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Schindler: „Vielleicht war ich damals noch nicht reif genug“

Darum hat es nicht eher mit der Profi-Karriere geklappt

Dafür bin ich ein paar Umwege gegangen

Sie sind als junger Spieler von Concordia Hamburg in die U19 von Hannover 96 gewechselt. Warum hat es dort nicht mit dem Sprung zu den Profis geklappt?

„Das würde ich so nicht sagen. Das war das erste Mal, dass ich von Zuhause weg bin und auf mich alleine gestellt war. Nebenbei hatte ich noch Schule. Vielleicht war ich damals einfach noch nicht reif genug.“

Über die TSG Neustrelitz sind Sie dann in Hoffenheim gelandet. Dort haben Sie in der zweiten Mannschaft gespielt. Wie nah waren Sie am Profi-Kader dran?

„Relativ nah. Ich bin im ersten Jahr unter Markus Gisdol recht schnell zu den Profis hochgestoßen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich immer in der ersten Mannschaft trainiert, viele Einheiten mitgemacht und durfte mit ins Trainingslager fliegen. Gespielt habe ich in der zweiten Mannschaft. So konnte ich in den Profi-Fußball hinein schnuppern. Dann habe ich mich leider an den Adduktoren verletzt. Ich will es jetzt nicht nur darauf schieben, aber danach musste ich erstmal wieder bei der zweiten Mannschaft Fuß fassen.“

Hatten Sie denn irgendwann einmal Zweifel, dass es mit der Profi-Karriere vielleicht nicht klappen könnte?

„Nein. Als es in Hannover nicht direkt zu den Profis ging, hätte ich sagen können: Okay, ich habe es versucht und ich gehe jetzt zurück nach Hamburg. Das wollte ich aber nicht. Ich wollte mein Ziel unbedingt erreichen und meinen Traum erfüllen – dafür bin ich ein paar Umwege gegangen. In Neustrelitz war es auch nicht leicht als 19-Jähriger. Es war eine sehr schwierige Zeit. Aber ich wollte es mir selbst beweisen und habe alles auf eine Karte gesetzt. Nach Hoffenheim kam Kiel und von da an ging es nur noch steil bergauf.“

Dann werden wir kein Fallobst sein

Gibt es einen Trainer, der Sie rückblickend besonders geprägt hat?

„Ich konnte von jedem Trainer etwas mitnehmen. Bei manchen waren es ein paar mehr Laufeinheiten, bei anderen etwas weniger. Ich glaube, den qualitativ größten Sprung habe ich in Kiel unter Markus Anfang gemacht.“

Was spielt es für Sie für eine Rolle, dass Sie hier nun nicht wie erwartet auf Markus Anfang als Trainer treffen?

„Natürlich hätte es mich gefreut, wenn wir hier wieder zusammengearbeitet hätten. Aber so ist das Geschäft, mit so etwas muss man immer rechnen. Aber ich habe mich ja für den FC entschieden – und nicht für einzelne Personen.“

Zum Saisonstart hat der FC direkt ein schweres Auftaktprogramm erwischt. Wie sehen Sie die Chancen, in den ersten Spielen zu punkten?

„Es ist schon ein strammes Programm. Aber wir haben jetzt eine neue Spielphilosophie, die wir uns von Tag zu Tag immer besser erarbeiten werden. Wenn wir uns gut vorbereiten, dann werden wir kein Fallobst sein.“

Auf welches Spiel in der Bundesliga freuen Sie sich am meisten?

„In der Bundesliga hast du 34 Spieltage nur geile Spiele, egal gegen wen. Aber natürlich geht ein Traum in Erfüllung, wenn du gegen Bayern oder Dortmund spielst.“

Im ersten Moment war es richtig ärgerlich

In der letzten Saison haben Sie sich einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen. Schränkt Sie diese Verletzung noch ein und wie sind Sie mit dem Rückschlag umgegangen?

„Ich bin wieder topfit, die Verletzung ist gut verheilt. Im ersten Moment war es richtig ärgerlich. Zu der Zeit war ich richtig im Flow und wir waren auch mit der Mannschaft richtig gut drauf. Erst hat sich mit David Kinsombi ein wichtiger Leistungsträger verletzt, dann kam ich noch dazu. Es hat dann auch länger gedauert, als ich gedacht habe und ich konnte der Mannschaft lange nicht helfen. Wenn wir nicht so viel Verletzungspech gehabt hätten, wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen.“

Eine letzte Frage: Sie sind gebürtiger Hamburger. Halten Sie es da eher mit dem Hamburger SV oder dem FC St. Pauli?

„Eigentlich mit keinem von beiden. Ich habe in der Jugend weder für den HSV noch für Pauli gespielt, deshalb bin ich da nicht parteiisch. Es freut mich aber immer, wenn ich gegen einen der beiden Vereine spiele und meine ganze Familie dabei sein kann. Die Bilanz war bisher nicht schlecht: Ich als Hamburger habe letzte Saison gegen alle Hamburger Vereine gewonnen und alle Punkte geholt (lacht).“

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