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Hoffen auf Modeste – doch die Tormaschine läuft längst

Was macht Anfang mit Modeste?

Was macht Anfang mit Modeste?

Und was, falls die Entscheidung tatsächlich in dieser Woche kommen und pro FC und Modeste ausfallen sollte? Zunächst dürfte sich für den FC nicht viel ändern. Zumindest nicht für die Startelf der Geissböcke. Denn Anthony Modeste würde erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Die historischen Verdienste des Franzosen sind unbestritten. Jene von Simon Terodde (23 Saisontore) und Jhon Cordoba (zehn Saisontore) in dieser Saison allerdings auch.

Zusammen harmoniert das Duo hervorragend, seit Trainer Markus Anfang auf ein Zwei-Stürmer-System umgestellt hat. Zudem kann sich der FC-Coach auf die Fahne schreiben, aus dem niedergeschlagenen Cordoba einen der herausragenden Spieler der aktuellen Zweitliga-Saison geformt zu haben. Kein Grund also für Anfang, an seinen beiden Top-Angreifern zu rütteln, zumal bislang alles nur auf der theoretischen Annahme basiert, dass Modeste bald spielberechtigt sein könnte. Sollte dies jedoch passieren, wäre der Franzose ein Joker, der die Kräfteverhältnisse in der Liga noch einmal deutlich zugunsten des Effzeh verschieben würde. Zumindest hoffen dies die Kölner Verantwortlichen.

Schon jetzt fast so viele Tore wie 2013/14 insgesamt

Anfang hat es jedenfalls nicht leicht. Nicht nur, dass er in schöner Regelmäßigkeit Fragen zu einem Spieler beantworten muss, der bislang lediglich mittrainiert, aber nicht eingesetzt werden darf. Zudem muss Anfang seine beiden funktionierenden Top-Stürmer schützen, die trotz ihrer starken Leistungen mitunter nur als Platzhalter für die Über-Figur Modeste betrachtet werden. Dabei haben Terodde und Cordoba in Anfangs System dazu beigetragen, dass die Geissböcke nach 21 Spieltagen fast schon so viele Tore erzielt haben wie der Aufstiegs-FC in der Saison 2013/14 nach 34 Spieltagen. Damals stieg der FC unter Peter Stöger mit 53 Treffern am Ende der Spielzeit auf. Heute hat Köln bereits nach 21 Spielen 51 Tore erzielt und damit mehr als jede andere Mannschaft der Liga.

Nur der nächste Gegner Paderborn (50) kann mithalten. Dahinter klafft ein riesiges Loch, Holstein Kiel hat mit 39 Treffern die drittmeisten Tore erzielt. Zum Vergleich: Tabellenführer HSV kommt bislang nur auf 28 Tore, hat aus diesen wenigen Treffern aber das maximal Mögliche gemacht. Während Hamburg von der Ligaspitze grüßt, muss sich Anfang den Skeptikern und Kritikern erwehren, die nebst dem Spektakel auch eine unüberwindbare Defensive und den FC ungefährdet an der Ligaspitze sehen wollen. Dass dieser Wunsch aktuell nicht in Erfüllung geht, liegt vor allem in den im Herbst verpatzten Heimspielen gegen Duisburg, Heidenheim oder Paderborn begründet.

Ob diese Partien mit Anthony Modeste anders ausgegangen wären, wird sich nicht mehr klären lassen. Die Kölner Hoffnung ruht aber darauf, dass der Franzose zumindest in den Rückspielen eingreifen kann. Am besten schon am Freitagabend, um die 3:5-Pleite aus dem Hinspiel gegen Paderborn wieder gerade zu rücken. Womöglich reichen dazu aber auch Terodde und Cordoba – denn am 5. Spieltag hatten die beiden Angreifer noch nicht gemeinsam in der Startelf gestanden.

5 Kommentare
  1. major says:

    „Die historischen Verdienste des Franzosen sind unbestritten“

    Ritt er einst neben Napoleon Bonaparte durch das Rheinland und kritzelte „4711“ an ein Haus der Glockengasse?

    Das war eine andere Mannschaft, ein anderer Trainer, eine andere Liga. Historische Verdienste gehören ins Museum, nicht in einen Fußball, der sich alle paar Jahre wandelt so wandelt, daß selbst eine Nationalelf plötzlich dumm dasteht. Aus dem gleichen Grund ist ein Poldi keine zwingende Spieler(!)verpflichtung für den Effzeh.

    Vielleicht wird er das teuerste Backup der Vereinsgeschichte, vielleicht verkloppt man ihn übernächste Saison wieder für ein Handgeld, oder er verweigert (übrigens: schon wieder) die Arbeit, weil „er schon sein Leben lang für den SC Immekeppel 08 spielen wollte“. Fußball ist Bewegung, keine „historischen Verdienste“. Darüber mag man in sich rührseligen Vorstandsveranstaltungen alter Männer die Schenkel klopfen, wo sie auch hingehören und bleiben sollten. Die erfolgreichen der Liga sind es nicht, weil sie lauter Spieler mit „historischen Verdiensten“ einstellen. Diese liegen eher darin, Strukturen zu schaffen, Rahmenbedingungen wie Nachwuchsarbeit, Leistungszentren und Scouting, die lange nachwirken, eben länger als eine Saison.

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