Physiotherapeutin Isabelle Sander im Einsatz. (Foto: Sarah Schovenberg)

Physiotherapeutin Isabelle Sander im Einsatz. (Foto: Sarah Schovenberg)

„Hier geht’s zur Sache“: Neue Praxis für Physiotherapie im Kölner Westen

Bewegung statt Fango-Tango: In Köln-Braunsfeld entsteht die perfekte Symbiose aus Physiotherapie und Sportwissenschaft. Auf 320 Quadratmetern in der Eupener Straße baut die ambitionierte Physiotherapeutin Isabelle Sander eine moderne Praxis auf, in der sich Menschen nicht nur behandeln lassen, sondern aktiv für ihre Gesundheit sorgen können. Patienten und Interessierte am Gesundheitssport finden hier künftig ein gemeinsames Interesse: gesund und gestärkt mitten im Leben stehen.

Ein kernsanierter Großraum mitten in Köln-Braunsfeld: In der Eupener Straße 148 erstrahlt alles in neuem Glanz. Zwischen der Aachenerstraße und Widdersdorfer Straße, fußläufig zur S-Bahn-Haltestelle Müngersdorf-Technologiepark. Hier zieht Isabelle Sander mit ihrer neuen Praxis für Physiotherapie und Gesundheitssport ein. In sechs großzügigen Behandlungsräumen werden hier ab Mai 2022 die Patienten behandelt. Doch das Herzstück ist eine rund 100 Quadratmeter große Trainingsfläche.

„Hier wird es so richtig zur Sache gehen“, sagt Sander. Die 36-Jährige hat in eine hochwertige Ausstattung investiert – nicht nur für die Arbeit an den Patienten, sondern mit den Patienten. Medizinische Kraftgeräte zum Muskelaufbau gehören ebenso zum Angebot wie eine Funktionsfläche zum gezielten Training von Bewegungsabläufen. Weitere Geräte sollen folgen, auch in Abstimmung mit den künftigen Mitarbeitern. Die diplomierte Physiotherapeutin will Menschen mit Einschränkungen im Bewegungsapparat, nach Verletzungen oder bei Vorerkrankungen die Möglichkeit geben, wieder aktiv zu werden und sich auf diesem Weg professionell betreuen zu lassen.

Nicht nur Patienten: Auch die Physiotherapeuten sollen profitieren

Sander sieht ein strukturelles Problem im deutschen Gesundheitssystem, unter dem die Angebote der Physiotherapie und damit Patienten wie Therapeuten gleichermaßen bis heute leiden. „Wer eine Praxis leitet, steht vor einer großen Herausforderung: Wir wollen die bestmögliche Behandlung anbieten, werden dafür aber von den Krankenkassen nur unterdurchschnittlich bezahlt“, sagt Sander und fordert ein Umdenken. „Wir sind es, die die Menschen wieder in Bewegung bringen, ihnen ihre Aktivität zurückgeben und zeigen: Wenn du für deinen Körper sorgst, dann sorgt der Körper auch für dich.“ Gerade deshalb geht Sander mit ihrem therapeutischen Ansatz weg von veralteten Methoden hin zu einer interdisziplinären Betreuung weit über das Arbeiten auf einer Liege hinaus.

Sander will nicht nur den Patienten ein modernes Umfeld schaffen. Auch die Physiotherapeuten sollen ein neues Arbeitsgefühl erleben. Ganz nach dem Motto: je besser die Bedingungen für die Behandlungen, desto besser die Therapie. „Die Realität lautet für Viele aus meiner Branche noch immer: Fließbandarbeit, körperliche Erschöpfung, geringes Gehalt – und im Zweifel der Berufswechsel, wenn man es nicht mehr aushält“, beschreibt die 36-Jährige. „Genau das wird es bei mir nicht geben. Unsere Gehälter sollen den Wert widerspiegeln, den unsere Therapeuten für ihre Patienten haben.“ Zusätzlich gestalten die Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler ihren Arbeitsalltag selbst, wirken an der Ausgestaltung der Praxis mit und können so effektiver mit ihren Patienten arbeiten.

“Wir wollen hier etwas bewegen”

„Wir wollen hier etwas bewegen – am allermeisten natürlich die Menschen selbst“, sagt Sander mit einem Schmunzeln. „Den Menschen ist schon bewusst, dass sie sich bewegen müssen. Wir schaffen hier die Angebote, dass sie es können – unter professioneller Anleitung und individuell auf die Bedürfnisse zugeschnitten.“ Das Ziel ist klar: Schluss mit dem Fango-Tango. Auf dem Trainingsparkett der Isabelle Sander Physiotherapie in Köln-Braunsfeld wird ein anderer Takt erklingen.