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Zwischen Euphorie und Sorge: Eine unangenehme Wahrheit

Frühe Planungssicherheit bringt Vorteile

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Defensive Stabilität leidet unter Offensiv-Power

Zwar ist es mitunter normal, dass die defensive Stabilität unter einer großen Offensivkraft leidet, dennoch sind 36 Gegentreffer für einen Spitzenreiter der Zweiten Liga kein geringer Wert. Dies liegt insbesondere auch daran, dass im derzeitigen 3-5-2-System die beiden Flügelspieler eher offensiv als defensiv ausgerichtet sind. Mit Marcel Risse hätte der Effzeh eigentlich einen prädestinierten Kandidaten für die rechte Seite im Kader, der 29-Jährige kommt nach seinen zahlreichen Knieverletzungen jedoch nicht mehr richtig in Tritt. Auch er hat seine einstige Schnelligkeit verloren. Auf der linken Seite wiederum konnte Winter-Neuzugang Florian Kainz zwar bislang gute Ansätze zeigen, aber noch wenig Ertrag aus seinem Aufwand schlagen. Zudem präsentierte sich der ehemalige Bremer defensiv nicht besonders stabil, wie beim frühen 0:1-Gegentor beim MSV Duisburg, als er Stoppelkamp nur begleitete anstatt ihn beim Abschluss zu stören. Auch hier wäre mit Jonas Hector auf links eine mehr als taugliche und defensiver denkende Alternative im Kader, doch zieht es Anfang derzeit vor, den ehemaligen Nationalspieler neben Dominick Drexler im zentralen Mittelfeld auflaufen zu lassen. Abzuwarten bleibt auf der linken Seite dabei, inwieweit Noah Katterbach für die kommende Saison im Profibereich bereits eingeplant ist und ob der ebenfalls defensiver denkende und schnelle Tim Handwerker von seiner Leihe aus Groningen zurückkehrt.

Frühe Planungssicherheit bringt Vorteile

Zwar betonte Armin Veh bereits, dass er letztjährige Sommer-Neuzugänge wie Lasse Sobiech, Rafael Czichos, Benno Schmitz und Matthias Bader auch für die Bundesliga geholt hätte. Nach den wackligen Auftritten mit vier Gegentoren gegen das Tabellenschlusslicht sowie acht Gegentreffern in zwei Spielen gegen Paderborn, dürfte der Geschäftsführer seine Überlegungen für die kommende Saison jedoch noch einmal überdenken. Zuletzt hatte er im Interview mit dem GEISSBLOG.KOELN bereits angedeutet, dass man im Laufe einer Saison neue Bewertungen vornehmen müsse (mehr dazu hier).

Das dürfte auch das defensive Mittelfeld betreffen. Zwar wusste Johannes Geis bislang durchaus zu gefallen. Doch auch er weist ähnliche Defizite im Läuferischen auf wie Höger. Ein schneller und zweikampfstarker Abräumer vor der Abwehr würde dem Spiel des Effzeh durchaus guttun und wird eigentlich schon seit mehreren Jahren gesucht. Insgesamt können die Kölner mit dem bisherigen Saisonverlauf eigentlich überaus zufrieden sein. Die Dominanz der letzten Wochen hat jenes Loch zur Konkurrenz reißen lassen, das sich alle erhofft hatten. Nicht umsonst betonte Markus Anfang nach dem 1:1 gegen Hamburg, dass wohl jeder FC-Fan vor der Saison einen Zehn-Punkte-Vorsprung auf Rang drei fünf Spieltage vor Schluss mit Handkuss genommen hätte. Dennoch ist in dieser Saison deutlich geworden, dass der Kader für die Bundesliga noch einige Schwachstellen aufweist. Ein zweiter Umbruch im Sommer wird sich wohl kaum vermeiden lassen. Durchaus vorteilhaft ist, dass Armin Veh mit den Personalplanungen für die kommende Bundesliga-Saison längst beginnen konnte.

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