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„Was ist, wenn wir über vier, fünf oder sechs Wochen reden?“

Wir haben überdurchschnittlich viele fußballintelligente Spieler

Jeder soll sagen, dass diese Mannschaft eines Deutsches Meisters würdig ist

Sie sprechen die Spielerentwicklung an. Wie schwierig war es für Sie als Trainerteam vor der Saison, die richtige Zielsetzung zu finden? Perspektivisch steht die Ausbildung im Mittelpunkt, der FC war aber immerhin amtierender Deutscher Meister.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, was ich dachte, als feststand, dass ich die U17 übernehmen würde. Ich war im Sommerurlaub und habe am Pool auf meinem Handy das Finale geschaut.

Es stand schon vor dem Finale fest, dass Sie die U17 übernehmen würden?

Ja. Es war klar, dass Martin Heck seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolvieren würde. Nach dem Finale habe ich mir also viele Gedanken gemacht, wie meine erste Ansprache aussehen könnte. Letztlich habe ich die Spieler erst einmal gefragt, was sie selbst erreichen wollen.

Lassen Sie mich raten: Sie wollten den Titel verteidigen.

Ja und nein. Klar haben einige selbstbewusst gesagt: Deutscher Meister werden. Andere haben gesagt: Ich will erst einmal in die U17 reinkommen. Und andere wissen natürlich, was der Trainer in so einem Moment hören will, weshalb sie gesagt haben: persönlich weiterentwickeln, den Konkurrenzkampf annehmen. Sowas eben.

Was haben Sie den Spielern geantwortet?

Dass ich in Bezug auf die Meister-Mannschaft nur einen Anspruch habe: Sie müssen sich als Meister auch meisterlich verhalten. Vor allem in Sachen Disziplin und beim Auftreten neben dem Platz. Wir müssen den Verein 1. FC Köln als Titelverteidiger würdig vertreten. Nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich. Jeder soll sagen, dass diese Mannschaft eines Deutsches Meisters würdig ist.

Wir haben überdurchschnittlich viele fußballintelligente Spieler

Was zählt für Sie dazu?

Das sind einfache Dinge. Wie verlasse ich eine Kabine nach einem Auswärtsspiel? Wie gehe ich mit einer Niederlage um? Benehmen wir uns daneben? Treten wir um uns? Oder können wir mit Rückschlägen umgehen?

Hat es geklappt, die Spieler dafür zu sensibilisieren?

Alle haben das angenommen und trotzdem bleiben sie 16-jährige Jungs. Es gibt immer noch Situationen, in denen ich in die Kabine komme und einen kurzen Hinweis geben muss. Dann merken aber alle sofort, was Sache ist.

Auch fußballerisch wird die Mannschaft ihrem Favoritenstatus gerecht.

Es kommt nicht von ungefähr, dass wir nach dem ersten Spieltag bis heute kein Spiel mehr verloren haben. Wir haben ein bisschen gebraucht, um in die Saison zu kommen. Aber wir haben schnell gemerkt, wie schnell unsere Spieler umsetzen, was man ihnen vorgibt.

Woran liegt das?

Wir haben überdurchschnittlich viele fußballintelligente Spieler in unseren Reihen. Natürlich wussten wir von vorne herein, dass Spieler wie Wydra oder Castrop das können. Aber dann kamen andere Jungs, die das genauso gezeigt haben. Davon profitieren wir heute, weil wir im Training von Anfang an sehr viel verlangen konnten.

4 Kommentare
  1. Gerd1948 says:

    Eine sehr einseitige Sichtweise den Gegner 70 Minuten beherrscht zu haben.Die Disziplin hat gerade die Bank in der hektischen Schlussphase nicht vorgelebt.Rivalität ist ja schön und gut,aber was da los war hat schon im Jugendfussball nichts zu suchen.

  2. Gerd1948 says:

    Würdest anders schreiben,wenn du die Jagdszenen gesehen hättest. Ging aber von beiden Seiten aus. Wenig vorbildlich das Ganze. Ganz abgesehen davon,dass man nur einen Blick auf die Tabelle werfen muss,um zu sehen,dass es nicht ums Erreichen der Endrunde ging,die beide klar erreichen,egal wie das Spiel ausgegangen wäre.

  3. Gerd1948 says:

    „Wenn wir über 4,5 oder 6 Wochen reden ?“ Dann geht bestimmt die Welt unter,weil alle ihr Niveau nicht erreichen. Hat der eigentlich sonst keine Sorgen ? Meine Fresse…..
    Sorry,Herr Merten,ich kann mir denken,dass es dieser Tage,Wochen und Monate schwer ist und schwer wird,aber solche Aussagen von Offiziellen machen mich gerade dünnhäutig.

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