Alles wie immer beim 1. FC Köln: Weder an Karneval noch am Samstagabend können die Geißböcke gewinnen – also schon gar nicht in einem Topspiel am Karnevalssamstag. Die Einzelkritik nach dem 1:3 beim VfB Stuttgart.
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Musste nach nur 70 Sekunden, infolge eines eigenen langen Balls zum VfB, seine erste und einzige Glanztat des Abends auspacken. Gewann das Eins-gegen-eins-Duell mit Undav. Den dennoch frühen Rückstand durch Demirovic konnte der Kapitän nicht verhindern, nach einer Viertelstunde war er machtlos. Danach lange Zeit nicht wirklich gefordert, mal mit einer Fußabwehr bei einer scharfen Hereingabe von Führich (58.). Bei den weiteren Gegentoren ebenfalls ohne Chance.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Sebastian Sebulonsen
Nachdem er sich zuletzt im Abwehrzentrum festgespielt hatte, zurück auf der rechten Seite – und deutlich schwächer als in der Innenverteidigung. Sebulonsen hatte an allen drei Gegentreffern seine Aktien, ein bitterer Hattrick: Beim 0:1 begleitete Initiator Führich nur, statt ihn entscheidend am langen Ball auf Leweling zu stören. Beim 1:2 dann zu weit weg von Flankengeber Hendriks (84.). Und beim 1:3 klärte er genau vor die Füße von Torschütze Undav (90+3.). Das nennt man wohl einen gebrauchten Abend. Offensiv immerhin mit einer guten Hereingabe bei Bülters Top-Chance.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Joel Schmied
Der Schweizer feierte sein Comeback nach einer unerwartet schweren Oberschenkelverletzung, war damit zum ersten Mal seit Ende November für den FC im Einsatz. Überraschenderweise direkt von Beginn an, nachdem er gegen Leipzig erstmals wieder im Kader gestanden hatte. Schmied glückte eine solide Rückkehr ohne Aussetzer. Nur zu Beginn wackelte er noch etwas – kein Wunder, nach der langen Pause.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Eric Martel
Pendelte wie schon häufiger zwischen dem Abwehr- und dem Mittelfeldzentrum. Beim 0:1 stellte er Demirovic zwar ins Abseits, kam gegen den Torschützen dann aber auch zu spät (15.). Beim 1:2 erneut nicht nah genug dran am Stuttgarter Doppelpacker (84.). Fraglich, ob Martel das Wechseln zwischen den Positionen guttat, er wirkte nicht nur einmal fahrig. Sowohl in der Luft als auch am Boden mit Schwierigkeiten in den Zweikämpfen.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Cenk Özkacar
Nach einem Eckball mit dem ersten Abschluss, der per Kopf am Tor vorbeiging (3.). In seiner Kernkompetenz, dem Verteidigen, der souveränste Kölner. Mit seinem Stellungsspiel und seiner Ruhe ließ der linke Innenverteidiger nur wenig anbrennen, er antizipierte gut. Lediglich taktische Gründe führten zu seiner Auswechslung.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Kristoffer Lund
Beim 0:1 zu weit weg von Leweling. Ein schwaches Stellungsspiel, das der Nationalspieler mit der Vorarbeit zum ersten Stuttgarter Tor bestrafte. Wobei ohnehin fraglich ist, ob Lund angesichts seiner physischen Unterlegenheit in der Lage gewesen wäre, Leweling am Kopfball zu hindern. Seine Standards verströmten keinerlei Gefahr.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Mittelfeld
Jan Thielmann
Wollte nach seinem Treffer gegen Leipzig nachlegen und probierte es nach Vorarbeit von Bülter wuchtig mit dem rechten Fuß – allerdings zu zentral, kein wirkliches Problem für Nübel (38.). Auch wenn er mit nur 61 Prozent angekommenen Pässen die schwächste Quote des FC hatte, wirkte er nach einer schwierigen Anfangsphase angekommen und präsent in diesem Spiel, arbeitete wie immer in beide Richtungen vorbildlich.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Tom Krauß
Angesichts der Stuttgarter Qualitäten verwunderte es nicht, dass Krauß im Mittelfeldzentrum seine Probleme hatte. Das galt sowohl gegen den Ball (17 Prozent gewonnene Zweikämpfe) als auch mit dem Ball, Krauß konnte kaum etwas kreieren. Im VfB-Strafraum einmal geblockt, das hätte gefährlich werden können (66.). Nach starken vergangenen Wochen nicht sein Abend.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Jakub Kaminski
Hatte die erste gute Kölner Chance, traf den Ball im Sechzehner aus halblinker Position aber nicht sauber (9.). Mehrfach tauchte der Pole im VfB-Strafraum auf, immer war ein Bein dazwischen oder die eigene Überzeugung fehlte. Die Leichtigkeit des Saisonstarts ist Kaminski abhandengekommen, auch wenn er weiterhin alles für die Mannschaft gibt.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Luca Waldschmidt (ab 68. Minute)
Kam gemeinsam mit El Mala von der Bank und war erstmals seit Anfang Dezember an einem Tor beteiligt – nach vielen Diskussionen um seine Rolle in der Mannschaft. Waldschmidt fing einen schwachen Pass von Chabot ab und bewies mit dem anschließenden Zuspiel auf Ache ein feines Auge (79.).
GEISSBLOG-Note: 3,0
Denis Huseinbasic (ab 83. Minute)
Direkt nach seiner Einwechslung fiel das 1:2. Lieferte keine Impulse, um die Niederlage anschließend noch zu verhindern.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Florian Kainz (ab 89. Minute)
Nach dreimaliger Nicht-Berücksichtigung für den Kader wieder dabei und mit ein paar Minuten Einsatzzeit. Die waren bitter, denn Kainz verlor vor dem 1:3 den Ball.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Marius Bülter
Zurück in der Startelf, trat er zunächst vorrangig als Vorbereiter in Erscheinung. Legte beispielsweise nach 38 Minuten die Thielmann-Chance auf. Nach 59 Minuten selbst mit der Riesenmöglichkeit auf das 1:1, als der Ball durch den Strafraum flipperte und Bülter dann wohl selbst derart überrascht war, dass er die Kugel aus kurzer Distanz nicht aufs Tor brachte. Sah gegen die robuste VfB-Defensive insgesamt wenig Land im Ländle.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Ragnar Ache
War direkt der gesuchte Mann in der FC-Offensive und forderte nach einem Schubser von Mittelstädt nicht gänzlich ohne Grund einen Elfmeter (7.). Im Anschluss mit guter Weiterleitung auf Kaminski. Gewann nur 36 Prozent seiner Kopfballduelle, da sein Gegenspieler Jeff Chabot hieß. Sein Treffer zum 1:1 war dann allerdings ein Genuss. Ache ließ noch einen Verteidiger aussteigen und überlupfte Nübel eiskalt.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Said El Mala (ab 68. Minute)
Spekulierte richtig auf ein Stuttgarter Missverständnis und schnappte sich vor dem VfB-Strafraum den Ball, wobei er das Tor aus der Distanz verfehlte (78.). Viel mehr kam von ihm nicht.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Fynn Schenten (ab 89. Minute)
Bei seinem fünften Bundesliga-Einsatz war der Youngster nicht am Ball. Eine vermeintliche Balleroberung am gegnerischen Sechzehner wurde ihm als Foul abgepfiffen.
GEISSBLOG-Note: keine Note






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