Der 1. FC Köln hat zum Abschluss des Trainingslagers in der Steiermark mit 3:1 (2:1) gegen den englischen Premier-League-Absteiger Leicester City gewonnen. Nach einem überzeugenden Testspiel setzte der gebürtige Grazer Florian Kainz den Schlusspunkt.
Aus Graz berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge
Der Freitagabend in der Grazer Merkur-Arena, rund 60 Kilometer vom Teamhotel in Bad Waltersdorf entfernt, stand nicht nur im Zeichen der Saisonvorbereitung. Das Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Leicester City diente auch dem guten Zweck. Der gesamte Ticketerlös der Partie ging an den Elternverein des Gymnasiums Dreierschützengasse, an dem im Juni bei einem Amoklauf mehrere Menschen getötet worden waren. 3800 Zuschauer sorgten dafür, dass vor Anpfiff ein Scheck in Höhe von 40.000 Euro übergeben werden konnte – und sahen anschließend den bislang besten Auftritt unter dem neuen FC-Trainer Lukas Kwasniok.
Tore und Highlights
5. Minute: Durch eine Kombination der beiden Neuzugänge Jakub Kaminski und Sebastian Sebulonsen ging der FC früh in Führung. Der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Pole spielte im perfekten Moment in die Schnittstelle, sodass der von Bröndby IF verpflichtete Norweger alleine vor Leicester-Keeper Jakub Stolarczyk auftauchte und zum 1:0 einschob.
17. Minute: Der FC bestimmte das Geschehen. Kaminski verpasste per Kopf zunächst das zweite Tor, doch dann nahm Luca Waldschmidt mit seinem starken linken Fuß Maß. Isak Johannesson steckte zu dem am Sechzehner völlig alleingelassenen Angreifer durch, Waldschmidt schaute einmal hoch und schlenzte platziert zum 2:0 ins linke Eck.
31. Minute: Nach gut einer halben Stunde durfte sich Marvin Schwäbe erstmals strecken. Leicesters James Justin zog aus 19 Metern ab, der Ball segelte in Richtung Winkel – doch Kölns Nummer eins war zur Stelle. Justin zählte zu den wenigen Vertretern vom potenziellen Stammpersonal der Engländer. Zum überwiegenden Teil bot Trainer Marti Cifuentes eine B-Elf auf. Die wertvollsten Profis der Foxes hatten am Freitagnachmittag bereits ein Testspiel gegen den FC Karpaty Lviv bestritten und mit 2:1 gewonnen.
43. Minute: Nach einem Fehlpass von Schwäbe herrschte in der Kölner Defensive Chaos. Zunächst konnte der FC einen Abschluss der Engländer noch blocken, doch der Abpraller landete bei Kasey McAteer, der aus zwölf Metern zum 2:1-Anschluss traf.
46. Minute: Joel Schmied blieb als einziger Kölner auf dem Feld, ansonsten wechselte Kwasniok zur Pause komplett durch. Mit der ersten Aktion der zweiten Halbzeit verpasste Imad Rondic nach Vorarbeit von Steffen Tigges nur knapp das 3:1.
75. Minute: Im Vergleich zur ersten Halbzeit verlor das Spiel an Qualität. Wenn Said El Mala, der gegen Leicester für den FC debütierte, am Ball war, raunten die Kölner Anhänger auf der Tribüne aber ein ums andere Mal. Immer wieder setzte der Shootingstar zum Dribbling an. Nach einem Doppelpass mit Tigges hätte El Mala den Spielstand erhöhen können, schoss aber am rechten Pfosten vorbei.
86. Minute: Für den Endstand sorgte schließlich ein gebürtiger Grazer. Nach einem Foul an Denis Huseinbasic vergab Florian Kainz zwar zunächst vom Elfmeterpunkt, traf aber im Nachschuss zum 3:1. Die neutralen Zuschauer im Stadion hatten zuvor unüberhörbar gefordert, dass Jusuf Gazibgeovic antreten soll. Der Rechtsverteidiger hatte vor seinem Wechsel nach Köln mit Sturm Graz das österreichische Double geholt.
Personal
Erste Halbzeit: Schwäbe – Schmied, Hübers, Pacarada – Sebulonsen, Martel, Johannesson, Maina – Thielmann, Waldschmidt, Kaminski
Zweite Halbzeit: Zieler – Schmied, Krauß, Heintz – Gazibegovic, Kainz, Huseinbasic, Tigges – Rondic, Ache, El Mala
Zur Aufstellung: Der FC trat ohne die am Donnerstag verletzt abgereisten Julian Pauli und Youssoupha Niang an. Erwähnenswert: Linton Maina beackerte zunächst die linke Schiene, Luca Waldschmidt startete als einzige Spitze – Rollen, die die beiden zuletzt nicht hatten. Sechser Tom Krauß spielte in der zweiten Halbzeit im Zentrum der Dreierkette, Imad Rondic agierte als hängende Spitze hinter Ragnar Ache. In beiden Halbzeiten setzte Kwasniok auf ein 3-4-3, das System scheint zu stehen.
Fazit
Der 1. FC Köln macht Fortschritte. Der Eindruck aus dem Training, dass Lukas Kwasnioks Vorstellungen und Wünsche mehr und mehr bei der Mannschaft ankommen, hat sich im Testspiel gegen Leicester City verfestigt. Der englische Zweitligist trat zwar wie erwähnt mit keiner A-Elf an, ist in der Vorbereitung aber schon eine Woche weiter als der FC und verfügt mit einem geschätzten Marktwert von 210 Millionen Euro grundsätzlich über einen Kader, der dreimal so wertvoll ist wie jener der Geißböcke. Die Kölner scheinen drei Wochen vor dem Pflichtspiel-Auftakt im DFB-Pokal auf dem richtigen Weg zu sein.








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