Nach dem verpassten Sieg gegen Bayer Leverkusen wartet mit dem Auswärtsspiel beim FC Bayern München direkt das nächste Highlight auf die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln. Britta Carlson traut ihrem Team eine Überraschung zu.
Natürlich stand die Szene nach dem so spektakulären wie bitteren Ausgleichstreffer von Bayer Leverkusen im Mittelpunkt, doch niemand beim 1. FC Köln suchte die Schuld bei der jungen Torhüterin Irina Fuchs, die gerade ihr erst zweites Bundesliga-Spiel absolviert hatte. Nach 88 Minuten war die Schweizerin weit aus ihrem Tor geeilt, um zu klären, was misslang – Leverkusens Katharina Piljic traf aus dem Mittelkreis und klaute dem FC einen eigentlich verdienten Derby-Sieg.
„Sicherlich kann man darüber streiten, ob sie da überhaupt hingehen muss bei einer Zwei-gegen-zwei-Situation“, sagte FC-Trainerin Britta Carlson am Donnerstagabend und schob umgehend nach: „Aber ich mache Irina überhaupt keinen Vorwurf. Sie ist 20 Jahre alt, wurde hier von 0 auf 100 reingeschmissen und macht das sehr, sehr ruhig und souverän.“
„Enttäuscht über Ergebnis, aber nicht über Spiel“
In der Offensive habe man selbst ausreichend Chancen auf das dritte Tor gehabt, merkte Carlson an. Und auch Innenverteidigerin Sara Agrez betonte: „Es lag nicht an Irina, dass wir einen Punkt anstatt drei mitnehmen.“
Für mich sind wir schon der gefühlte Derby-Sieger – zumindest von der Art und Weise, wie wir gespielt haben.
Britta Carlson
So ärgerlich das 2:2 nach zwischenzeitlicher 2:0-Führung auch war: Selbstverständlich ist so ein Punkt gegen Leverkusen nicht. Bayer hatte zuvor vier von fünf Liga-Partien gewonnen, hätte am Donnerstagabend Platz zwei erobern können.
„Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft“, sagte Carlson daher. Sie habe ihren Spielerinnen gesagt: „Klar dürft ihr über das Ergebnis enttäuscht sein, aber nicht über das Spiel. Das sollte man schon differenziert betrachten.“ Nachdem der FC die Leverkusenerinnen über weite Strecken beherrscht hatte, meinte die Trainerin: „Für mich sind wir schon der gefühlte Derby-Sieger – zumindest von der Art und Weise, wie wir gespielt haben.“
Müdigkeit kein Thema
Mit dieser Art und Weise wollen die Geißböcke nun auch den nächsten Favoriten überraschen, den FC Bayern München. Am Sonntagnachmittag (16 Uhr) gastieren die Kölnerinnen beim Spitzenreiter, Meister und Pokalsieger. Mit der großen Lust, zu überraschen – auch wenn diese Woche mit dem Heimsieg gegen Union Berlin am Sonntag und dem Nachhol-Derby gegen Leverkusen gewiss kräftezehrend war.
Carlson nimmt die Belastung gelassen: „Die Spielerinnen spielen lieber als sie trainieren und wir haben einen großen Kader.“ Man könne sich auch einreden, dass man müde sei, lässt die 47-Jährige keine Ausreden gelten: „Es geht für uns darum, das zu steuern, aber ich habe da keine Sorge. Bayern hatte jetzt die zweite englische Woche und ist das sicherlich gewohnt – aber ich traue es meinen Spielerinnen auch zu, mit Selbstbewusstsein zu sagen: Wir versuchen, in München etwas zu holen.“
Carlson: „Haben uns Respekt erarbeitet“
Nach drei teilweise unnötigen Niederlagen zum Start haben die FC-Frauen nun sieben Punkte aus den letzten drei Partien geholt, der Aufwärtstrend ist nicht zu übersehen. „Wir haben uns in der Liga schon ein bisschen Respekt erarbeitet mit der Art und Weise, wie wir spielen“, glaubt Carlson. Ein Achtungserfolg bei den Bayern würde diesen Respekt fraglos noch wachsen lassen.







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