideutig.

„Ich glaube, die Menschen gehen zum FC, weil es authentisch ist, weil sie sich mit ihrem Verein identifizieren. Vereine, die noch ihren Mitgliedern gehören, machen den Fußball aus. […] Wir wählen den Präsidenten, der ernennt den Geschäftsführer, der holt die Spieler. In Köln haben die Mitglieder noch viel zu sagen.“ Und das solle ohne Wenn und Aber so bleiben. Bei Spinner, erklärte Schell, habe er diese Sicherheit aber verloren.

Tiefes Misstrauen gegenüber dem Vorstand

„Dass es in Köln irgendwann mal Leute gibt, die die Idee haben, das Müngersdorfer Stadion woanders hinzusetzen, das hätte ich nicht gedacht. Heute rütteln sie am Stadion, morgen an den Vereinsfarben, übermorgen am Logo. So was können wir nicht akzeptieren und befinden uns unter anderem auch daher mit der eigenen Vereinsführung im Streit.“ Für Schell und viele andere FC-Fans gehe es nicht darum, irgendwann mal wieder Deutscher Meister zu werden. Zumindest nicht, wenn dies mit dem Verkauf der Identität einher gehen sollte. „Du hast nichts davon, wenn der 1. FC Köln dann nicht mehr 1. FC Köln heißt, oder nicht mehr in Müngersdorf spielt. Ich möchte ja auch in meinem Leben nicht Erfolg um jeden Preis.“

Das gesamte Interview finden Sie hier.

3 Kommentare
  1. Toni10 says:

    Interessanter Artikel und bestätigt meine Meinung von vielen Fans. Er (die ultras) verzichtet lieber auf Erfolg anstatt ein wenig Tradition zu opfern. Als Fan sollte man doch das beste für den Club wollen und nicht auf seine Bedürfnisse schauen. Wen juckt es wo das Stadion steht? Mit einem eigenen Stadion würde der Club mehr erwirtschaften und auch die Mannschaft stärken. Ich halte nix von Brause- oder Werksclubs aber solch ein Denken ist echt absurd. Ich bin Mitglied daher gehört mir der Club und ich will meinen zweiwöchentlichen Rhythmus beibehalten und bloß nicht in einen anderen Stadtteil fahren… Mit solch einem Denken müssen wir uns nicht wundern, dass wir wieder in der 2. Liga spielen. Ständig Stress wegen der Fans die glauben sie sind das wichtigste im und für den Verein grausam.

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