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„Immer immer widder“: Das war gut, das war schlecht

Ein Wechsel sorgt für die Wende

Das war schlecht

Und doch blieb nach 90 Minuten das Gefühl des „Immer immer widder“ zurück. Weil der Effzeh einmal mehr entweder die Anfangs- oder die Schlussphase einer Partie in den Sand setzte. Gegen Bochum und Union waren es die ersten Sekunden der Partie. In Paderborn war es erneut der letzte Akt der Partie. Wie im Hinspiel, wie in Kiel, wie in Hamburg – in den letzten zehn Minuten gab der FC schon sieben Punkte aus der Hand.

Armin Veh kritisierte die fehlende Souveränität, die eine Spitzenmannschaft, die der FC sein will, eigentlich an den Tag legen müsste. Erfahren genug sind die Kölner Profis eigentlich. Und doch ließ sich der Effzeh die Butter vom Brot nehmen und vom Willen der Paderborner überrollen. Einmal mehr anfällig nach Standards, einmal mehr unkonzentriert, einmal mehr nicht in der Lage, auf den Druck und die Umstellungen des Gegners zu reagieren.

Doch auch die eigenen Umstellungen griffen nicht. Veh bezeichnete die Auswechslung von Rafael Czichos wegen potentieller Gelb-Rot-Gefahr im Nachhinein als Fehler. Markus Anfang hatte stattdessen Frederik Sörensen gebracht, und der Däne wurde zu einer Art Sündenbock für die Niederlage. Ohne Spielpraxis und zuletzt mehr als Aushilfsstürmer genutzt, sollte er plötzlich helfen, den Sieg über die Zeit zu bringen. Stattdessen wurde der Wechsel zum Startschuss der Paderborner Aufholjagd.

So geht es weiter

Armin Veh forderte am Samstag eine schonungslose Aufarbeitung des kollektiven Versagens vom Freitag. Der Sportchef rückte damit zwar nicht explizit vom Trainer ab, machte aber deutlich, dass weder Spieler noch Trainerteam mehr Zeit bekommen werden, um das Ziel des FC wieder ins Visier zu nehmen. Die Geissböcke, das machte Veh unmissverständlich klar, müssen sofort wieder Kurs auf die Bundesliga nehmen.

Am kommenden Samstag wird als nächster Gegner der SV Sandhausen mit Uwe Koschinat auf der Trainerbank zu Gast sein. Anschließend geht es in die Englische Woche mit den Auswärtsspielen in Aue und Ingolstadt. Drei Abstiegskandidaten, gegen die es aus Kölner Sicht nur drei Siege geben darf. Denn wenn der FC es schon nicht schafft, gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen (wie Veh ebenfalls kritisierte), dann darf man sich zumindest gegen die Underdogs keine Blöße geben.

14 Kommentare
  1. Max Moor says:

    Ich verstehe es Heute noch nicht warum man unbedingt Herrn Anfang wollte und viel Geld bezahlte da er noch gebunden war . . es gibs doch so viele gute Trainer die besser sind und nicht solche Experimente ! Wollte Köln Hoffenheim nach machen mit diesen Nagelsmann . . . Köln ist für diesen Trainer über eine Nummer zu Groß . Ich sagte schon letzte Saison das ist der Anfang vom Ende .

  2. Ulrich Treimer says:

    Mindestens 7 Punkte aus den nächsten 3 Spielen, sonst ist Schicht im Schacht. Geht ein Spiel davon verloren, muß reagiert werden.
    Nur am Rande: Über unsere schlechte Bilanz gegen Mannschaften der oberen Tabellenhälfte schreibe ich bereits seit Monaten. Aber jedes Spiel wird offensiv angegangen, egal gegen welchen Gegner. Unser Plan ist im jeden Spiel gleich.

  3. Klaus-Uwe Saiko says:

    Für mich waren zwei Dinge für die Niederlage in Paderborn entscheidend:

    1. Die Auswechselspielchen: Völlig unverständlich für mich, daß der Trainer auf die gelbbelasteten Spieler so reagierte. Diese Spieler wissen doch sehr wohl, wie sie sich nach einer gelben Karte für den Rest der Spielzeit zu verhalten haben. Und wenn nicht, bitte in den Trainingsplan mit aufnehmen… Für mich fühlte es sich lächerlich und desaströs an, aus solch einem Grund gleich 3 Spieler vom Feld zu nehmen. Es sind doch keine Kindergartenzwerge, die nicht wissen könnten, was dann zu tun ist ! Mit diesem Aktionismus der Auswechselei wurde den betroffenen Spielern in gewisser Weise Unvermögen unterstellt. Und es war mitunter der Grund, warum in der Hintermannschaft nichts mehr funktionierte. Und ich betone ausdrücklich: Den Frederik Sörensen trifft keine Schuld, denn eingewechselt hatte ihn ein anderer, der es nie hätte machen dürfen nach der seit Monaten unterirdischen Leistung des Dänen bei seinen Einsätzen.

    2. Die Torwartsituation: Jeder Torhüter kann mal einen schlechten Tag erwischen. Aber es tut mir leid, eine Weiterentwicklung von Timo Horn ist mir seit langer Zeit verborgen geblieben. Mag er bisher auf der Linie eine anständige Leistung gebracht haben, für einen Ausnahmekeeper mit Anspruch auf internationales Niveau als Nationaltorhüter ist dies einfach zu wenig. Da gehören auch noch ein paar Quadratmeter Strafraumbeherrschung dazu. Ich werde den Eindruck nicht los, sobald sich der FC-Keeper zwei Meter von der Torlinie wegbewegt irrt er in der Gegend herum und weiss nicht mehr was er mit sich anfangen soll. Wenn es ein Herr Menger nicht schafft ihm die Strafraumbeherrschung beizubringen, sollte er sich beim Vizepräsident mal ein paar Tipps geben lassen und Videos aus seiner aktiven Zeit zeigen. Die letzten beiden Gegentore gegen Paderborn waren fast identisch und beide Male sah der Keeper mehr als schlecht in seinem Stellungsspiel aus.

    Und zu guter Letzt sollte noch erwähnt werden, daß doch nicht immer am gleichen Spielsystem festgehalten werden sollte. Dadurch wird man für den Gegner ausrechenbarer und anfällig in seiner Spielweise.

  4. Ulrich Treimer says:

    Natürlich kann man Schüsse aus 30m auch mal halten. Aber schaut mal auf den Freistoß zum 1:2, der ja alles eingeleitet hat. Kann man sich im Abwehrverhalten kollektiv noch dusseliger anstellen. Der Ball kann problemlos flach hereingespielt werden und keiner ist zuständig. Dafür fliegt man in der Kreisliga aus der Mannschaft.

    • OlliW says:

      Ja, das Ding war im Entstehen schon Mist. Alles mit Ansage. Dass der zumindest brenzlich wird, war abzusehen. Dann das Foulen an der Strafraumgrenze, was Paderborn auch sehr gerne angenommen hat, weil sie eben darauf gesetzt hatten, war schon beredt.
      Die beiden Schüsse zum Sieg waren aber recht unhaltbar. Volles Risiko. Die macht man nicht oft im Leben. Beim Ausgleich kann Timo vielleicht was machen, wenn er auf der Linie nahe dem zweiten Pfosten steht. Aber warum sollte er da stehen? Und der Siegtreffer war physikalisch brilliant. Dass der Typ schießt, war nicht vorauszusehen. Und wenn der Ball einen Zentimeter vor dem Schuss anders aufspringt, wird es eine traurige Angelegenheit. So war’s das Tor des Monats.

  5. Ulrich Treimer says:

    Na ja. Das 1:2 können viele verhindern, auch der Torwart, aber dann muß man die Linie verlassen. Das 2:2 war nicht unhaltbar, aber es war kein Torwartfehler, den hält nur eion richtig Guter. Das 3:2 war zwar ein krummes Ding, aber klar haltbar. Horn stand schlecht und hat sofort die weiße Flagge rausgeholt.
    Paderborn hat schon viele Tore aus der Entfernung geschossen und sie haben es im ganzen Spiel immer mit viel Risiko probiert. Es kam also nicht überraschend und ist mit Sicherheit vor dem Spiel angesprochen worden. Aber am Ende des Spiels haben sich ja mindestens 5 Spieler von uns nur noch versteckt. Man sollte mal über Gehaltskürzungen nachdenken.

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