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Fußball-Linguistik: Die Startelf der Wörter

Was man aus unseren Einzelkritiken erkennt

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Die Muster in den Einzelkritiken

Auch den Unterschied einer Taktikanalyse bei „spielverlagerung.de“ und einem Spielbericht auf Seiten wie dem kicker konnte Meier-Vieracker durch Analyse beeindruckend visualisieren. Die tiefgehenden Analysen der Taktikfüchse bieten Schlagwörter wie „Halbraum“, „Mannorientierung“, „Aufrücken“ oder „Positionierung“, während es die Spielberichte etwas einfacher halten. „Referee“, „Schlussmann“ oder „Außennetz“ ist bei dieser Textsorte Usus.

Doch nicht nur der kicker, weltfussball.de oder 11freunde fanden sich in dem Vortrag des Sprachwissenschaftlers wieder. Auch die Sprache im GEISSBLOG.KOELN, speziell in den Einzelkritiken, wurde aufgedröselt und gemustert. Aus mehr als 1000 Einzelkritiken erstellte Meier-Vieracker zum einen eine Keyword-Analyse für die einzelnen Noten. Eine 1,0 wurde oft mit „Treffer, treffen, Tor“ in Verbindung gebracht, bei der 3,0 waren es besonders häufig Begriffe wie „Griff, konsequent, zweikampfstark“, die 5,0 wurde meist begleitet von „extrem, Ballverlust, nie, lassen, schlecht“.

Auf der Rechtsverteidigerposition gab es häufig „Probleme“

Sehr interessant war jedoch die Startelf der Wörter, die Meier-Vieracker im gleichen Zug erstellte. Schlagwörter, die auf den einzelnen Positionen am meisten in den Einzelkritiken beim GEISSBLOG.KOELN erwähnt wurden. In einem 4-2-3-1-System bildete sich demnach eine aufschlussreiche Formation auf. So war der Schlussmann oft „machtlos“, der Rechtsverteidiger hatte häufig „Probleme“, die Sechser waren „aggressiv“ oder fielen durch einen „Ballverlust“ auf. Der Flügelspieler auf der rechten Seite bestach durch „Selbstvertrauen“, sein Pendant auf der linken Seite durch seine „Flanke“. Bringt aber alles nichts – der Stürmer ist oft „gescheitert“.

Die Statistikversessenheit sollte auf sprachliche Aspekte ausgeweitet werden

Man kann also sehen: Alleine mit der Sprache des Fußballs in den Medien kann man viel anfangen, viele Zusammenhänge erkennen. Das bietet viel Raum für die Linguistik. Zudem ist sich Meier-Vieracker sicher: „Die Statistikversessenheit des Fußballs könnte und sollte auch auf sprachliche Aspekte ausgeweitet werden.“ Eine neue Analyse in zehn Jahren dürfte also völlig neue Begriffe ans Tageslicht fördern. Nicht nur der Fußball entwickelt und verändert sich, seine Sprache tut dies ebenso.

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